Übersicht zu Kohlestiften

Schon seit Urzeiten wird mit Kohle gemalt, wenn zu Beginn auch eher zu Übungszwecken. Dies erklärt sich letztlich damit, dass die Handzeichnung bis in das Mittelalter hinein eher wenig geschätzt wurde und sich zudem die notwendige Fixierung von Kohlezeichnungen als schwierig und aufwändig erwies.

Ab dem 15. Jahrhundert wurden dann allerdings drei grundlegende Fixiermethoden entwickelt, die sich als effektiv erwiesen und so der Kohlezeichnung dazu verhalfen, nicht mehr nur Vorstufe eines Bildes zu sein, sondern zum Endprodukt zu werden.

Die erste Methode bestand darin, die Zeichnung nach der Vollendung in Leim zu legen oder mit Leim zu bestreichen, die zweite Methode sah vor, den Malgrund im Vorfeld mit einer Leimschicht zu versehen, die nach dem Trockenen und Bemalen mit Wasserdampf erweicht wurde.

Ab dem 16. Jahrhundert war zudem die Methode üblich, die Kohle vor dem Gebrauch in Öl einzulegen, wodurch der Strich satt und kaum verwischbar wurde. Allerdings hinterließ das Öl Spuren und bewirkte, dass eine Korrektur kaum mehr möglich war. Heute muss im Hinblick auf Kohlezeichnungen grundsätzlich zwischen Zeichenkohle und Reißkohle unterschieden werden, die Fixierung erfolgt in den meisten Fällen durch das Aufsprühen spezieller Fixiermittel.

• Zeichenkohle       

Natürliche Zeichenkohle wird in erster Linie aus weichem, möglichst harzfreien Holz hergestellt, beispielsweise Weidenholz, daneben jedoch auch aus Lindenholz oder Haselnussholz. Die geschnittenen Zweige werden gebündelt und langsam so lange erhitzt, bis sie vollständig verkohlt sind.

Zeichenkohlen werden für Studien, Skizzen sowie Vorzeichnungen bei Ölgemälden verwendet. Die gleichmäßigen, blauschwarzen Striche lassen sind sehr gut verwischen und bei Bedarf von allen Malgründen auch wieder entfernen. Zeichenkohlen werden in Stäbchen angeboten, die einen Durchmesser von 3mm bis zu 14mm haben.

 Reißkohle      

Reißkohle wird ähnlich hergestellt wie Zeichenkohle, enthält allerdings neben der Kohle feinen Ruß und Bindemittel. Reißkohlen eignen sich sehr gut für großflächige Arbeiten, da sie ein tiefes Schwarz bei weichem Abrieb erzeugen. Im Gegensatz zu Zeichenkohle lassen sich Zeichnungen mit Reißkohle aber weniger gut verwischen oder korrigieren. Erhältlich ist Reißkohle in unterschiedlichen Härtegraden, die von extra hart bis extra weich reichen.

 Kohlestifte      

Kohlestifte enthalten neben Kohle Binde- und Gleitmittel sowie als Reißkohlestifte auch Ruß. Meist werden sie holzummantelt oder mit Papier umwickelt angeboten. Die Einsatzbereiche gleichen den Anwendungsbereichen von Zeichenkohle und Reißkohle, wobei Kohlestifte in mehreren Härtegraden von extra weich bis extra hart angeboten werden.

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Thema: Infos und Übersicht zu Kohlestiften

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