Den Bleistift professionell spitzen – so geht’s

Den Bleistift professionell spitzen – so geht’s

Es gibt kaum ein besseres Werkzeug zum Zeichnen als ein richtig gespitzter Bleistift. Allerdings ist es gar nicht so einfach, die perfekte Spitze bei einem Bleistift hinzubekommen. Es macht deshalb durchaus Sinn, etwas Zeit zu investieren, um das Spitzen eines Bleistifts zu üben. Denn wenn das Zeichenwerkzeug gut vorbereitet ist, macht das Zeichnen gleich doppelt so viel Spaß.

Den Bleistift professionell spitzen - so geht's

Und wie ein Bleistift professionell gespitzt wird, erklären wir in dieser Anleitung:

Den Bleistift professionell spitzen – das wird benötigt

Wenn es ums Spitzen von Blei- und Buntstiften geht, denken viele im ersten Moment vermutlich an einen herkömmlichen Spitzer. Für so einen manuellen Spitzer spricht, dass er kostengünstig zu haben und kinderleicht anzuwenden ist. Hat er dann auch noch zwei Löcher, können Stifte in verschiedenen Formaten damit gespitzt werden.

Wichtig ist aber, dass die Klinge sehr scharf ist. Andernfalls splittert das Holz des Bleistifts und die Spitze wird nicht spitz, sondern bröselt. Mit Blick aufs Zeichnen ist ein manueller Spitzer zudem nur bedingt geeignet. Er kann den Bleistift zwar spitzen, eine optimale Spitze schafft er aber nicht.

Eine andere Variante ist ein elektrischer Spitzer. Er nimmt dem Zeichner die Arbeit ab. Denn der Zeichner muss seinen Bleistift nur in die Öffnung halten und den Rest erledigt der Spitzer. Die Bleistiftspitze kann sich auch durchaus sehen lassen. Allerdings neigt so manches Gerät zu ungleichmäßigen Ergebnissen. In diesem Fall kann der Zeichner Abhilfe schaffen, indem er die Spitze mit Schleifpapier nachbearbeitet.

Für eine wirklich feine und zum Zeichnen optimal geeignete Bleistiftspitze muss der Zeichner aber letztlich selbst Hand anlegen.

Und dabei benötigt er folgende Hilfsmittel:

  • Cuttermesser

  • Schleifpapier in einer gröberen und einer feineren Körnung

Die Technik selbst erfordert ein wenig Übung. Aber nach ein paar Versuchen wird der Zeichner den Dreh raus haben.

Den Bleistift professionell spitzen – so geht’s

Einen Bleistift mittels Cuttermesser und Schleifpapier zu spitzen, macht mehr Arbeit als einfach nur zu einem manuellen oder elektrischen Spitzer zu greifen. Doch die Mühe lohnt sich.

Denn wenn der Zeichner die Spitze seines Bleistifts kegelförmig und ähnlich spitz wie eine Nadel ausformt, erhält er eine sehr flexible Bleistiftspitze. Sie passt sich dem Papier an und dringt in die einzelnen Papierfasern ein. Dadurch kann der Zeichner selbst kleinste Details optimal ausarbeiten. Beim Schraffieren hat er es ebenfalls viel leichter.

Doch wie wird der Bleistift denn nun professionell gespitzt? Die Vorgehensweise gliedert sich in drei Schritte:

  1. Schritt: das Holz abschälen und die Bleistiftmine freilegen

Zuerst trägt der Zeichner die Holzumhüllung des Bleistifts ab, um dadurch die Bleistiftmine freizulegen.

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Dafür nimmt er das Cuttermesser in die eine Hand und den Bleistift in die andere Hand. Dann legt er das Messer in einem Winkel von ungefähr 45 Grad an den Bleistift an. Die Schneide, also die scharfe, schneidende Seite der Klinge, zeigt dabei nach unten in Richtung Bleistiftspitze.

Nun schiebt der Zeichner das Messer mit leichtem Druck nach unten über das Holz. Auf diese Weise trägt er eine dünne Schicht der Holzummantelung ab. Anschließend kann er den Bleistift ein kleines Stückchen weiter drehen und den nächsten Schnitt ansetzen. So arbeitet sich der Zeichner nach und nach vorwärts, bis er soviel Holz abgeschält hat, dass die Mine rundherum ungefähr vier Zentimeter weit freiliegt.

Vorsicht:

Der Zeichner sollte ein möglichst scharfes Messer verwenden. Denn je schärfer das Cuttermesser ist, desto leichter gleitet es durch das Holz. Beim Hantieren mit dem Messer muss der Zeichner aber natürlich aufpassen. Wichtig ist, dass er das Messer beim Schneiden immer vom Körper wegbewegt. Außerdem sollte er den Bleistift weit genug hinten halten, damit er sich nicht schneidet.

  1. Schritt: die Bleistiftspitze mit dem gröberen Schleifpapier abschmirgeln

Wenn die Bleistiftmine rund vier Zentimeter weit freigelegt ist, kommt das gröbere Schleifpapier zum Einsatz.

Am besten ist, wenn der Zeichner das Schmirgelpapier leicht gewölbt in seiner Hand hält und den Bleistift von links nach rechts über das Papier reibt. Auch hier sollte der Zeichner den Bleistift immer wieder drehen, damit die Spitze schön gleichmäßig wird.

Der Zeichner bearbeitet den Bleistift nun solange mit dem Schleifpapier, bis die Mine ähnlich wie eine Nadel nach oben hin zunehmend schmaler wird und rundherum gleichmäßig rund ist. Am Ende sollte also eine Form entstehen, die an einen sehr schmalen Kegel erinnert.

Übrigens:

Einige Zeichensets enthalten ein Schmirgelbrettchen. Dieses kleine Brettchen ist als Ersatz für Schleifpapier gedacht. Verwendet der Zeichner so ein Brettchen, liegt der Bleistift beim Abschmirgeln aber nur an den Seiten auf.

Dadurch entsteht keine gleichmäßig runde Form, sondern es bildet sich eine Kante. Besser ist deshalb, wenn der Zeichner auf einen Bogen herkömmliches Schleifpapier zurückgreift.

  1. Schritt: mit feinem Schleifpapier nacharbeiten

Hat die Bleistiftspitze eine schön gleichmäßige Form angenommen, wird es Zeit für das feinere Schleifpapier. Damit glättet der Zeichner die Spitze noch einmal. Das macht er auf die gleiche Art und Weise wie zuvor schon mit dem gröberen Schleifpapier.

Wenn die Mine rundherum gleichmäßig glatt ist, ist der Bleistift fertig gespitzt. Feinen Strichen, genauen Linien und gelungenen Schraffuren steht damit nichts mehr im Wege!

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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