Von der Grobskizze zum fertigen Bild: die Zeichenschritte im Überblick

Von der Grobskizze zum fertigen Bild: die Zeichenschritte im Überblick

Von der ersten Idee bis zum fertigen Bild durchläuft eine Zeichnung mehrere Schritte. Dabei sind die einzelnen Zeichenschritte natürlich nicht in Stein gemeißelt. Je nachdem, welches Motiv und welchen Stil der Zeichner wählt, kann er den einen oder anderen Schritt problemlos weglassen. Genauso wird ein erfahrener Zeichner anders an eine Zeichnung herangehen als ein Anfänger.

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Von der Grobskizze zum fertigen Bild die Zeichenschritte im Überblick

Doch gerade zu Beginn ist es oft hilfreich, eine Übersicht zu haben, die Orientierung bietet. Wir stellen deshalb die einzelnen Zeichenschritte im Überblick vor!:

Schritt 1: die Grobskizze

Die Grobskizze ist im Prinzip ein erster schneller, grober Entwurf. Meist nutzt ein Zeichner sie, um eine Szene, eine Perspektive oder eine Körperposition zu skizzieren. Dazu zeichnet er sein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln und wählt dann den Entwurf aus, der sich für seine geplante Zeichnung am besten eignet.

Soll die Zeichnung eine Szene darstellen, in der verschiedene Charaktere oder Objekte vorhanden sind, kann der Zeichner mehrere kleine Grobskizzen anfertigen, um auf diese Weise die optimalen Positionen für die einzelnen Bildelemente zu ermitteln.

Dabei genügen für die Grobskizze aber wenige Linien und einfache Grundformen. Letztlich geht es bei der Grobskizze lediglich darum, die Bildidee in groben Zügen festzuhalten. Deshalb kann es auch nur bei den Konturen bleiben.

Üblicherweise erstellt der Zeichner die Grobskizze für seine Zeichnung mit dem Bleistift. Auch der Radiergummi ist im Einsatz. Grundsätzlich kann der Entwurf aber mit jedem Zeichenwerkzeug angefertigt werden, das gerade zur Hand ist.

Schritt 2: die Feinskizze

Die Feinskizze kann auf der Grobskizze aufbauen. Unbedingt notwendig ist das aber nicht. Vor allem geübte Zeichner lassen die Grobskizze oft aus, weil sie den ersten Entwurf nicht brauchen, um ihre Bildidee zu entwerfen.

Stattdessen können sie direkt mit einer detaillierteren Skizze beginnen. Außerdem kann der Zeichner seine Grobskizze natürlich verwerfen, wenn er die Zeichnung doch anders beginnen möchte.

Grundsätzlich dient die Feinskizze aber dazu, die Zeichnung im Detail zu entwerfen. Dafür arbeitet der Zeichner die Formen und Linien der Grobskizze präziser aus, fügt Feinheiten hinzu und testet erste Schattierungen. Wie genau er die Bildelemente ausarbeitet, bleibt seinem Geschmack überlassen.

Wie schon bei der Grobskizze wird der Zeichner auch bei der Feinskizze überwiegend mit dem Bleistift arbeiten und bei Bedarf zum Radiergummi greifen.

Schritt 3: die Detailzeichnung

Mit der Detailzeichnung verwandelt sich die Feinskizze zum echten Bild. Dabei gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten, wie der Zeichner vorgehen kann. Für eine klassische Bleistiftzeichnung kann er Bleistifte in verschiedenen Härtegraden verwenden, um dickere und dünnere sowie hellere und dunklere Linien zu ziehen.

Mit den Bleistiften kann er die kleinen Details und filigranen Bildelemente ausarbeiten, Lichter und Schatten setzen und Flächen schattieren. Für weiche Übergänge kann er die Linien verwischen.

Eine andere Möglichkeit ist, mit Kohle oder Tusche zu zeichnen. Allerdings erfordert das mehr Übung und Korrekturen sind kaum möglich. Für den Anfang ist der Zeichner deshalb mit dem Bleistift besser beraten.

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Daneben kann der Zeichner seine Feinskizze mit Finelinern in unterschiedlichen Stärken nachzeichnen und ausarbeiten. Diese Methode wird vor allem im Bereich der Comics und Mangas eingesetzt.

Schritt 4: die Kolorierung

Eine klassische Bleistiftzeichnung ist mit der Detailzeichnung eigentlich fertig. Aber der Zeichner kann sein Bild natürlich noch kolorieren. Dazu färbt der Zeichner die Detailzeichnung wie gewünscht ein. Möchte er üben oder verschiedene Ideen ausprobieren, bietet es sich an, die Detailzeichnung zu kopieren.

Dadurch hat er mehrere Exemplare und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Die Kopien sollte er aber in einem Copyshop anfertigen oder einen Laserdrucker verwenden. Bei Ausdrucken aus dem Tintenstrahldrucker könnte die Zeichnung verschmieren, wenn der Zeichner flüssige Farben benutzt.

Für die Kolorierung kann der Zeichner aus dem Vollen schöpfen. So kann er zum Beispiel Buntstifte, Filzstifte, farbige Tinten oder Marker verwenden. Aber auch Aquarell- und Wasserfarben sorgen für tolle Effekte.

Schritt 5: die Digitalisierung

Das digitale Zeitalter hat längst auch die Kunst erreicht. Dabei kann der Zeichner sein fertiges Bild abfotografieren oder einscannen, um es auf diese Weise zu speichern, als Bilddatei zu verschicken oder online zu präsentieren.

Eine andere Form ist das digitale Zeichnen. Dazu scannt der Zeichner seine Skizze ebenfalls ein. Anschließend kann er sie digital ausarbeiten, Linien und Formen hinzufügen oder entfernen oder das Motiv kolorieren.

Außerdem kann der Zeichner mit verschiedenen Stilen experimentieren, indem er unterschiedliche Filter nutzt. Interessante Effekte können sich außerdem ergeben, wenn der Zeichner sein Bild dreht, verzerrt, spiegelt oder das Negativ verwendet. Ein Zeichentablet und ein gutes Bildbearbeitungsprogramm sind dafür die richtigen Werkzeuge.

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Thorsten Laumann - technischer Zeichner, Marie Koschinski, - Grafikdesign, David Naue, -Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, Ferya Gülcan, Künstler Koozal Galerie ,Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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