Einen Grundriss zeichnen – so geht’s

Einen Grundriss zeichnen – so geht’s

Wenn ein Haus gebaut werden soll, wird ein Grundriss erstellt. Aber auch wenn ein Zimmer renoviert oder neu eingerichtet werden soll, kann ein Grundriss nicht schaden. Und wie ein einfacher Grundriss gezeichnet werden kann, erklären wir in diesem Beitrag.

Ein Grundriss ist eine zweidimensionale Darstellung von Räumlichkeiten. Die Zeichenperspektive ist dabei in aller Regel von oben. Das Dach oder die Decke wird allerdings weggedacht. Folglich zeigt der Grundriss die Bodenfläche des Raumes oder des Hauses.

Eine weitere Komponente ist die sogenannte Schnittebene. Hierbei handelt es sich um einen gedachten Schnitt, der waagerecht und üblicherweise in einer Höhe von etwa einem Meter verläuft. Dadurch wird es möglich, auch die Fenster und die Türen in den Grundriss aufzunehmen. Je nachdem, wie die Räumlichkeiten sind und wofür der Grundriss benötigt wird, kann die Schnittebene aber natürlich auch weiter nach oben oder nach unten gesetzt werden.

Um den Grundriss zu zeichnen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist ein Zeichenprogramm am Computer. Ein Computerprogramm bietet den Vorteil, dass der Zeichner nur das Format und den Maßstab einstellen muss. Die Maße werden dann automatisch umgerechnet und die entsprechenden Linien eingezeichnet. Zeichenungenauigkeiten sind nahezu ausgeschlossen. Und der Zeichner kann den Entwurf bearbeiten und die Linien verschieben, entfernen, verkürzen oder verlängern, ohne jedes Mal gleich eine neue Zeichnung anfertigen zu müssen.

Die zweite Möglichkeit ist eine Grundrisszeichnung von Hand. Diese Variante bietet sich vor allem für erste Skizzen und einfache Grundrisse an. Möchte der Zeichner beispielsweise ein Zimmer umgestalten und sich dafür einen Grundriss von dem Zimmer erstellen, muss er sich nicht extra ein Zeichenprogramm zulegen. Stattdessen reicht ein von Hand gezeichneter Grundriss völlig aus. Und wie das geht, erklären wir im Folgenden.

Einen Grundriss zeichnen – das wird benötigt

  • Millimeterpapier
  • harter Bleistift
  • großes Geodreieck oder langes Lineal
  • Maßband oder Metermaß
  • evt. Taschenrechner
  • Tonkarton und Schere nach Wunsch

 

Einen Grundriss zeichnen – so geht’s

Die folgende Anleitung beschreibt, wie ein einfacher Grundriss von einem Raum gezeichnet werden kann. Plant der Zeichner umfangreichere Baumaßnahmen, bei denen er mehrere Räume einbezieht oder Wände versetzt, entfernt oder einbaut, kann er nur die Außenwände auf das Millimeterpapier zeichnen.

Für die eigentlichen Entwürfe kann er Transparentpapier verwenden, das er jeweils auf das Millimeterpapier legt. Dadurch muss er nicht jedes Mal die gesamte Zeichnung neu anfertigen. Außerdem kann er die einzelnen Skizzen so besser miteinander vergleichen, weil er die Blätter alle übereinanderlegen kann.

 

  1. Schritt: die längste Wand ausmessen

Zuerst wird ermittelt, wie lang die längste Wand ist. Für eine einfache Skizze muss die Wand zwar nicht auf den Millimeter genau ausgemessen werden. Allerdings sollte der Zeichner schon ziemlich genau messen, vor allem wenn er auch die Einrichtung planen möchte. Mit der längsten Wand wird deshalb begonnen, weil sie die längste Linie auf dem Grundriss bildet. Und wenn sie auf das Papier passt, passen die anderen, kürzeren Linien ebenfalls.

 

  1. Schritt: das Maß umrechnen

Bevor nun das Zeichnen beginnen kann, muss der Zeichner etwas rechnen. Architekten, Statiker und andere Planer erstellen Grundrisse meist im Maßstab 1:200 oder 1:100. Bei einem Maßstab von 1:100 entspricht ein Meter Wand einem Zentimeter auf dem Papier. Handwerker und Innenrichter fertigen ihre Grundrisse üblicherweise im Maßstab 1:50 an.

Da der Zeichner ja aber keinen Grundriss vom ganzen Haus, sondern nur von einem Zimmer anfertigen möchte und sein Millimeterpapier meist das Format DIN A4 haben wird, kann er etwas anders vorgehen:

  • Zuerst zählt der Zeichner, wie viele Quadrate die lange Papierseite hat. Die lange Papierseite deshalb, weil hier die längste Wand eingezeichnet wird.
  • Anschließend passt er sein ermitteltes Wandmaß auf die Anzahl der Quadrate auf dem Millimeterpapier an. Dazu muss er dann entweder dividieren oder multiplizieren.

Ein Beispiel:

Angenommen, das Millimeterpapier hat auf der langen Seite 28 Quadrate. Die Wand ist 4,20 Meter lang. Würde der Zeichner ein Quadrat mit einem Meter ansetzen, wäre die Linie der Wand gerade einmal 4,2 Quadrate lang und der Grundriss damit winzig klein. Also sucht sich der Zeichner eine Zahl, mit der er sein Maß so multiplizieren kann, dass die Quadrate größtenteils verwendet werden. In diesem Fall wäre das die Zahl 6, denn 6 x 4,2 = 25,2.

Der Zeichner kann aber auch andersherum rechnen. Dazu teilt er die Anzahl der Quadrate durch das ermittelte Maß. Diesen Wert rundet er auf die nächst kleinere, ganze Zahl ab. Auch so kommt er zu der Zahl, mit der er seine Maße für den Grundriss umgerechnet (28 : 4,2 = 6,666667; abgerundet wird auf 6).

Hat der Zeichner ermittelt, wie er die Maße umrechnen muss, rechnet er das Maß der längsten Wand um. Anschließend zeichnet er diese Linie auf sein Papier auf. (In unserem Beispiel rechnet der Zeichner mit der Zahl 6. Also nimmt er die 4,2 Meter der Wand mal sechs. Die Linie für die Wand auf dem Grundriss ist demnach 25,2 Quadrate lang. Auf dem Millimeterpapier entspricht das übrigens 25,2 cm).

 

  1. Schritt: die übrigen Wandmaße ermitteln

Anschließend misst der Zeichner die drei anderen Wände aus. Gibt es hier Erker, Ecken oder andere Wandelemente, die aus oder in den Raum ragen, werden diese Maße natürlich ebenfalls notiert. Anschließend rechnet der Zeichner seine Maße wieder um und zeichnet die entsprechenden Linien dann in seinen Grundriss ein.

Achtung: Ist der Raum eher quadratisch geschnitten, kann es passieren, dass die kurze Papierseite nicht ausreicht. In diesem Fall muss der Zeichner einen kleineren Maßstab wählen.

 

  1. Schritt: Fenster, Türen und andere feste Bauteile einzeichnen

Ist der Raum als solches aufgezeichnet, geht es mit den Fenstern weiter. Hier misst der Zeichner die Position und die Breite der Fenster. Nachdem die Maße entsprechend umgerechnet sind, zeichnet der Zeichner die Fenster in den Grundriss ein. Dabei werden die Fenster mit einer breiten Linie dargestellt. Alternativ kann der Zeichner die Fenster auch mit einer doppelten Linie abbilden.

Danach ist die Tür an der Reihe. Hier misst der Zeichner nicht nur die Position an der Wand und die Breite der Tür aus und zeichnet die Tür entsprechend ein. Öffnet sich die Tür nach innen, zeichnet er stattdessen eine gerade Linie in der Breite des Türblattes, die in den Raum hineinragt. Diese Linie verbindet er anschließend mit einem Bogen, der an der Türöffnung endet. Dadurch bildet der Zeichner den Platz ab, den er braucht, wenn er die Tür öffnen will.

[Grundriss]

Wenn der Zeichner möchte, kann er jetzt noch die fest eingebauten Teile wie beispielsweise Heizkörper, Steckdosen oder Lichtschalter in seinen Grundriss einzeichnen.

 

  1. Schritt: Schablonen für die Möbel anfertigen

Nun fehlen noch die Möbel. Auch hier ermittelt der Zeichner wieder die Maße. Dann kann der Zeichner die Grundformen seiner Möbel maßstabsgetreu auf ein Stück Tonkarton aufzeichnen und ausschneiden. Anschließend kann er diese Schablonen solange auf seinem Grundriss hin- und herschieben, bis ihm das Arrangement gefällt.

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