Techniken und Tipps fürs Handlettering, Teil 2

Techniken und Tipps fürs Handlettering, Teil 2

Das Handlettering verbindet das Schreiben mit dem Zeichnen und dem Malen. Es ermöglicht, dekorative Schriftzüge zu gestalten, die für sich alleine stehen oder Bildelemente innerhalb eines Motivs sein können. Für alle, die das Handlettering einmal ausprobieren möchten, haben wir einen zweiteiligen Ratgeber erstellt.

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Techniken und Tipps fürs Handlettering, Teil 2

Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was Handlettering genau ist, was dafür benötigt wird und welche Techniken es gibt.

Jetzt, in Teil 2, geben wir Tipps, damit das Handlettering gelingt:

  1. Mit Hilfslinien arbeiten

Für schöne Ergebnisse sollten alle Buchstaben einer Schriftart möglichst gleichmäßig gestaltet sein. Der Zeichner sollte sie dazu nicht nur auf dieselbe Art schreiben, sondern auch auf eine einheitliche Größe und einen identischen Neigungsgrad achten.

Das gelingt am einfachsten, wenn er auf Hilfslinien zurückgreift. Zeichnet er die Linien dünn mit Bleistift ein, kann er sie später wieder ausradieren.

Bei den ersten Versuchen sind sechs Hilfslinien empfehlenswert. Später kann der Zeichner dann zunehmend mehr Hilfslinien weglassen.

  1. Die Basislinie ist die Linie, an der sich alle weiteren Hilfslinien ausrichten. Sie ist die Linie, die auf liniertem Papier vorhanden ist und auf der alle Buchstaben sitzen.
  2. Die Oberlinie verläuft über der Basislinie und markiert die Grenze für aufsteigende Buchstaben wie das h oder das t.
  3. Großbuchstaben überragen aufsteigende Buchstaben oft ein wenig. Deshalb kann der Zeichner knapp über der Oberlinie eine spezielle Oberlinie als Begrenzung für Großbuchstaben ziehen.
  4. Die x-Linie liegt zwischen der Basis- und der Oberlinie. Sie definiert die Höhe von Kleinbuchstaben. Der Name kommt daher, dass sich die Linie an einem kleingeschriebenen x orientiert. In den meisten Fällen verläuft die x-Linie genau mittig zwischen der Basis- und der Oberlinie. Je nach Schriftart und gewünschtem Effekt kann der Zeichner die Linie aber natürlich auch versetzen.
  5. Durch die Neigungslinie bestimmt der Zeichner, wie schräg seine Buchstaben auf den Linien sitzen.
  6. Die Unterlinie begrenzt absteigende Buchstaben wie das g oder das j. Dabei sollte der Abstand zur Basislinie in etwa genauso groß sein wie der Abstand zwischen der Basislinie und der Oberlinie.
  1. Mit einer Schriftart beginnen

Auch beim Handlettering macht Übung den Meister. Anfangs werden die Ergebnisse vielleicht noch nicht ganz den Vorstellungen entsprechen. Doch mit der Zeit fällt die Gestaltung leichter und ein eigener Stil bildet sich heraus.

Ratsam ist aber, mit einer Schriftart zu starten. Der Zeichner sollte also zunächst die Buchstaben und Zahlen in dieser einen Schriftart üben.

Ist er mit den Ergebnissen zufrieden und fühlt er sich in der Ausführung sicher, kann er sein Repertoire nach und nach um weitere Schriftstile erweitern.

Um Abwechslung in die Optik zu bringen, kann er mit unterschiedlichen Stiften und verschiedenen Farben arbeiten. Von Anfang an verschiedene Stile zu mischen, ist deshalb keine gute Idee, weil es dadurch schwieriger wird, ein harmonisches Gesamtbild zu kreieren.

  1. Sich inspirieren lassen

Um sich Ideen zu holen und Stile abzuschauen, kann und sollte sich der Zeichner von anderen Arbeiten inspirieren lassen. Im Internet finden sich unzählige Bilder mit verschiedensten Schriftarten.

Auch Werbeschriften, Schriftzüge auf Alltagsgegenständen und Graffiti können tolle Anregungen liefern.

Selbstverständlich kann der Zeichner auch ganz eigene Schriften entwickeln, indem er zum Beispiel frei Hand Linien zieht, gedankenverloren kritzelt oder Elemente aus seinen Zeichnungen zu Buchstaben ausarbeitet.

Anders als bei der Kalligrafie steht beim Handlettering das Malen und Zeichnen klar im Vordergrund. Deshalb sollte der Zeichner seiner Kreativität freien Lauf lassen.

  1. Einfach ausprobieren und experimentieren

So mancher Zeichner traut sich nicht so richtig ans Handlettering heran, weil er seine Handschrift für nicht ästhetisch genug hält. Aber das Handlettering hat kaum etwas mit der eigenen Handschrift zu tun.

So wie der Zeichner lernen kann, verschiedene Motive und Bildelemente zu zeichnen, kann er sich auch unterschiedliche Schriftarten und Schreibstile aneignen.

Dazu kann er mit den Hilfslinien arbeiten und die Striche, Bögen und Punkte der Buchstaben und Zahlen wie beim Zeichnen in und zwischen die Hilfslinien setzen.

Natürlich kann es sein, dass die Schriften anfangs nicht ganz gleichmäßig oder krakelig aussehen. Doch das ist normal und gehört zum Lernprozess dazu. Wichtig ist einfach, am Ball zu bleiben und sich auf Experimente einzulassen.

Je unbeschwerter der Zeichner an die Sache herangeht und je freier er ausprobiert, desto individueller werden seine Ergebnisse.

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Außerdem entwickelt er mit der Zeit ein Gespür dafür, welche Schriftarten besonders gut zu welchen Begriffen und Texten passen. Romantische Botschaften zum Beispiel kommen mit weichen, runden oder verschnörkelten Schriften gut zur Geltung, während eckige, geradlinige und kantige Schriften Warnungen oder Befehle hervorheben können.

Aber auch hier ist es letztlich natürlich dem eigenen Geschmack überlassen, wie der Zeichner was gestaltet.

  1. Verzierungen einsetzen

Da es beim Handlettering hauptsächlich ums Malen und Zeichnen geht und die Schriftzüge letztlich nur das Bildmotiv darstellen, kann der Zeichner seine Zeichenkenntnisse voll einbringen.

Dazu kann er die Schriften zum Beispiel mit Schnörkeln verzieren, um Ornamente erweitern oder mit kleinen Zeichnungen ergänzen.

Er kann mit verschiedenen Schattierungen arbeiten oder die Buchstaben mit Mustern ausfüllen und auf diese Weise besondere Effekte erzeugen.

Unterschiedliche Farben können dem Gesamtbild ebenfalls Dynamik verleihen. Außerdem kann der Zeichner mit den Hintergründen spielen. So kann er zum Beispiel kleine, zarte Farbfelder mit Aquarellfarben aufs Papier bringen und nach dem Trocknen darauf seinen Schriftzug samt gezeichneten Elementen positionieren.

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Thorsten Laumann - technischer Zeichner, Marie Koschinski, - Grafikdesign, David Naue, -Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, Ferya Gülcan, Künstler Koozal Galerie ,Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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