Anleitung zum Zeichnen von 3D-Objekten

Das Zeichnen gehört zu den Fähigkeiten, die letztlich jeder lernen kann. Zwar ist ein wenig Talent sicherlich hilfreich, aber einen großen Anteil machen auch Technik, Übung und Erfahrung aus.

Anders als vielfach angenommen ist dabei das Zeichnen von 3D-Objekten eine Teildisziplin, die verhältnismäßig einfach zu erlernen ist.

Dies liegt daran, dass sich das 3D-Zeichnen geometrischer Strukturen bedient, die dann wiederum ermöglichen, beispielsweise Gebäude und Landschaften räumlich korrekt dargestellt zu Papier zu bringen.

Worauf es dabei achten gilt, fasst die folgende Übersicht und Anleitung mit den wichtigsten Tipps zum Zeichnen von 3D-Objekten zusammen:   

Grundlegendes zum Zeichnen von 3D-Objekten

Der Mensch nimmt mit der Höhe, der Breite und der Tiefe drei Dimensionen optisch wahr. Objekte, die sich in der Nähe befinden, wirken näher und detailreicher, während weiter entfernt liegende Objekte kleiner und verschwommener wirken. Da sich parallele Linien in der Ferne treffen, scheinen die hinteren Ecken eines Objektes außerdem tiefer als die vorderen Ecken.

Damit sind die wesentlichen Grundregeln des räumlichen Zeichnens eigentlich auch schon benannt. Die Schwierigkeit ergibt sich nun aber dadurch, dass auf Papier zunächst nur zwei Dimensionen dargestellt werden können, nämlich die Höhe und die Breite. Erst durch korrekt gezeichnete Linien können auch die Tiefe und Verzerrungen optisch simuliert werden. Anfänger, die ihre ersten Zeichenversuche in 3D unternehmen, können mit einem Foto als Vorlage üben.

Hierdurch ergibt sich nämlich der Vorteil, dass die dreidimensionalen Strukturen bereits auf eine zweidimensionale Fläche umgelegt sind. Beim Zeichnen müssen somit nur noch der Verlauf und die Länge der Linien übernommen werden, um eine 3D-Optik zu erzielen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einfachen geometrischen Formen zu beginnen und beispielsweise ein Quadrat oder ein Rechteck so optisch zu verzerren, dass sich ein 3D-Objekt ergibt.

Ein solcher Quader in 3D bildet dann gleichzeitig auch die Basis für ein räumlich gezeichnetes Gebäude.  

Ein Objekt dreidimensional zeichnen

Auch wenn es vielleicht etwas langweilig erscheint, so ist es gerade am Anfang sinnvoll, mit tatsächlich einfachen geometrischen Strukturen zu üben. Erst wenn die grundlegenden Formen beherrscht werden, können nämlich auch komplexere Gebilde gezeichnet werden. Dies liegt daran, dass nahezu alle Zeichenobjekte in einfache geometrische Formen zerlegt werden können, ein Gebäude beispielsweise in ein Quadrat als Hausfront und ein Dreieck als Dach.

Um nun einen Quader dreidimensional zu zeichnen, wird zuerst ein einfaches Rechteck auf das Papier gezeichnet. Als nächstes wird der sogenannte Fluchtpunkt bestimmt, der dem Zeichner als Orientierungspunkt dient. In der Realität ist der Fluchtpunkt der Punkt, an dem alle Linien aufeinander treffen würden, wenn sie unendlich lang wären. Je weiter der Fluchtpunkt von dem Rechteck entfernt liegt, desto stärker wird das Objekt optisch verzerrt.

Nun werden die Ecken des Rechtecks mithilfe von geraden Linien mit dem Fluchtpunkt verbunden. Hinter dem Rechteck wird dann ein weiteres Rechteck platziert, das die Rückwand des Quaders bildet. Die Größe des hinteren Rechtecks ergibt sich dabei durch die bereits gezeichneten Linien zum Fluchtpunkt. Nun müssen nur noch die sichtbaren Linien des Quaders nachgezogen werden und damit ist der 3D-Quader fertig.

[Grafik 3D-Zeichnen] 

3D Zeichnung

Weitere Übungen und Effekte

Wer das Zeichnen von geometrischen Formen mit einem Fluchtpunkt gut beherrscht, kann beginnen, mit zwei Fluchtpunkten zu arbeiten, um auf diese Weise weitere Effekte zu erzielen. Dabei bleibt das Grundschema vom Zeichnen in 3D aber immer erhalten.

Das bedeutet, alle waagerechten und senkrechten Linien, die in der Realität parallel zueinander verlaufen und einen rechten Winkel bilden und damit die Höhe und die Breite darstellen, werden auch in der Zeichnung parallel und rechtwinklig zueinander gezeichnet.

Die Tiefe ergibt sich durch die Verbindung der Eckpunkte mit dem jeweiligen Fluchtpunkt. Die Objekte müssen dabei aber nicht alle das gleiche Format haben, sondern lediglich an ihrem jeweiligen Fluchtpunkt ausgerichtet sein. Werden beispielsweise Quader in mehreren Größen gezeichnet, werden jeweils die Ecken mit dem Fluchtpunkt verbunden, wodurch sich trotz unterschiedlicher Höhen oder Breiten automatisch die gleiche Tiefe ergibt.

[Grafik 3D-Zeichnen2]

3D Skizzen

Der nächste Schritt würde nun darin bestehen, Objekte dreidimensional zu zeichnen, die nicht nur aus einfachen geometrischen Formen bestehen, beispielsweise ganze Landschaften. Auch dies ist mit etwas Übung aber nicht all zu schwer, denn die grundlegende Vorgehensweise bleibt immer gleich. 

Das bedeutet, dass bei einem Baum beispielsweise die Länge und die Breite erhalten bleiben und die räumliche Tiefe durch das Ausrichten an einem Fluchtpunkt simuliert wird. Ähnliches gilt für das Zeichnen von menschlichen Körpern und Tieren, wobei hier zusätzlich dazu auch die anatomischen Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

Weiterführende Anleitungen, Zeichenübungen und Vorlagen:

Bestimmen von Grössen und Abständen
Tipps Licht und Schatten
Tipps und Übungen zu Schraffuren
Blickwinkel beim Zeichnen
Zeichenwerkzeuge beim technischen Zeichnen
Landschaftszeichnungen Tiefe verleihen

Thema: Tipps und Anleitung zum Zeichnen von 3D-Objekten

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