Anleitung: Ellipsen zeichnen

Anleitung: Ellipsen zeichnen

Beim Zeichnen sind es oft die einfachen Grundelemente, die die größten Schwierigkeiten bereiten. Der Grund hierfür ist, dass der Betrachter sofort bemerkt, wenn ihm bekannte Formen unregelmäßig gezeichnet sind.

Ein Quadrat mit unterschiedlich langen Kanten, ein Rechteck mit einer schiefen Seite oder ein Kreis, der nicht absolut rund ist, fällt sofort auf und lässt die Zeichnung irgendwie falsch wirken. Dabei gibt es eine Grundform, die vielen Zeichenanfängern besonders große Schwierigkeiten bereitet: die Ellipse.

Nun kommt die Ellipse aber recht häufig in Zeichnungen vor, beispielsweise als Rad eines Fahrzeugs, als Oberseite einer Dose oder als Öffnung eines Gefäßes. Deshalb wird der Zeichner nicht darum herumkommen, sich mit Ellipsen auseinanderzusetzen.

Andererseits ist es gar nicht so schwer, eine akkurate Ellipse zu zeichnen. Jedenfalls dann nicht, wenn der Zeichner die Geometrie dieser Grundform verstanden hat.

 

Die folgende Anleitung erklärt, wie der Zeichner Ellipsen zeichnen kann:

 

Die Ellipse als Grundform

Die erste und wichtigste Info lautet: Eine Ellipse ist nichts anderes als ein Kreis, der perspektivisch gezerrt ist.

Eine Ellipse basiert also grundsätzlich auf den gleichen Regeln wie ein Kreis. Auch die Ellipse hat keine geraden Linien, sondern setzt sich aus Bögen zusammen. Außerdem kann die Ellipse in vier Segmente aufgeteilt werden und jedes dieser Teilstücke stimmt mit den drei anderen Segmenten überein.

Wenn also eine Ellipse gezeichnet, durch eine senkrechte Linie in zwei Hälften aufgeteilt und anschließend durch eine waagerechte Linie noch einmal unterteilt wird, entstehen vier identische Teilstücke. Dabei ist das Teilstück oben links das Spiegelbild des rechten oberen Teilstücks.

Das Teilstück oben rechts wiederum ist das Spiegelbild des darunterliegenden Teilstücks und dieses Segment spiegelt seinen linken Nachbarn.

[Grafik Ellipsen 1]

Ellipsen 1

 

Ellipsen zeichnen – so geht’s

Um sich die Grundform zu verdeutlichen und die Geometrie der einzelnen Segmente noch besser nachvollziehen zu können, bietet es sich an, eine Ellipse zu zeichnen, in vier Segmente aufzuteilen und mit einem Rechteck einzurahmen.

Ist der Zeichner Rechtshänder, sollte er sich nun zunächst mit dem oberen linken Segment beschäftigen. Um diesen Bogen zu ziehen, kann er dann nämlich die natürliche Bewegung seines Handgelenks nutzen. Ist der Zeichner Linkshänder, sollte er zunächst den Bogen des Segments rechts oben üben. Hat der Zeichner die bogenförmige Linie des ersten Segments mehrere Male gezeichnet und sind die Ergebnisse zufriedenstellend, ist bereits ein großer Schritt geschafft. Setzt der Zeichner nun nämlich vier solcher Bögen aneinander, kommt eine Ellipse heraus.

Für die Übungen ist es ratsam, mit leeren, viergeteilten Rechtecken zu arbeiten. Hier kann der Zeichner die einzelnen Segmente einzeichnen. Dabei kann er zunächst den Bogen des ersten Segments platzieren und sein Blatt dann um 90 Grad drehen. Anschließend zeichnet er wieder einen Bogen, diesmal aber in die andere Richtung, dreht das Blatt wieder weiter und so fort. Später kann der Zeichner dann dazu übergehen, die Bögen durchgehend zu zeichnen und das Blatt nicht mehr zu drehen.

[Grafik Ellipsen 2]

Ellipsen 2

Gerade am Anfang kann es durchaus sein, dass die eben gezeichnete Ellipse ungleichmäßig wirkt. Wenn der Zeichner nicht erkennen kann, wo der Fehler ist, kann er sein Blatt auf den Kopf drehen oder sich seine Zeichnung im Spiegel betrachten. Manchmal fällt so die Unstimmigkeit eher auf. Eine andere Möglichkeit ist, das Zeichenpapier so in der Mitte zusammenzufalten, dass die beiden Hälften der Ellipse aufeinanderliegen. Hat der Zeichner alles richtig gemacht, sind die beiden Hälften deckungsgleich. Passen die beiden Ellipsenhälften nicht aufeinander, kann der Zeichner den fehlerhaften Bogen korrigieren.

 

Ellipsen in unterschiedlichen Perspektiven

In Zeichnungen tauchen Ellipsen zwar manchmal in einer einfachen Form auf. Häufig sind sie jedoch senkrecht oder waagerecht gezerrt. Die Vorgehensweise beim Zeichnen von perspektivisch gezerrten Ellipsen bleibt aber grundsätzlich gleich. Auch hier kann sich der Zeichner also mit einem Rechteck behelfen, das er als Hilfskonstruktion nutzt und in das er seine Ellipse einzeichnet:

  • Ausgehend von seinem Fluchtpunkt, zeichnet der Zeichner zunächst ein Rechteck.
  • Das Rechteck unterteilt er anschließend in vier Felder. Dazu zieht er eine senkrechte und eine waagerechte Mittellinie. Um den Mittelpunkt des Rechtecks zu ermitteln, kann der Zeichner jeweils die beiden gegenüberliegenden Ecken miteinander verbinden. Dort, wo sich die beiden Hilfslinien kreuzen, befindet sich der Mittelpunkt des Rechtecks.

 

  • [Grafik Ellipsen 3]

Ellipsen 3

 

  • Nun zeichnet der Zeichner den ersten Bogen seiner Ellipse in das Rechteck. Je nachdem, ob der Zeichner Rechts- oder Linkshänder ist, beginnt er dabei mit dem oberen Bogen links oder rechts. Dieser erste Bogen sollte möglichst akkurat gezeichnet werden, denn er ist die Grundlage für die Ellipse. Die drei anderen Bögen sind letztlich nur Kopien des ersten Bogens. Beim Zeichnen des Bogens sollte der Zeichner übrigens nicht auf die Linie schauen, die er gerade zeichnet. Stattdessen sollte er seinen Blick auf den Endpunkt seines Bogens richten. So wird es ihm leichter fallen, einen schönen und gleichmäßigen Bogen zu zeichnen.

 

  • Nach und nach werden dann auch die anderen drei Bögen eingezeichnet. Je nachdem, wie geübt der Zeichner ist, kann er dazu seine Linien einfach fortsetzen oder das Blatt für jeden neuen Bogen um 90 Grad drehen.
  • Nach diesem Prinzip können Ellipsen in allen nur erdenklichen Perspektiven gezeichnet werden. Dazu muss lediglich die Ausrichtung des Hilfsrechtecks entsprechend verändert werden.

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