Anleitung: Ballontexte zeichnen

Anleitung: Ballontexte zeichnen

Ballontexte, die manchmal auch als Blasen oder Bubble Texte bezeichnet werden, eignen sich prima für großformatige Bilder. Aber auch als Logo oder als originelle Überschrift machen sie sich sehr gut. Und obwohl die Schriftzüge mitunter richtig kunstvoll aussehen, sind sie eigentlich gar nicht so schwer zu zeichnen.

Anleitung Ballontexte zeichnen

In dieser Anleitung erklären wir, wie der Zeichner in sechs Schritten Ballontexte zeichnen kann. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Schritt 1: Das Grundgerüst für den Ballontext zeichnen

Zunächst einmal überlegt sich der Zeichner, was er als Ballontext zeichnen will. Das kann ein einzelner Buchstabe, ein Wort oder auch ein ganzer Schriftzug sein. Bei den ersten Versuchen ist es aber natürlich ratsam, mit Buchstaben oder kürzeren Wörtern anzufangen. Hat der Zeichner mehr Übung, kann er sich immer noch an aufwändigere Projekte wagen.

Seinen Text schreibt der Zeichner mit Bleistift auf ein Blatt Papier. Dabei kann er es ruhig bei ganz einfachen Druckbuchstaben belassen.

Der Text ist nur das Grundgerüst und wird später ohnehin nicht mehr zu sehen sein. Wichtig ist lediglich, dass die Abstände zwischen den einzelnen Buchstaben nicht zu groß sind. Denn die ballonartigen Buchstaben sollten sich später stellenweise überlappen.

Schritt 2: Die Buchstaben mit Blasen umhüllen

Als nächstes bekommen die Buchstaben ihre ballonartige Form. Dafür zeichnet der Zeichner Ovale über die einzelnen Striche. Jeder Strich bekommt sein eigenes Oval, das je nach Buchstabenteil senkrecht, waagerecht oder diagonal verläuft. Ob der Zeichner die Ovale eher schmal hält oder dickere, runde Blasen gestaltet, kann er selbst entscheiden.

Buchstaben mit geraden Strichen wie beispielsweise das I, das E oder das T lassen sehr einfach in ovale Blasen einpacken. Denn hier muss der Zeichner nur senkrechte und waagerechte Ovale zeichnen. Etwas schwieriger ist es bei Buchstaben mit geschwungenen Linien wie etwa dem S.

Hier muss der Zeichner ein paar Blasen mehr zeichnen, um die Rundung zu umhüllen. Wie viele Ovale es am Ende werden, bleibt dem Zeichner überlassen. Generell ist es für die Optik aber besser, wenn es eher weniger Blasen sind.

Auch die Ovale sind nur Hilfslinien. Deshalb verwendet der Zeichner dafür wieder den Bleistift.

Schritt 3: Die Konturen zeichnen

Jetzt sind die Umrisse des Ballontextes an der Reihe. Gleichzeitig kann nun zum ersten Mal ein Filzstift, ein Marker oder ein anderer dauerhafter Stift zum Einsatz kommen. Denn die Konturen bleiben stehen. Soll es bei einer Bleistiftzeichnung bleiben, arbeitet der Zeichner natürlich mit seinem Bleistift weiter.

Als Umrisse zieht der Zeichner jeweils die Außenlinien der Ovale nach. Bei dieser Gelegenheit kann er auch gleich entscheiden, welche Buchstaben im Vordergrund stehen und welche Buchstaben dahinter angeordnet sein sollen. Dabei gilt: Die Buchstaben, bei denen der Zeichner die Umrisse zuerst zeichnet, erscheinen vorne.

Am Anfang ist es ganz gut, wenn der Zeichner einen Buchstaben nach dem anderen nachzieht. Dabei zieht er die Konturen von einem Buchstaben immer nur so weit, bis er auf die Außenlinie vom benachbarten Buchstaben trifft. Dadurch ordnen sich die Buchstaben automatisch an.

Sind die Umrisse fertig, kann der Zeichner die Konturen hier und da noch etwas ausarbeiten. Anschließend kann er die Hilfslinien wegradieren. Denn sie werden jetzt nicht mehr benötigt.

Schritt 4: Lichter setzen

Damit der Ballontext dreidimensional wirkt, braucht er Glanzpunkte. Solche Glanzpunkte entstehen, wenn der Text von einer fiktiven Lichtquelle angeleuchtet wird.

Auch die Lichter bestehen aus kleinen Ovalen. In Bildern befindet sich die gedachte Lichtquelle oft links oben. Die Glanzpunkte sitzen in diesem Fall deshalb ebenfalls links oben auf den Buchstaben. Dabei haben einige Buchstaben auch mehrere Glanzpunkte. Nämlich dann, wenn sie wie beispielsweise ein E oder ein S mehrere Stellen haben, auf die das Licht fällt.

Schritt 5: Schatten einzeichnen

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Und bei einem Ballontext gehören Schatten unbedingt dazu. Bevor der Zeichner mit den Schatten beginnt, sollte er sich aber überlegen, welche Farbe die Buchstaben haben sollen. Bei einer Bleistiftzeichnung entstehen die Schatten mit dem Bleistift. Werden die Buchstaben später eingefärbt, nimmt der Zeichner für die Schatten einen dunkleren Farbton der geplanten Farbe.

Der sogenannte Körperschatten taucht auf den Seiten der Buchstaben auf, die von der Lichtquelle abgewandt sind. Da sich die Lichtquelle in unserem Fall links oben befindet, entsteht der Schatten rechts unten. Die Körperschatten zeichnet der Zeichner also bei seinen Buchstaben auf der rechten Seite ein.

Neben den Körperschatten gibt es noch den sogenannten Schlagschatten. Das ist der Schatten, der von einem Buchstaben im Vordergrund auf den Buchstaben fällt, der hinter ihm steht.

Schritt 6: Die Buchstaben ausmalen

Zum Schluss kann der Zeichner seinen Ballontext noch ausmalen. Mit dem Bleistift kann er dazu mit Schraffuren arbeiten. Aber auch Buntstifte, Pastellkreide, Wachsmalstifte oder Wasserfarben führen zu tollen Ergebnissen. Sie ermöglichen auch Farbverläufe. Genauso ist natürlich möglich, es einfach nur bei den Schatten zu belassen und die Buchstaben nicht weiter auszufüllen.

Damit ist der Ballontext fertig! Doch damit es nicht nur bei grauer Theorie bleibt, hier die Anleitung noch einmal im Bild:

[Ballontext]

Ballontext

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Redakteure

Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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