Anleitung – Zeichnen von Mangafiguren

Die Geschichte der Mangas, Comics aus Japan, beginnt schon im 8. Jahrhundert, als Zeichnungen und Karikaturen die Deckenbalken der Tempel zierten. Später waren es dann buddhistische Mönche, die Bildergeschichten auf Papierrollen zeichneten.

Heute gibt es Mangas in Form von Heften, Taschenbüchern und Filmen, wobei Mangas unterschiedlichste Alters- und Interessengruppen ansprechen. Seit einigen Jahren haben Mangas nun auch den deutschen Markt erobert und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Neben dem Lesen und Betrachten der Figuren und Geschichten von berühmten Manga-Zeichnern, entwickeln viele Mangafans aber auch ihre eigenen Charaktere und kreieren ihre eigenen Geschichten. Für das Zeichnen von Mangas werden nur wenige Utensilien benötigt. Diese bestehen aus einem Bleistift zum Vorzeichnen, einem feinen Stift zum Zeichnen der Konturen und Bunt- oder Filzstiften zum Kolorieren der Zeichnung. Gearbeitet wird üblicherweise auf einfachem, weißen Papier. Profis nutzen zwar spezielle Stifte und Papiere, für den Hobbyzeichner ist dies aber nicht notwendig.

Wer nun selbst auch Mangafiguren zeichnen möchte, findet im Folgenden eine Grundanleitung für das Zeichnen von Mangafiguren in sieben Schritten: 

1. Schritt: eine grobe Vorzeichnung

Am Anfang der Zeichnung steht eine Idee. Das bedeutet, der Zeichner denkt sich eine Figur aus und überlegt sich, wie diese Figur aussehen und welche Haltung sie haben soll. Diese Überlegungen bilden die Basis für eine grobe Bleistift-Skizze. 

2. Schritt: die Vorzeichnung

Ist die grobe Skizze, die in erster Linie die Grundzüge festlegt, fertig, wird eine Vorzeichnung angefertigt. Die meisten Profis beginnen dabei mit dem Kopf und zeichnen danach die Konturen des Körpers. Bei der Vorzeichnung geht es vor allem darum, die Konturen und Umrisse der Figur zu zeichnen.  

3. Schritt: die Gestaltung der Figur

Die Umrisse und Konturen der Mangafigur werden nun ausgearbeitet. Das bedeutet, die Figur erhält ihr Gesicht, Haare und Kleidung. Zudem werden die Dinge gezeichnet, die die Figur beispielsweise in den Händen hält.

Wichtig bei der Gestaltung der Figur ist aber, darauf zu achten, sich nicht in Details zu verlieren. Mangas zeichnen sich durch eher schlichte Darstellungen aus, Figuren mit zu vielen Details wirken schnell überladen. Charakteristisch für Mangas ist außerdem die Gestaltung des Gesichts. Dieses hat eine fast dreieckige Form mit spitzen Kinn und großen Augen, die Haare sind vielfach bunt. Bis jetzt wird ausschließlich mit Bleistift gezeichnet, um Korrekturen vornehmen zu können.  

4. Schritt: die Konturen

Wenn der Zeichner mit seiner Figur zufrieden ist, werden nun alle Konturen und Details mit einem feinen Konturenstift nachgezogen. Hierbei ist wichtig, auf saubere Linien zu achten, denn Korrekturen sind kaum noch möglich. Zudem dienen die Konturenlinien dazu, die späteren Farbflächen klar und sauber voneinander abzugrenzen.  

5. Schritt: die Ausgestaltung mit Farben

Die Farbflächen werden jetzt mit Bunt- oder mit Filzstiften ausgemalt. Insgesamt werden dabei aber eher wenige Farben verwendet, um der Figur ein harmonisches Gesamtbild zu geben. Die größte Herausforderung beim Ausmalen der Mangafigur besteht übrigens bei der Gestaltung der Haut.

Buntstifte gibt es in unterschiedlichen Hauttönen, die es etwas leichter machen. Filzstifte gibt es zwar ebenfalls in einem Hautton, allerdings sollte dieser nicht vollflächig aufgetragen werden, weil er insgesamt eher unnatürlich wirkt. Besser ist, die Haut in einem helleren Ton auszumalen und mit dem fleischfarbenen Ton lediglich Schatten zu setzen.  

6. Schritt: die Schatten

Damit die Mangafigur natürlich und plastisch wirkt, werden nun Schatten gesetzt. Wer sich nicht sicher ist, an welchen Stellen er Schatten zeichnen soll, kann sich mit einem recht einfachen Trick behelfen. Dazu stellt er sich die Sonne oder eine Lampe in der linken oder rechten oberen Blattecke vor oder zeichnet sich diese ganz dünn auf. Die Schatten werden dann einfach auf der entgegen gesetzten Seite gezeichnet.

Schattiert wird dabei in einem Farbton, der einen Ton dunkler ist als die Farbfläche. Soll beispielsweise eine mittelgrüne Farbfläche schattiert werden, wird der Schatten in Dunkelgrün gezeichnet. Für den Schatten wird der Stift unmittelbar an der Konturenlinie angesetzt und von hier aus wird dann an der Konturenlinie entlang in die Farbfläche hineingemalt.

Um einen weichen Übergang zu schaffen, werden die beiden Farbflächen verwischt, entweder mit dem Finger oder mit dem Stift, mit dem die hellere Farbfläche ausgemalt wurde.  

7. Schritt: der Hintergrund

 Zum Schluss wird dann noch der Bildhintergrund gestaltet. Hierbei wird üblicherweise mit eher schwachen Farben gearbeitet, damit die Figur der Bildmittelpunkt bleibt. Zudem sollten für den Hintergrund keine Farben verwendet werden, die bereits für die Figur verwendet wurden.

Hat die Figur also beispielsweise blaue Haare, sollte der Bildhintergrund nicht in Blau gestaltet sein, weil sich die Figur so nur bedingt abhebt und die Gefahr besteht, dass die Figur mehr oder weniger mit dem Bildhintergrund verschwimmt.

Hier mal eine Video-Anleitung zum Zeichnen von Mangas und Anime:

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Tipps Licht und Schatten
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Thema: Grundanleitung zum Zeichnen von Mangafiguren 

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