Erfassen von Motiven

Insbesondere wer eine Vorlage nacheichnen möchte, fragt sich oft, wie er das vorliegende Motiv am besten erfassen kann, um auch kleine oder schwierige Details möglichst originalgetreu darstellen zu können. Grundsätzlich gibt es für das Erfassen von Motiven mehrere mögliche Vorgehensweisen.

In aller Regel werden diese Vorgehensweisen jedoch nicht streng getrennt voneinander angewandt, sondern vielmehr im Rahmen einer Skizze miteinander kombiniert.

Gerade für Anfänger kann es aber sehr sinnvoll sein, zu versuchen, wirklich nur eine Strategie anzuwenden und auf diese Weise sehr interessante Zeichnungen zu schaffen.

Hier nun die grundlegenden Strategien zum Erfassen von Motiven sowie Infos und Tipps dazu in der Übersicht:

1.       Binnenformen.

Beim Zeichnen von Binnenformen geht es darum, das Motiv in einfache geometrische Grundformen zu zerlegen, wobei es dabei ausschließlich um die Flächen innerhalb des Motivs geht. Der Zeichner geht so vor, dass er die einzelnen, auf einfache Formen reduzierten Motivteile mit einem harten Bleistift und mit wenig Druck auf seinen Malgrund überträgt.

Die aufgezeichneten Motivteile werden dann mit weiteren Grundformen ausgefüllt, bis das gesamte Motiv letztlich zusammengesetzt ist. Ist das gesamte Motiv übertragen, werden die entsprechenden Umrisslinien mit einem weichen Bleistift oder mit mehr Druck nachgezogen.

2.       Außenformen.

Bei dieser Strategie handelt es sich um ein Subtraktionsverfahren, was bedeutet, dass der Zeichner das Motiv zeichnet, indem er die Flächen, die das Motiv umgeben, ausschneidet. Dazu legt der eine Fläche an, die den Rahmen des Motivs darstellt.

In diese Fläche werden nun geometrische Grundformen eingezeichnet, die das Motiv umschließen. Auf diese Weise nähert sich der Zeichner so lange an, bis nur noch der Umriss des Motivs verbleibt.

3.       Negativflächen.

Hierbei geht es darum, dass nicht das eigentliche Motiv, sondern alle anderen Bildteile erfasst werden.

Im Grunde genommen wird also alles das gezeichnet, was nicht zum Motiv gehört, beispielsweise die Leerräume zwischen den Beinen bei einer Person oder die Flächen zwischen zwei Häusern oder Bäumen.

4.       Linien.

Diese Erfassungsstrategie kümmert sich um die markanten Linien von Motiven und kommt vor allem bei Motiven zur Anwendung, die Bewegungen oder bestimmte Haltungen darstellen.

Beispiele für solche Linien sind solche Linien, mit denen eine sitzende Person dargestellt wird. Hierbei stellen die Linien die abgewinkelten Beine oder die Arme dar oder kennzeichnen die Linie der Schultern. Insofern sind die Linien mit einem Gerüst vergleichbar, das die wichtigsten Punkte festlegt.

5.       Bildhauerzeichnungen.

Hierbei handelt es sich um Zeichnungen, die sich aus dreidimensionalen geometrischen Grundformen zusammensetzen. Diese Zeichenmethode kommt vor allem beim Zeichnen von Comics zum Einsatz, denn wenn das Grundgerüst des Motivs festgelegt ist, kann es auch von unterschiedlichen Zeichnern in nahezu identischer Form dargestellt werden.

Dabei werden die einzelnen Figuren und Motive zunächst in Würfel, Pyramiden oder Kugeln zerlegt und anschließend Kleidungsstücke und Details darüber gezeichnet.

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Thema: Tipps und Strategien zum Erfassen von Motiven   

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