Zeichnungen und Skizzen im Berufsalltag, 2. Teil

Zeichnungen und Skizzen im Berufsalltag, 2. Teil

Im Berufsalltag können Zeichnungen und Skizzen ein Problem schnell und einfach veranschaulichen. Dabei genügen wenige Linien und einfache Grundformen für eine effektive Visualisierung.

Manchmal lässt sich eine Funktionsweise, ein Ablauf oder ein Fehler nur schwer mit Worten beschreiben. Denn damit der Gesprächspartner den Sachverhalt erfassen kann, braucht er zahlreiche Informationen. Diese Infos alle auf einmal zu verarbeiten und dann auch noch auf den vorliegenden Sachverhalt zu übertragen, kann schwierig sein. Der bessere Weg in solchen Situationen ist oft, den Sachverhalt in einer schnellen Skizze darzustellen. Durch die Zeichnung wird das Problem sichtbar und gleichzeitig auf seinen Kern heruntergebrochen.

Allerdings tut sich so mancher schwer damit, mal eben eine Skizze zu zeichnen. Oft ist das Vertrauen in die zeichnerischen Fähigkeiten im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Dabei geht es im beruflichen Umfeld nicht darum, kunstvolle Zeichnungen anzufertigen. Die Idee hinter den Skizzen ist vielmehr, eine einfache Möglichkeit zu finden, um einen Sachverhalt zu erklären, ein Problem aufzuzeigen oder einen Zusammenhang zu verdeutlichen. Und das klappt umso besser, je einfacher die Zeichnung ist.

In einem zweiteiligen Beitrag fassen wir die wichtigsten Infos und Tipps für Zeichnungen und Skizzen im Berufsalltag zusammen. Dabei ging es im 1. Teil um die Bestandteile solcher Darstellungen und um den Ablauf des visuellen Denkprozesses.

Hier ist der 2. Teil!

 

Die Fragen beim visuellen Denkprozess

Eine Skizze oder Zeichnung zur Visualisierung eines Sachverhalts ist im Prinzip mit einer Notiz vergleichbar. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Inhalte bei einer Notiz als Wörter und Sätze aufgeschrieben, während sie bei einer Skizze als Linien und Formen aufgezeichnet werden. Bevor die Inhalte dargestellt werden können, müssen sie aber erst einmal entwickelt werden. Dieser Vorgang wird visueller Denkprozess genannt und besteht aus dem Sehen, dem Betrachten, dem Ausarbeiten und dem Zeigen.

Allerdings müssen im Verlauf des visuellen Denkprozesses die richtigen Fragen gestellt werden. Nur so lässt sich ein Sachverhalt in seine Einzelteile zerlegen. Denn auf den ersten Blick lässt sich der Kern des Problems oft noch nicht ausmachen. Erst bei näherer Betrachtung wird klar, worum es eigentlich geht.

Die Fragen, die beim visuellen Denkprozess zum Ziel führen, sind folgende:

  1. Was ist zu sehen? – Die erste Frage definiert das Thema. Das Problem wird benannt und es wird geklärt, welche Personen oder Abteilungen an der Thematik beteiligt oder davon betroffen sind. Um den Sachverhalt einzugrenzen und auf das Wesentliche zu konzentrieren, werden nur die wichtigsten Aspekte berücksichtigt. Alles andere bleibt außen vor.
  2. Was sind die Fakten? – Ist das Thema definiert, werden die Daten, Zahlen und Fakten dazu betrachtet. Dadurch wird es möglich, sich einen Überblick zu verschaffen und sich ein erstes Bild zu machen.
  3. Wann spielt sich was wo ab? – Als nächstes geht es mit Fragen zur Zeit und zum Ort weiter. Hierbei ist ratsam, die Vorkommnisse nach Möglichkeit in die richtige Reihenfolge zu bringen. Was ist zuerst geschehen? Was folgte danach? Wie viel Zeit lag dazwischen? Mit solchen Fragen lassen sich die zeitlichen Abläufe des Sachverhalts klären. Daneben kann wichtig sein, die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen: Wo ist der Sachverhalt passiert? An welcher Stelle kam es zu Veränderungen? In welche Richtung hat oder soll sich die Angelegenheit entwickeln?
  4. Wie ist die Funktionsweise? – Sind die grundlegenden Informationen abgeklärt, kann die Funktionsweise näher betrachtet werden. Wie funktioniert ein Gegenstand oder eine Leistung? Welche Anforderungen werden daran gestellt? Was passiert, wenn etwas geändert oder umgestellt wird?
  5. Warum wird der Sachverhalt so gesehen? – Die Frage nach dem Warum lenkt den Blick auf das große Ganze. Warum ist das Problem aufgetreten? Wieso ist das Thema wichtig? Weshalb muss eine Lösung gefunden werden? Letztlich geht es bei dieser Frage darum, die Bedeutung zu klären und die Ziele festzulegen. Dadurch wird es möglich, den Sachverhalt zu beurteilen, zu bewerten und einen Ansatz für eine mögliche Lösung zu entwickeln.

Die Darstellungsformen von Skizzen
und Zeichnungen im beruflichen Umfeld
 

Wie erwähnt, geht es bei Skizzen und Zeichnungen im beruflichen Umfeld nicht um Kunstwerke. Die Aufgabe der bildlichen Darstellungen besteht lediglich darin, ein Problem, eine Lösung oder einen bestimmten Sachverhalt einfach und anschaulich aufzuzeigen. Dabei können die Fragen während des visuellen Denkprozesses die Vorlage für die Skizze oder Zeichnung liefern.

Um ein Thema zu visualisieren, bieten sich demnach vor allem folgende Darstellungsformen an:

 

  • Portrait: Ein Portrait kann einen Gegenstand oder die beteiligten Personengruppen darstellen. Damit beantwortet das Portrait die Frage nach dem Was und/oder Wer.
  • Diagramm: Ein Diagramm eignet sich sehr gut, um Daten, Zahlen und andere Fakten zu veranschaulichen. Es zeigt also die Antwort auf die Frage nach dem Was und Wie viel. Je nach Inhalt bietet sich dabei ein Balken- oder ein Tortendiagramm an.
  • Karte: Eine Karte gibt Auskunft darüber, an welcher Stelle das Problem angesiedelt ist. Dabei kann es sich bei der Karte um einen Schaltplan, einen Belegungsplan, eine einfache Land- oder Straßenkarte oder um ein Organigramm handeln. Die Karte visualisiert damit das Wo.
  • Plan: Zeitliche Abläufe, einzelne Arbeitsschritte oder logische Reihenfolgen können mit einem Zeit- oder Balkenplan visualisiert werden. Damit lässt sich das Wann anschaulich darstellen. Pfeile zwischen den Elementen oder eine Anordnung in Form von Treppenstufen machen dabei die Reihenfolge sichtbar.
  • Strukturbild: Ein Strukturbild bildet das Wie ab. Es zeigt Funktionsweisen auf oder stellt die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung dar. Dabei kann ein Strukturbild als Flussdiagramm, als Bauanleitung, als Ablaufdiagramm oder als Schaltplan gezeichnet sein.
  • Portfolio-Abbildung: Eine Portfolio-Abbildung kann das Warum veranschaulichen. So können beispielsweise in einem Diagramm zwei oder mehr Faktoren in einen Zusammenhang gebracht werden. Im Stil einer Mindmap wiederum können Folgen, Bedeutungen, Ziele oder Gründe visualisiert werden. Ausgehend vom Hauptobjekt ist außerdem möglich, verschiedene Ansätze oder Entwicklungen darzustellen.

Letztlich geht es bei Zeichnungen und Skizzen im beruflichen Umfeld aber weniger um die Darstellungsform. Es ist nicht notwendig, sich großartig Gedanken darüber zu machen, ob ein Diagramm, ein Plan, eine Karte oder ein Portrait am besten geeignet wäre, um den Sachverhalt zu visualisieren. Entscheidend ist vielmehr, dass der Sachverhalt möglichst schlicht und nachvollziehbar dargestellt wird. Deshalb ist es oft der beste Weg, sich einen einfachen Stift zu nehmen und die Gedankengänge aufzuzeichnen. Rechtecke oder Kreise für die Objekte und Linien oder Pfeile für die Vorgänge reichen dafür völlig aus.

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