Grafikdesign als Beruf – ein Überblick, 2. Teil

Grafikdesign als Beruf – ein Überblick, 2. Teil

Das Grafikdesign bietet ein berufliches Feld mit guten Perspektiven für die Zukunft. Schließlich verknüpft es das klassische Zeichnen mit moderner Technik, dem Computer, der Kommunikation und der kreativen Werbung. Wer also gerne kreativ arbeiten und das Zeichnen in den Beruf einfließen lassen möchte, könnte mit dem Grafikdesigner den idealen Job für sich finden.

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Grafikdesign als Beruf - ein Überblick, 2. Teil

In einem mehrteiligen Überblick stellen wir das Grafikdesign als Beruf vor. Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, was Grafikdesign eigentlich genau ist, welche Geschichte der Beruf des Grafikdesigners hat und welche Eigenschaften ein Grafikdesigner mitbringen sollte.

Hier ist der 2. Teil!:

Warum muss ein Grafikdesigner klassisch zeichnen können?

Heutzutage werden so gut wie alle Entwürfe am Computer erstellt und bearbeitet. Da kann durchaus die Frage aufkommen, wozu ein Grafikdesigner noch zeichnerisches Können ganz klassisch mit Stift auf Papier braucht. Diese Frage lässt sich ziemlich einfach beantworten:

Das Zeichnen ist die Basis ist allen Grafik- und Designberufen. Jedes Konzept beginnt mit einer Idee und die Skizzen und Entwürfe dafür werden auch heute noch auf Papier gezeichnet. Denn auf Papier lässt es sich nun einmal am besten skizzieren.

Hinzu kommt, dass der Grafikdesigner einige Punkte beachten muss, damit sein Bild richtig wirkt und die gewünschte Botschaft vermittelt.

Zu diesen Dingen gehören zum Beispiel:

  • Farben und die Symbolik, die dahintersteht

  • Formen, Flächen und Freiräume

  • Proportionen und Perspektiven

  • Schriftzüge und Textelemente

  • harmonischer und ästhetischer Gesamteindruck

Solche Aspekte, die mit Kunst und Gestaltung zusammenhängen, eignet sich jemand, der zeichnet, an. Denn auch Skizzen und Zeichnungen kommen nicht ohne die Grundlagen der künstlerischen und grafischen Gestaltung aus.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es im Grafikdesign?

Die Konkurrenz auf den Märkten ist groß und nimmt durch die Globalisierung einerseits und die Verschiebung in die Online-Welt andererseits stetig zu. Umso wichtiger ist für Unternehmen, sich als Marke zu positionieren und auf dem Markt zu behaupten.

Dazu wiederum sind ein ansprechendes Firmendesign mit hohem Wiedererkennungswert, gute und aussagekräftige Werbung und innovativ gestaltete Produkte notwendig. Kein Wunder also, dass Designer gefragt sind und der Bedarf an Grafikdesignern wächst.

Bleibt aber die Frage, wie jemand Grafikdesigner werden kann. Um den Beruf zu erlernen, gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann der Weg über ein Hochschulstudium, eine Ausbildung oder eine Weiterbildung führen. Aber auch ein Quereinstieg ist durchaus möglich.

Studium im Fach Grafikdesign an einer Hochschule

Mit dem Abitur in der Tasche steht dem Studium an einer Hochschule nichts im Wege. Über ganz Deutschland verteilt, gibt es verschiedene Hochschulen und Kunstakademien, die Studiengänge anbieten. Die Studiengänge heißen dann zum Beispiel Grafikdesign, Illustration und Grafikdesign, Grafikdesign und visuelle Kommunikation oder Grafikdesign Screen-/ Printmedia.

Während des Studiums lernt der angehende Grafikdesigner verschiedene Techniken kennen. Klassisches Zeichnen steht genauso auf dem Lehrplan wie Fotografie, Druckgrafik, Typografie oder digitale Bildbearbeitung.

Doch der künftige Grafikdesigner eignet sich nicht nur praktisch an, wie Designs, Konzepte und Kampagnen entworfen werden, sondern lernt auch die Theorie dazu. Dadurch hat er ein tiefer gehendes Verständnis von der Materie, das ihm im Beruf selbstverständlich zugute kommt.

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Die professionelle Begleitung durch Dozenten hilft dabei, einen eigenen Stil zu finden und stetig weiterzuentwickeln. Außerdem ist es an einer Hochschule natürlich möglich, wertvolle Kontakte zu knüpfen und so mit dem Aufbau eines beruflichen Netzwerkes zu beginnen.

Ausbildung als Mediengestalter

Wer nicht an eine Uni kann oder will, findet mit einer dualen Ausbildung zum Mediengestalter eine gute Alternative. Der Vorteil von einer Ausbildung ist, dass der angehende Mediengestalter direkt in den Betrieb eingebunden ist. Er lernt also nicht nur die Theorie, sondern kann sein erworbenes Wissen und Können gleich in der Praxis anwenden. Auf diese Weise sammelt er von Anfang an Berufserfahrung.

Hinzu kommt, dass der Azubi, anders als der Student, schon während der Ausbildung etwas Geld verdient. Und mit ein wenig Glück wird er von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Damit fällt nicht nur die Jobsuche weg, sondern der Arbeitgeber finanziert später womöglich auch Weiterbildungen und Spezialisierungen. Weil sich beide bereits kennen, stehen außerdem die Chancen, an großen Projekten mitzuarbeiten oder selbst eine ganze Kampagne zu verantworten, ganz gut.

Weiterbildung in Grafikdesign durch Kurse oder ein Fernstudium

Nicht für jeden kommt ein Studium oder eine Berufsausbildung in Vollzeit in Frage. Wer schon berufstätig ist, Rechnungen bezahlen und vielleicht eine Familie ernähren muss, kann schließlich allein schon aus Geldgründen nicht ohne Weiteres seinen Job kündigen, um beruflich noch einmal ganz neu anzufangen.

Diese Problematik haben natürlich viele Anbieter längst erkannt. So ist ein großes Angebot an Kursen, Weiterbildungen und Fern-Studiengängen entstanden, die neben dem Beruf absolviert werden können. Leider sind die meisten Angebote nicht ganz billig. Aber letztlich ist es eine Investition in die eigene Zukunft, die sich später hoffentlich auszahlt.

Was den Umfang und den Abschluss angeht, kommt es auf den Anbieter an. Bei einigen Schulen gibt es die Kurse und Studiengänge als Komplettpaket. Der Abschluss ist dann ein Zertifikat in Grafikdesign, aber auch der Bachelor ist möglich. Bei anderen Schulen kann der angehende Grafikdesigner auch nur einzelne Module buchen und sich dadurch von Anfang an auf bestimmte Bereiche konzentrieren.

Die Kurse selbst finden in Form von Präsenzunterricht, als reine Online-Kurse oder als Mischung aus beidem statt. Welche Variante die beste Wahl ist, hängt davon ab, wie viel Zeit der angehende Grafikdesigner in die Weiterbildung investieren kann, wie flexibel er bleiben möchte und wie wichtig ihm der direkte, persönliche Austausch mit Lehrern und Mitschülern ist.

Bevor sich der Grafikdesigner für einen Kurs entscheidet, sollte er sich aber auf jeden Fall erkundigen, was sein Abschluss wert ist. Ist eine Weiterbildung oder ein Fernstudium staatlich nicht zertifiziert und der Anbieter gänzlich unbekannt, ist das Abschlusszertifikat zwar eine Bescheinigung. Ob sie größere Unternehmen als Nachweis für die Qualifikation anerkennen, ist aber fraglich.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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