Anleitung zum räumlichen Zeichnen

Das räumliche Zeichnen findet vor allem beim technischen Zeichnen und dem Anfertigen von architektonischen Zeichnungen Anwendung.

Genauso reizvoll kann es jedoch sein, auch künstlerische Zeichnungen und Skizzen räumlich zu strukturieren. Insgesamt ist es weniger schwierig, räumlich zu zeichnen, als vielfach gedacht, allerdings setzt das räumliche Zeichnen ein gewisses Grundwissen voraus.

Hier eine Anleitung zum räumlichen Zeichnen: 

•        Zunächst ist wichtig, richtig sehen zu lernen.

Während ein normaler Betrachter ein Objekt als Ganzes sieht, besteht dieses Objekt für einen Zeichner lediglich aus einzelnen Linien. Das bedeutet, um ein Objekt räumlich zeichnen zu können, muss der Zeichner lernen, das Objekt in einfache Linien und Grundformen zu zerlegen.

Dabei kommen beim Zeichnen Kreise, Ovale, Dreiecke und Vierecke als Grundformen zum Einsatz.

Diese Grundformen werden dann in dreidimensionale und damit räumliche Formen umgewandelt.

Aus Kreisen werden dabei Kugeln, aus Dreiecken Pyramiden und aus Vierecken Würfel oder Zylinder.

Ein Baum würde im Fall einer räumlichen Zeichnung somit aus einem Zylinder als Stamm und einer Kugel als Baumkrone bestehen, ein Stuhl würde durch einen Würfel und ein daraufgesetztes Viereck räumlich gezeichnet werden.

•        Eine andere Methode, um Objekte räumlich wirken zu lassen, besteht darin, einzelne Linien zu verschieben.

Wird beispielsweise ein Viereck gezeichnet, in dessen Mitte ein zweites, kleines Viereck eingezeichnet und die Ecken der beiden Vierecke jeweils mit Linien verbunden, entsteht eine flache Zeichnung.

Wird diese Zeichnung nun ein zweites Mal angefertigt, das kleine, innen liegende Viereck jedoch aus der Mitte heraus an eine andere Stelle versetzt und werden die verbindenden Linien entsprechend verschoben, entsteht eine Zeichnung mit einer völlig anderen, dieses Mal räumlichen Wirkung.

Diese Methode kommt auch bei Landschaftszeichnungen zum Einsatz, wobei hier die Horizontlinie die Linie ist, die die Tiefenwirkung des Bildes maßgeblich beeinflusst.

Weitere Faktoren, die für die räumliche Wirkung von Zeichnungen ausschlaggebend sind, sind die jeweiligen Entfernungen zu den Objekten sowie deren Anordnung. 

Kompakt zusammengefasst gibt es folgende Möglichkeiten, um eine Zeichnung räumlich zu strukturieren:

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Der Bildhintergrund kann dunkler gestaltet werden und bildet damit eine Kontrastfläche.

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Einzelne Teile der Objekte können sich überschneiden, wobei die Objekte, die im Vordergrund sind, größer und schärfer gezeichnet werden. Je weiter Objekte entfernt sind, desto kleiner werden sie und desto unschärfer werden ihre Konturen.

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Die Teile eines Objektes, die am weitesten im Vordergrund sind, befinden sich meist im unteren Bereich.  

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Durch Verschiebungen der Horizontlinie ergeben sich unterschiedliche Tiefenwirkungen. Zudem können ein oder mehrere Fluchtpunkte in die Zeichnung integriert werden. Ein Fluchtpunkt befindet sich im hinteren Bereich der Zeichnung und alle Linien, die aus dem Bildvordergrund in die Tiefe gehen, führen zu dem Fluchtpunkt hin.

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Durch Schatten kann die Tiefenwirkung verstärkt und die Form der Objekte betont werden.

Hier mal eine Video-Anleitung für räumliche Perspektiven:

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Thema: Grundwissen und Anleitung zum räumlichen Zeichnen 

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