Eine Hand als optische Täuschung zeichnen

Eine Hand als optische Täuschung zeichnen

Manchmal spielt uns unser Gehirn einen Streich und gibt vor, etwas zu sehen, das so gar nicht vorhanden ist. Dieses Phänomen kann sich der Zeichner gezielt zunutze machen und eine optische Täuschung zeichnen, beispielsweise mit einer Hand als Motiv.

Bei optischen Täuschungen irren sich die Sinne in der Wahrnehmung. Sie lassen sich von einer Illusion täuschen. Dieser Irrtum löst sich oft erst dann auf, wenn weitere Sinne ins Spiel kommen oder wenn die Faktoren, die die Illusion auslösen, entfernt werden.

In der folgenden Anleitung zeigen wir eine Möglichkeit, wie der Zeichner eine optische Täuschung zeichnen kann. Dabei entsteht ein Bild, das eigentlich nur aus Linien besteht, aber vorgaukelt, dass sich eine Hand unter dem Blatt erhebt.

Spannend ist die Zeichnung aber natürlich nicht nur wegen der optischen Täuschung. Stattdessen ist die Zeichnung eine gute Möglichkeit, um das Zeichnen von Linien zu üben. Zudem entsteht ein schlichtes, aber kreatives und zugleich ansprechendes Bild. Hier ist also die Anleitung!

 

Die Materialien für die Zeichnung

  • Papier
  • Bleistift
  • Buntstifte oder Filzstifte nach Wunsch
  • Radiergummi
  • evt. Lineal

 

Eine Hand als optische Täuschung zeichnen – so geht’s

 

  1. Schritt: die Hand aufzeichnen

Die fertige Zeichnung wird später aus waagerechten Linien bestehen und die Hand an sich wird nicht zu sehen sein. Trotzdem bildet die Hand das eigentliche Hauptmotiv der Zeichnung. Und mit der Hand beginnt auch das Zeichnen. Dafür wird die Hand auf ein Blatt Papier gelegt und mit dem Bleistift umrandet. Dabei sollte der Zeichner den Bleistift aber möglichst nicht allzu kräftig aufdrücken, damit die Umrisslinien später ohne Rückstände wieder wegradiert werden können.

 

  1. Schritt: waagerechte Linien ziehen

Als nächstes werden waagerechte Linien gezogen. Diese Linien beginnen am linken Blattrand und enden am rechten Blattrand. Allerdings werden die Linien immer dann, wenn sie auf den Umriss der Hand treffen, unterbrochen. Die Linien verlaufen also nur über die Bildfläche, während die aufgezeichnete Hand frei bleibt.

Die Abstände zwischen den waagerechten Linien können beliebig gewählt werden. Und es müssen jetzt auch noch nicht allzu viele Linien sein. Wichtig ist nur, dass die Linien gerade verlaufen und möglichst gleichmäßig gezeichnet werden. Wenn der Zeichner sich schwer tut, gerade und ruckelfreie Linien zu ziehen, kann er sich deshalb ruhig mit einem Lineal behelfen.

 

  1. Schritt: gebogene Linien einzeichnen

Sind die waagerechten Linien fertig, geht es mit den Linien für die Hand weiter. Sie werden als leichte Bögen gezeichnet. Der Zeichner beginnt dafür mit der untersten waagerechten Linie, die von der Hand unterbrochen wird. Hier zeichnet er nun einen Bogen, der die waagerechte Linie dort, wo der Umriss der Hand beginnt, mit der Stelle, wo die waagerechte Linie nach dem Handumriss fortgesetzt wird, verbindet. Ist der erste Bogen fertig, geht es mit der nächsten waagerechten Linie weiter. Auch diese Linie wird wieder mit einem Bogen über die Handfläche hinweg verbunden.

Tipp: Beim Zeichnen der Bögen kann sich der Zeichner vorstellen, dass seine Hand nach wie vor auf dem Papier auffliegt. Dadurch müsste er zwangsläufig eine leicht gebogene Linie ziehen, um die Hand zu überwinden.

Nach und nach arbeitet sich der Zeichner nach oben, bis alle waagerechten Linien miteinander verbunden sind. Dabei sollte er darauf achten, dass seine Bögen ebenso parallel und gleichmäßig verlaufen wie die waagerechten Linien.

 

  1. Schritt: die Linien ausarbeiten

Der schwierigste Teil ist schon geschafft. Nun wird die Zeichnung ausgearbeitet. Möchte der Zeichner nur mit dem Bleistift oder mit Buntstiften arbeiten, sollte er jetzt die Umrisslinien der Hand vorsichtig wegradieren. Arbeitet der Zeichner mit Filzstiften weiter, kann er die Umrisslinien erst ganz zum Schluss entfernen.

Damit die Zeichnung lebendiger wird, kann der Zeichner zunächst die schon vorhandenen waagerechten Linien nachziehen und sie dabei mal dünner und mal dicker ausgestalten. Anschließend kann er weitere Linien in mehreren bunten Farben einzeichnen, so als würde er viele verschiedene Fäden über die Hand legen. Auch diese Linien müssen natürlich links und rechts von der Hand gerade und über die Hand hinweg in einem Bogen verlaufen. Ist die letzte Linie gezogen, ist die mysteriöse Zeichnung fertig!

 

Und damit die Anleitung anschaulicher wird, hier das Ganze noch einmal im Bild:

[Grafik Hand]

 

Ein paar Tipps

Das Zusammenspiel aus geraden und gebogenen Linien sorgt für eine optische Täuschung und bewirkt den 3D-Effekt. Damit die Hand gut zur Geltung kommt, ist aber wichtig, dass die waagerechten Linien gerade und ruckelfrei verlaufen.

Insofern ist die Zeichnung eine ideale Übung, um das Zeichnen von geraden, gleichmäßigen Linien zu trainieren. Aber natürlich spricht nichts dagegen, wenn der Zeichner zu einem Lineal als Hilfsmittel greift. Hat der Zeichner das Prinzip einmal verstanden, kann er verschiedene Zeichnungen dieser Art anfertigen.

 

  • Abwandlungen sind dadurch möglich, dass der Zeichner ein anderes Motiv wählt. Genauso wie die Hand funktioniert jedes Motiv, das mit einer Umrisslinie auskommt. Das Motiv muss also zu erkennen sein, wenn nur sein Umriss gezeichnet wird.

 

  • Statt nur waagerechte Linien zu zeichnen, kann der Zeichner auch mit Kästchen arbeiten. Dafür zieht er zunächst waagerechte und danach senkrechte Linien. Ob seine Kästchen Quadrate oder Rechtecke sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Kästchen alle gleichgroß sind. Die Linien, die sein Motiv bilden, zeichnet der Zeichner bogenförmig. Dabei verbindet er die waagerechten Linien mit waagerechten Bögen. Die senkrechten Linien hingegen zieht er so, dass sie alle entweder einen leichten Bogen nach rechts oder nach links bilden. Die Kästchen kann der Zeichner dann abwechselnd schwarz und weiß oder in bunten Farben ausmalen.

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Thema: Eine Hand als optische Täuschung zeichnen

 

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