Tipps zum richtigen Papier fürs Zeichnen

Skizzen und Zeichnungen können auf vielen verschiedenen Wegen entstehen. So kann sich der Zeichner einen bestimmten Gegenstand, eine Person, ein Tier oder ein Landschaftsbild aussuchen und sein Motiv möglichst realitätsnah und detailgetreu nachzeichnen.

Er kann aber auch aus der Erinnerung heraus zeichnen, ein exaktes grafisches Muster entwerfen oder seine Hand losgelöst von einem konkreten Motiv und genauen Bildvorstellungen einfach nur über den Zeichengrund gleiten lassen.

Der Zeichner kann eine schnelle Skizze anfertigen, sich aber ebenso viel Zeit für seine Zeichnung und deren Nachbearbeitung nehmen. Unabhängig davon, was und wie gezeichnet wird, spielt aber nicht nur die richtige Zeichentechnik eine Rolle. Ob eine Skizze oder Zeichnung gelingt, hängt nämlich genauso auch von der Qualität der verwendeten Materialien ab.   

Tipps zum richtigen Papier fürs Zeichnen

Der am häufigsten verwendete Zeichengrund für Skizzen und Zeichnungen ist Papier. Nun ist Papier aber nicht gleich Papier, denn Papier gibt es in unzähligen Sorten. Bei der Auswahl sollte der Zeichner deshalb zwei wesentliche Faktoren berücksichtigen, nämlich zum einen womit und zum anderen was er wie zeichnen möchte.

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Für Zeichnungen mit Blei- und Buntstiften reichen einfaches Druckerpapier oder ein Kinderzeichenblock aus. Diese Papiere eignet sich auch sehr gut, wenn mit Tuschestiften und Finelinern gezeichnet wird. Für Federzeichnungen sollte Zeichenpapier verwendet werden, denn andernfalls besteht die Gefahr, dass die spitze Feder den Zeichengrund aufkratzt und die Tinte zu sehr verläuft.

Spezielles Aquarellpapier wird benötigt, um Aquarelltechniken zu realisieren. Aquarellpapier zeichnet sich dadurch aus, dass die Farben fließen können, ohne dass das Papier durchweicht oder sich nach dem Trocknen unschön wellt. Für Kohle- und Pastellzeichnungen bietet sich Ingrespapier an. Ingrespapier ist ein festes Büttenpapier mit einer rippenartigen Struktur auf der Oberfläche.

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Papiere sind mit unterschiedlichen Oberflächenkörnungen erhältlich. Bei Bleistift-, Kohle- und Kreidezeichnungen kann ein raues Papier für sehr interessante Effekte sorgen, denn die kleinen Körnchen bewirken, dass sich die Farbpartikel unterschiedlich absetzen.

Dadurch wird es möglich, verschiedene Tonabstufungen darzustellen und der Zeichnung Tiefe zu geben. Im Unterschied dazu sollte ein eher glattes Papier verwendet werden, wenn mit der Feder, einem Fineliner oder einem Tuschestift gezeichnet wird. Hier könnte ein grobkörniges Papier nämlich dazu führen, dass die Linien und Striche zittrig aussehen.  

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Meist werden Skizzen und Zeichnungen auf weißem oder zumindest hellem Papier angefertigt. Dies ist auch durchaus sinnvoll, denn eine Bleistiftzeichnung auf schwarzem Papier wäre kaum zu sehen. Allerdings kann die Papierfärbung auch gezielt genutzt werden. So wirkt beispielsweise eine Herbstlandschaft auf grauem Papier oft deutlich stimmungsvoller als auf weißem Papier, während ein neutral-weißer Untergrund zu einem Portrait meist besser passt als ein Papier in einem Pastellton.
 

Insgesamt ist es jedoch nur bedingt möglich, ein Papier pauschal und allgemeingültig als das richtige Papier auszumachen. Jeder Zeichner hat seine eigenen Vorlieben und sollte deshalb mit unterschiedlichen Papiersorten experimentieren. Im Handel sind hierfür Probierpackungen und -blöcke erhältlich, in denen verschiedene Papierqualitäten enthalten sind.  

Tipps rund um den Bleistift beim Zeichnen

Während Papier der am häufigsten verwendete Zeichengrund ist, ist der Bleistift das am häufigsten einsetzte Werkzeug. Das Zeichnen hat sich im Laufe der Zeit aber verändert. So wurde früher mit einem eher breiten Bleistift gezeichnet, was schlichtweg daran lag, dass der Anspitzer noch nicht erfunden war und die Stifte deshalb mit dem Messer gespitzt werden mussten. Außerdem wurde für Zeichnungen meist nur ein Bleistift verwendet, um so eine einheitliche, gleichmäßige Tönung zu erzielen.

Tonabstufungen sowie Lichter und Schatten wurden ausschließlich durch den Druck beim Zeichnen erzeugt, aber nicht durch den Wechsel von Bleistiften mit unterschiedlichen Härtegraden. Daneben war es verpönt, zu radieren oder die Farbpartikel mit dem Finger zu verwischen. Durch das Radieren oder Verwischen schien der typische Charakter einer Zeichnung verfälscht. Heute ist es normal, Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden zu verwenden, um einzelne Bilddetails zu gestalten.

Das Zeichnen mit einem spitzen Bleistift ist ebenso selbstverständlich wie der Einsatz des Radierers, wenn Korrekturen vorgenommen oder sanfte Übergänge geschaffen werden sollen. Gleiches gilt für das Verwischen mit dem Finger, beispielsweise um Schattenbereiche zu gestalten oder Ränder und scharfe Konturen weicher wirken zu lassen. Es kann sich aber durchaus lohnen, einmal zu den alten Methoden zurückzukehren.

So mancher Zeichner wird erstaunt sein, welche Tonabstufungen sich erzielen lassen, wenn anstelle eines spitzen Bleistifts ein breiter Bleistift in verschiedenen Richtungen und in unterschiedlich steilen Haltungen über das Papier geführt wird. Genauso spannend kann es sein, eine Zeichnung einmal wirklich nur mit einem einzigen Stift und ohne Hilfsmittel wie Radiergummi und Finger anzufertigen.

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