Die wichtigsten Zeichentechniken

Wenn es um Zeichentechniken geht, muss zunächst zwischen den verschiedenen Arten von Zeichnungen und den unterschiedlichen zeichnerischen Methoden unterschieden werden. Während die Arten von Zeichnungen in erster Linie durch das verwendete Zeichengerät bestimmt werden, charakterisieren sich die zeichnerischen Methoden durch die Art, wie der Farbauftrag erfolgt.

Grundwissen zu den wichtigsten Zeichentechniken im Sinne von Zeichnungsarten

Zu den wichtigsten Zeichentechniken bezogen auf das verwendete Zeichengerät gehören folgende Arten von Zeichnungen:

·         Die Bleistiftzeichnung.

Hierbei handelt es sich um eine traditionelle Zeichentechnik, die in erster Linie bei Skizzen und Entwürfen Anwendung findet, aber auch für detaillierte Zeichnungen genutzt werden kann. Charakteristisches Merkmal von Bleistiftzeichnungen ist der graue, leicht glänzende Farbauftrag.

·         Die Buntstiftzeichnung.

Sie gehört in die Gruppe der grafischen Zeichentechniken und wird, ähnlich wie die Bleistiftzeichnung, häufig für Skizzen und Entwürfe verwendet. Aber auch detaillierte Zeichnungen und Illustrationen können als Buntstiftzeichnung realisiert werden.

·         Die Tuschezeichnung.

Ebenso wie die Buntstiftzeichnung gehört auch die Tuschezeichnung in die Gruppe der grafischen Zeichentechniken. Meist wird bei Tuschezeichnungen mit einer Zeichenfeder gearbeitet, aber die Tusche kann auch mittels Bambusrohr oder Pinsel zu Papier gebracht werden.

·         Die Kohlezeichnung und die Pastellmalerei.

Bei diesen Zeichentechniken wird mit Kohlekreiden, Pastellkreiden oder Kreidestiften gearbeitet. Besondere Kennzeichen dieser Zeichentechniken sind der leichte, aber ausdrucksstarke Farbauftrag, der sich ideal für Farbverläufe eignet. Kohle- und Kreidezeichnungen sind beliebte Zeichentechniken für Skizzen und Entwürfe, für Vorzeichnungen auf Leinwänden sowie für Akt-, Portrait- und Landschaftszeichnungen.

·         Mischtechniken.

In vielen Fällen werden mehrere Zeichentechniken miteinander kombiniert. Eine traditionelle und bis heute sehr beliebte Mischtechnik ist die Kombination aus Bleistift mit Tusche oder Aquarellfarben, aber auch Bleistift in Verbindung mit beispielsweise Acryl- oder Ölfarben kann für interessante Kontraste sorgen.    Die Beschaffenheit einer Bleistift- oder Buntstiftzeichnung ist mit der einer Kohle- oder Pastellkreidenzeichnung vergleichbar.

Bei allen vier Zeichentechniken werden die Farbpigmente trocken und durch Abrieb auf das Papier aufgetragen. Da sich die Farbpigmente nicht mit dem Papier verbinden, sondern lediglich lose aufliegen, werden die Zeichnungen üblicherweise mit einem Fixativ fixiert. Im Unterschied zu der etwas gröberen Zeichenkohle und Pastellkreide führen der Blei- und der Buntstift zu einem feineren Farbauftrag, der auch auf Papier mit sehr glatter Oberfläche möglich ist. Bei der Tuschezeichnung werden die Farbpigmente in flüssiger Form aufgetragen und es findet eine Verbindung mit dem Papier statt.

Insofern ist die Tuschezeichnung eine Zeichentechnik, die zwischen dem Zeichnen und dem Malen angesiedelt ist und daher aus als Tuschemalerei bezeichnet wird. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn nicht mit einer Zeichenfeder, sondern mit dem Pinsel gearbeitet wird.    

Grundwissen zu den wichtigsten Zeichentechniken im Sinne von zeichnerischen Methoden

Je nach dem, in welcher Form die Farbpigmente aufgetragen werden, wird von unterschiedlichen Zeichentechniken im Sinne von zeichnerischen Methoden gesprochen:

·         Das Zeichnen.

Beim Zeichnen erfolgt der Farbauftrag mithilfe der Spitze des verwendeten Zeichengeräts in Form von Strichen. Je aufrechter das Zeichengerät dabei gehalten wird, desto feiner können die Striche ausgeführt werden. Insgesamt ist das Zeichnen eine recht mühsame und arbeitsaufwändige Zeichentechnik, die ein ständiges Nachspitzen erfordert.

Zudem sollte nach Möglichkeit darauf verzichtet werden, zu radieren. Dies könnte nämlich die Papieroberfläche aufrauen, was unregelmäßige Farbaufträge zur Folge hätte. Gezeichnet werden kann mit dem Bleistift, dem Buntstift, der Tusche und der Zeichenkohle.

·         Das Schummern.

Beim Schummern werden die Farbpigmente aufgetragen, indem das Zeichengerät mit seiner breiten Seite in kreisenden Bewegungen über das Papier geführt wird. Zunächst wird das Zeichengerät dabei in einem flachen Winkel und mit nur wenig Druck eingesetzt, um so im ersten Schritt lediglich die Oberfläche des Papiers einzufärben.

Anschließend werden weitere Farbschichten aufgetragen, die die Farbintensität allmählich erhöhen oder Farben sanft ineinander übergehen lassen. Das Zeichengerät wird bei jeder Farbschicht zunehmend steiler gehalten und mit mehr Druck über das Papier bewegt.

Ein wesentliches Merkmal beim Schummern ist die sichtbare Papierstruktur, wobei sich Papier mit gleichmäßiger und mittelgrober Struktur am besten eignet. Das Schummern kann mit Blei-, Bunt-, Kohle- und Pastellstiften umgesetzt werden.

·         Das Schraffieren.

Bei Schraffuren handelt es sich um systematisch angeordnete Striche, durch die unterschiedliche Tonwerte und Plastizität erzeugt werden. Je dichter die Striche angeordnet sind, desto dunkler wirkt die Farbfläche. Aus größerer Distanz sind die einzelnen Striche aber meist nicht mehr zu erkennen, sondern verbinden sich im Auge des Betrachters zu einer geschlossenen Fläche.

Schraffuren werden üblicherweise eher locker aus dem Handgelenk gezeichnet, wobei es unterschiedliche Varianten der Schraffur gibt. Von einer Parallelschraffur wird gesprochen, wenn die Linien parallel zueinander und in nur einer Richtung verlaufen. Bei einer Kreuzschraffur verlaufen die Linien zwar ebenfalls parallel zueinander, werden aber über Kreuz übereinandergelegt. Daneben gibt es die Schnellschraffur, die auch 45°-Schraffur genannt wird.

Hier verlaufen die Linien in einer Richtung, allerdings nicht unbedingt parallel oder in gleichmäßigen Abständen zueinander. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, können in der Zeichnung verschiedene Schraffuren eingesetzt und auch übereinandergelegt werden. Für Schraffuren sind grundsätzlich alle Zeichengeräte und Farben geeignet, besonders gut üben lassen sich Schraffuren aber mit Blei- und Buntstiften.

Das Verwischen.

Besondere Effekte, Lichter und auch sanfte Übergänge lassen sich mithilfe des Verwischens erzielen. Angewandt werden kann diese Zeichentechnik in erster Linie bei Bleistift-, Buntstift-, Kohle- und Pastellkreidezeichnungen, wobei je nach gewünschtem Effekt unterschiedliche Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Zu diesen Hilfsmitteln gehören die Finger, der Radiergummi, ein leicht angefeuchteter Pinsel und Werkzeuge, die aus Watte, Stoff, Leder oder weichem Papier geformt sein können. Zudem gibt es im Zeichenbedarf speziell für das Verwischen konzipierte Papierwischer, die als Estompen bezeichnet werden.

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