Grundanleitung fürs Lettering, 1. Teil

Grundanleitung fürs Lettering, 1. Teil

Beim Lettering werden keine Motive, sondern Buchstaben gezeichnet. Das erfordert zwar etwas Übung. Doch die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Dekorative Buchstaben, Lieblingswörter oder schöne Sprüche zieren Grußkarten oder hängen als Bilder an den Wänden: Das sogenannte Lettering ist seit einiger Zeit ein riesiger Trend. Dabei ist das Lettering eine moderne Variante der Kalligraphie.

Es geht also darum, schöne Schriften von Hand zu Papier zu bringen. Das Schönschreiben an sich ist natürlich nichts Neues. Vermutlich erinnert sich jeder noch an seine Schulzeit zurück, als er seitenlang einen Buchstaben üben musste, bis dieser Buchstabe endlich saß. Doch heutzutage ist es selten geworden, etwas von Hand zu schreiben. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum die dekorative Handschrift ein großes Comeback erlebt. Das Besondere am Lettering ist jedenfalls ein Pinselstift. Dieser sogenannte Brushpen hat eine weiche und flexible Spitze, die wie ein Pinsel aus feinen Härchen besteht.

In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir das Lettering in einer Grundanleitung vor. Dabei geht es im 1. Teil um die Materialien, die fürs Lettering benötigt werden. Im 2. Teil erklären wir Schritt für Schritt, wie das Lettering funktioniert.

 

Die Materialien fürs Lettering

Vielmehr als einen Stift und etwas Papier werden fürs Lettering eigentlich nicht benötigt. Und im Prinzip müssten es auch keine speziellen Materialien sein. Denn letztlich lässt sich das Lettering mit jedem beliebigen Stift und auf Papier aller Art umsetzen. Wie beim Zeichnen und Malen macht es das richtige Material aber auch beim Lettering leichter. Ratsam ist deshalb, sich folgende Grundausstattung zu besorgen:

 

Stifte

Beim Lettering spielt die Spitze des Stifts eine wichtige Rolle. Das gilt vor allem dann, wenn geschwungene oder verschnörkelte Schriften gezeichnet werden sollen. Für den Einstieg bieten sich deshalb Fineliner an. Fineliner eignen sich gut für feine Buchstaben, geradlinige Schriften und, um die Außenlinien von Buchstaben zu zeichnen. Die Stifte sind in vielen verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Strichstärken, von ganz fein bis recht dick, erhältlich.

Das eigentliche Herzstück beim Lettering ist aber ein Pinselstift. Der Pinselstift ist für den Kalligrafie-Effekt zuständig. Im Handel sind solche Stifte unter der Bezeichnung Brushpens erhält. Ein Brushpen ist eine Art Mischung aus Filzstift und Pinsel.

Mit dem Brushpen kann wie mit einem normalen Stift geschrieben werden, nur verhält sich die Spitze wie eine weiche, flexible Pinselspitze. Erhältlich sind die Pinselstifte in zahlreichen Farben und mit Spitzen in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Härten. Je größer und weicher die Spitze ist, desto schwieriger ist die Handhabung. Für den Anfang ist es deshalb ratsam, einen Brushpen mit einer kleineren und etwas festeren Spitze zu verwenden. Außerdem reicht ein kostengünstiger Stift aus. Ein spezieller Brushpen oder ein teurer Kalligraphie-Stift ist zum Ausprobieren und Üben nicht notwendig.

Eine schöne Alternative zu Finelinern und Brushpens sind herkömmliche Filzstifte. Ideal sind dabei diese Doppelstifte, die eine dünne und eine dicke Seite haben. Je nachdem, welche Seite verwendet wird und in welchem Winkel der Stift über das Papier geführt wird, entstehen tolle Effekte. Hilfreich ist außerdem ein weicher Bleistift.

Mit dem Bleistift können sowohl die Buchstaben vorskizziert als auch Hilfslinien gezeichnet werden. Weich sollte der Bleistift deshalb sein, damit er keine Kratzer in der Papieroberfläche hinterlässt und ohne Rückstände wieder wegradiert werden kann.

Natürlich ist es auch möglich, beim Lettering mit richtigen Pinseln oder Tusche zu arbeiten. Allerdings erfordert das noch mehr Übung. Denn zum gekonnten Zeichnen der Buchstaben und Schriftzüge kommt hier noch dazu, dass immer wieder neue Farbe aufgenommen werden muss. Um das Lettering zu üben, sind Stifte deshalb die bessere Wahl.

 

Papier

Das richtige Papier schafft die Grundlage für ein gelungenes Lettering. Ist das Papier zu dünn, drückt sich die Farbe durch. Ist die Papieroberfläche zu rau, kann der Stift nicht so gut über das Papier gleiten. Dadurch wird die Farbe nicht gleichmäßig aufgetragen und die Linien wirken unregelmäßig und ausgefranst. Außerdem bekommt Papier mit einer rauen Oberfläche den Brushpens nicht besonders gut. Die weichen Pinselspitzen sind zwar flexibel, aber auch recht empfindlich und fransen auf rauem Papier ziemlich schnell aus.

Fürs Lettering sollte deshalb immer ein möglichst glattes Papier verwendet werden. Über glattes Papier gleitet der Stift und hinterlässt saubere, scharfe Striche. Zudem zieht die Farbe weniger ins Papier ein, sondern trocknet größtenteils schon auf der Papieroberfläche. Sehr gut geeignet ist hochwertiges, glattes Kopierpapier mit einem Gewicht von 100 Gramm pro Quadratmeter. Ob lose Blätter, ein Block oder ein Ringbuch verwendet werden, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Daneben gehört Transparentpapier zur Grundausstattung. Denn das Zeichnen der Buchstaben will geübt werden. Transparentpapier eignet sich prima für Zeichenübungen und kann zudem auf Vorlagen und Übungsblätter aufgelegt werden. So müssen die Vorlagen nicht jedes Mal neu ausgedruckt werden. Die sehr glatte Oberfläche von Transparentpapier schont dabei die empfindlichen Stiftspitzen. Eine kostengünstige Alternative zu Transparentpapier, die genauso gut funktioniert, ist Backpapier.

 

Vorlagen und Übungsblätter

Beim Lettering gibt es kein Richtig oder Falsch. Jeder darf und soll kreativ werden und kann seine ganz eigenen Schriften entwickeln. Gerade am Anfang macht es aber durchaus Sinn, die Technik zu üben. Denn wenn der Zeichner einfach so loslegt und Schriften zu Papier bringt, wird er mit dem Ergebnis oft nicht zufrieden sein.

Deshalb bietet es sich an, sich Vorlagen und Übungsblätter zu besorgen. Hierfür gibt es beispielsweise sogenannte Handlettering-Alphabete. Auf diesen Vorlagen sind die Buchstaben von A bis Z als Groß- oder als Kleinbuchstaben aufgeführt. Damit kann der Zeichner das Malen dieser Buchstaben in verschiedenen Schriftarten trainieren.

Auf anderen Übungsblättern geht es um die Ziffern 0 bis 9. Außerdem gibt es Vorlagen, mit denen sich bestimmte Wörter oder ganze Sätze üben lassen. Der Zeichner kann solche Vorlagen verwenden oder sich seine Übungsblätter einfach selbst erstellen. Dafür öffnet er sein Textverarbeitungsprogramm, wählt eine schöne Schrift aus, verteilt das Alphabet oder den gewünschten Schriftzug auf dem Blatt und druckt das Ganze aus.

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