Die wichtigsten Begriffe in der Architekturzeichnung

Die wichtigsten Begriffe in der Architekturzeichnung

Für Architekten ist die Zeichnung ein zentrales Hilfsmittel. Denn sie sorgt dafür, dass ein geplantes Gebäude Gestalt annimmt. Neben Skizzen, die Ideen verbildlichen, erstellen Architekten auch technische Zeichnungen, die den verschiedenen Gewerken als Grundlage für den Gebäudebau dienen. Einen Entwurf in Gänze abzubilden, ist mit nur einer Zeichnung nicht möglich.

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Die wichtigsten Begriffe in der Architekturzeichnung

Stattdessen sind mehrere Zeichnungen notwendig, die erst im Zusammenspiel alle Aspekte aufzeigen.

Welche Zeichnungen das sind, erklären wir in dieser Übersicht mit den wichtigsten Begriffen in der Architekturzeichnung:

Der Grundriss

Angenommen, ein Haus wäre ein massiver Block, der mit einem Messer zerschnitten wird. Ein Grundriss bildet dieses Haus ab, indem er eine Projektion der Grundfläche so darstellt, als wäre das Haus bei ungefähr einem Drittel der Raumhöhe waagerecht durchgeschnitten worden. Durch den Grundriss wird es also möglich, gewissermaßen von oben in den massiven Block hineinzuschauen.

Ein Architekt erstellt Grundrisse von jedem Geschoss eines Gebäudes. Die Schnittstellen sind jeweils durch fette Linien gekennzeichnet. Die Blickrichtung geht immer auf den Boden.

Dadurch werden Bereiche unterhalb des Schnitts wie Wände, Fußböden, Treppen, Fenster und Türöffnungen sichtbar. Die Bereiche oberhalb des Schnitts hingegen werden nicht dargestellt.

Für das Bauamt werden Grundrisse im Maßstab 1:100 erstellt. Die Handwerker bekommen die Grundrisse später im Maßstab 1:50. Oft geben Grundrisse auch die Flächenberechnungen an.

Neben Grundrissen, die den inneren Aufbau des jeweiligen Gebäudegeschosses darstellen, gibt es auch spezielle Grundrisse. Sie zeigen bestimmte Konstruktionselemente wie zum Beispiel Sanitär- oder Elektrosysteme.

Der Aufriss

Der Aufriss wird auch als Ansicht bezeichnet und zeigt die senkrechte Struktur des Gebäudes. Er stellt die Fassade dar, die zu sehen ist, wenn jemand vor dem Haus steht und frontal darauf schaut. Der Architekt zeichnet Aufrisse von allen vier Gebäudeseiten.

Möglich ist außerdem, einen Aufriss von einem Innenraum anzufertigen. In diesem Fall wird aber von einem Schnitt gesprochen. Denn ähnlich wie beim Grundriss muss das Gebäude gedanklich zerschnitten werden, damit sein Inneres sichtbar wird.

Der Schnitt

Schnitte durch ein Gebäude sind im Grundriss durch eine Strich-Punkt-Linie markiert. Ein kleiner Pfeil zeigt die Blickrichtung an. Die Bereiche einer Wand, die geschnitten werden, kennzeichnen wie im Grundriss fette Linien.

Die Architekturzeichnung bildet alles ab, was sich hinter dem Schnitt befindet, bis der Blick zum Beispiel auf eine Wand trifft. Ein Schnitt stellt damit den vertikalen Aufbau von Innenräumen dar.

Geht der Schnitt durch die lange Seite des Gebäudes, handelt es sich um einen sogenannten Längsschnitt. Von einem Querschnitt hingegen wird gesprochen, wenn der Schnitt durch die schmalere Seite geht.

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Schnittzeichnungen sind vor allem dann wichtig, wenn komplexe Elemente wie zum Beispiel eine aufwändige Treppe oder eine große Fensterfront zum Einsatz kommen.

Der Geländeschnitt

Meist stellt eine Architekturzeichnung auch den Baugrund dar. Auf diese Weise kann der Architekt verdeutlichen, wie die Fundamente gebaut werden sollen. Stellt der Baugrund besondere Ansprüche an die Bauarbeiten, kann der Architekt einen gesonderten Geländeschnitt zeichnen.

Dazu erweitert der Architekt den Aufriss durch einen Schnitt durch das Erdreich und stellt dar, wie das Gebäude darin verankert ist.

Der Lageplan

Der Lageplan ist eine Art Luftaufnahme des Gebäudes und des Grundstücks, das es umgibt. Er kann auch benachbarte Gebäude und Infrastrukturen wie Wege und Straßen abbilden.

Durch den Lageplan wird deutlich, wie ein Gebäude bezogen auf die Grundstücksgrenzen positioniert ist. Außerdem kann der Architekt Elemente der Außengestaltung wie zum Beispiel Terrassen, die Einfahrt oder die Begrünung darstellen.

Die orthogonale Axonometrie und die Explosionszeichnung

Die orthogonale Axonometrie wird auch als Militärperspektive bezeichnet und ist im Prinzip eine Grundrisszeichnung mit 3D-Effekt. Dabei dreht der Architekt den Grundriss um 45 Grad und verlängert seine Linien in der Höhe der einzelnen Elemente senkrecht nach oben.

Dadurch kann der Architekt die räumliche Ausdehnung in Höhe und Breite seines Entwurfs simulieren.

Auch eine Explosionszeichnung ist in aller Regel eine Axonometrie. Sie zeigt die einzelnen Elemente eines Hauses einzeln und räumlich versetzt. Auf diese Weise wird es einfacher, die konstruktiven Zusammenhänge nachzuvollziehen.

Die Explosionszeichnung ist übrigens nicht nur in der Architekturzeichnung Zuhause. Sie wird auch verwendet, um zum Beispiel Motoren oder technisch anspruchsvolle Objekte zu erläutern.

Die Perspektive

Heutzutage ersetzen meistens 3D-Renderings die perspektivische Zeichnung. Sie machen es möglich, durch Texturen und die Simulation von Sonnenlicht fotorealistische Bilder eines Raumes oder des ganzen Gebäudes zu erstellen.

Die besondere Ästhetik einer Handzeichnung sollte aber nicht unterschätzt werden. Eine perspektivische Zeichnung erzeugt die Illusion von räumlicher Tiefe auf einer zweidimensionalen Fläche.

Dazu nutzt sie Fluchtpunkte, auf die alle Linien des Raumes zulaufen. Bei der Zentralperspektive ist das nur ein einziger Fluchtpunkt, bei anderen Darstellungsformen gibt zwei oder mehr Fluchtpunkte.

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Thorsten Laumann - technischer Zeichner, Marie Koschinski, - Grafikdesign, David Naue, -Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, Ferya Gülcan, Künstler Koozal Galerie ,Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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