Tipps und Tricks zum Zeichnen von Köpfen

Skizzen, Zeichnungen und Gemälde begleiten den Menschen schon seit vielen tausend Jahren. Auch wenn sich die Stile und die Mittel dabei immer wieder verändert haben und wir heute nicht mehr wie beispielsweise unsere Uhrahnen farbige Erde verwenden, um Höhlenwände damit zu verzieren, so sind einige grundlegende Dinge doch gleich geblieben.

So gilt nach wie vor die Grundregel, dass es beim Zeichnen, beim Malen und in der Kunst im Allgemeinen letztlich kein Richtig oder Falsch gibt.

Natürlich sollten die Proportionen stimmen oder Lichter und Schatten richtig gesetzt werden, grundsätzlich bleibt es jedoch dem Künstler und seinem Stil überlassen, wie er seine Skizzen und Zeichnungen gestaltet.

Die zweite Grundregel lautet, dass Übung den Meister macht, denn nur die wenigsten Zeichner und Maler sind wahre Naturtalente. Das bedeutet, viele Dinge, die am Anfang schwerfallen, gehen im Laufe der Zeit immer leichter von der Hand und sicherlich dauert es eine Weile, bis der Zeichner oder Maler einen Stil entwickelt hat, der eindeutig seine Handschrift trägt.

Zu den sehr beliebten Motiven für Zeichnungen gehören Menschen, im Ganzen oder nur als Portrait. Meist liegt das Augenmerk bei einer solchen Zeichnung dann auf den Augen, der Nase, dem Mund und den Ohren. Selbst wenn diese Bildteile richtig und detailliert gezeichnet sind, wirkt die Zeichnung vor allem bei Anfängern oft irgendwie nicht stimmig, was daran liegt, dass die Kopfform nicht zum Rest passt.

So zeichnen Kinder beispielsweise Köpfe meist rund, Erwachsene neigen dazu, Köpfe zu langgezogen, mit einer zu hohen Stirn oder mit einem zu spitzen Kinn zu zeichnen. Allerdings ist es so, dass die Kopfform vorgibt, wie groß die Bestandteile des Gesichtes ausfallen und wo diese platziert werden sollten.

Hier daher die wichtigsten Tipps und Tricks zum Zeichnen von Köpfen in der Übersicht: 

Grundlegende Tipps

Bevor es mit dem eigentlichen Zeichnen von Köpfen losgeht, erst noch einige grundsätzliche Tipps. Um zu zeichnen, reicht es vor allem am Anfang aus, sich lediglich einen Zeichenblock, einen Radiergummi und einen Bleistift zu besorgen. Es ist nicht notwendig, mit einer Vielzahl unterschiedlicher Profi-Zeichenstifte zu arbeiten.

Welcher Bleistift als Zeichenstift am besten geeignet ist, hängt vom Zeichner selbst ab. Er muss einen Stift auswählen, der ihm gut in der Hand liegt.

Zudem sollte der Bleistift helle Linien hinterlassen, wenn er nur leicht über das Papier geführt wird, und dickere, dunkle Linien, wenn mit größerem Druck gezeichnet wird. Beim Zeichnen gilt es, alle Objekte als Linien zu sehen. Das bedeutet, eine Zeichnung besteht aus vielen einzelnen Linien, die sich zu einem Bildbestandteil zusammensetzen. Es werden also grundsätzlich keine ganzen Objekte gezeichnet, sondern immer nur Linien, aus denen dann das Objekt entsteht.

Dabei ist es nicht nur hilfreich, sondern durchaus üblich, mit Hilfslinien zu arbeiten, die später dann wegradiert oder verwischt werden können. Die Art, wie das Licht auf das Zeichenobjekt fällt, bestimmt darüber, welche Form und welche Textur das Objekt aufweist.

Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto unschärfer sind seine Konturen und je mehr Schatten auf das Objekt fällt, desto dunkler sieht es aus. Anders als beim Malen werden beim Zeichnen prinzipiell immer nur die Schatten gezeichnet, indem die Flächen mit vielen kleinen Linien dargestellt werden. Lichter werden nicht gezeichnet, denn diese entstehen automatisch durch das weiße Papier. 

Einen Kopf von vorne zeichnen   

Ein Kopf von vorne gesehen hat eine eiförmige Form. Zuerst wird also ein Ei gezeichnet, das den Kopf darstellt. Durch dieses Ei verläuft eine senkrechte Mittellinie, die das Ei und damit das Gesicht in zwei gleichgroße Hälften teilt.

Rechts und links von dieser Mittellinie werden dann die einzelnen Bestandteile des Gesichts symmetrisch angeordnet. Waagerechte Hilfslinien geben die Positionen der Gesichtsteile vor. Eine waagrechte Linie teilt den Kopf dabei in fünf gleichgroße Abschnitte. Die beiden äußeren Abschnitte legen den Abstand der Augen zu den Seiten hin fest, die beiden daneben liegenden Abschnitte entsprechen der Größe der Augen und der mittlere Abstand ist der Abstand zwischen den Augen. Von hier aus können zwei senkrechte Hilfslinien gezeichnet werden, die die Breite der Nasenwurzel festlegen, die einer Augenlänge entspricht. Der Mund ist so breit wie zwei Augenlängen.

Die Ohren beginnen in Höhe der Augen und enden auf der gleichen Linie wie die Nase.  Die Schatten auf einem Kopf in der Vorderansicht entsprechen den Schatten auf einem Ei.

Das bedeutet, es gibt insgesamt vier unterschiedliche Töne, die ineinander übergehen und immer aus Licht, Halbton, Schatten und reflektiertem Licht bestehen. Bei einem Lichteinfall von links verlaufen die Töne von links nach rechts, die Schatten liegen also in der rechten Gesichtshälfte. Bei einem Lichteinfall von rechts ist es entsprechend andersherum.  

Einen Kopf von der Seite zeichnen

Ein Kopf in der Seitenansicht besteht aus zwei Eiern, die ineinandergeschoben sind. Ein Ei verlauft dabei senkrecht, das andere Ei waagerecht und beide Eiformen sind leicht geneigt.

Die Abstufung der Töne fällt hier genauso aus wie bei einem Kopf in der Frontansicht. Auf den großen Flächen sowie auf dem Schädel, der Wange und dem Kiefer gehen die Töne von Licht, über Halbtöne und Schatten in reflektiertes Licht über.   

Einen Kopf im Halbprofil zeichnen

Im Halbprofil ist der Kopf so gedreht, dass er sich in der Mitte zwischen der Vorder- und der Seitenansicht befindet.

Hier wird der Kopf ebenfalls aus zwei Eiern gezeichnet, die ineinander gesteckt sind. Das senkrechte Ei ist dabei deutlich zu sehen, das waagrechte Ei nur noch etwa zur Hälfte.

Die Abfolge der Töne besteht auch hier aus Licht, Halbton, Schatten und reflektiertem Licht, wobei dies am deutlichsten auf der Schattenseite des Gesichts sowie auf Kiefer und Kinn zu sehen ist. Durch die Nase entstehen Schatten auf der Oberlippe, dem Ohrläppchen und dem Hals. 

Einen nach vorne geneigten Kopf zeichnen  

Ist der Kopf nach vorne geneigt, bleiben die beiden Eiformen ebenfalls erhalten. Die Hilfslinien verlaufen nun aber nicht mehr gerade, sondern sind entsprechend der Neigung gebogen. Die Tonabfolge ändert sich nicht.

Dabei fällt die Abfolge der Schattierungen am deutlichsten auf der Stirn, der Wange und dem Kiefer sowie auf der Nase und in den Augenhöhlen aus.

Hier mal eine Videoanleitung zum Zeichnen von Köpfen und Gesichtern:

Weiterführende Anleitungen für Skizzen und Zeichnungen:

Anleitung – Zeichnen von Mund und Lippen
Anleitung – selbstgemachte Kreide zum Zeichnen
Anleitung zum räumlichen Zeichnen
Grundanleitung – Kolorieren mit Buntstiften
Anleitung für Schraffuren beim Zeichnen
Bildträger für Zeichnungen und Skizzen

 

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