Grafikdesign als Beruf – ein Überblick, 3. Teil

Grafikdesign als Beruf – ein Überblick, 3. Teil

Eine Mischung aus klassischem Zeichnen, moderner Computertechnik, zeitgemäßer Kommunikation und kreativem Marketing: So lässt sich das Grafikdesign in kurzen Worten beschreiben. Für jemanden, der nach einem Beruf sucht, der gute Zukunftsperspektiven bietet, kreatives Arbeiten in der Werbebranche erlaubt und das Zeichnen einbezieht, könnte der Grafikdesigner die richtige Lösung sein.

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Grafikdesign als Beruf - ein Überblick, 3. Teil

Doch damit stellt sich die Frage, was Grafikdesign als Beruf genau bedeutet. In einer mehrteiligen Beitragsreihe vermitteln wir dazu einen Überblick. Dabei ging es im 1. Teil mit der Definition von Grafikdesign und der Geschichte des Berufsbildes los. Außerdem haben wir geklärt, welche Eigenschaften und Fähigkeiten ein Grafikdesigner braucht.

Im 2. Teil haben wir uns angeschaut, warum ein Grafikdesigner das klassische Zeichnen beherrschen sollte. Und wir haben die Möglichkeiten skizziert, den Beruf zu erlernen.

Hier ist der 3. und letzte Teil unserer kleinen Beitragsreihe!:

Welche Alternativen gibt es zur Berufsausbildung?

Wer das Grafikdesign von der Pike auf lernen und einen richtigen Abschluss in der Tasche haben möchte, kann das Fach an einer Hochschule studieren, eine Ausbildung als Mediengestalter absolvieren oder mittels Kursen eine Weiterbildung in Grafikdesign machen.

Doch eine Berufsausbildung dauert und professionelle Kurse können ganz schön ins Geld gehen. Um einen Einstieg zu finden und auszuprobieren, ob das Grafikdesign überhaupt das Richtige ist, kann deshalb ein Selbststudium eine gute Alternative sein. Eignet sich der Zeichner die Grundlagen alleine an, kann er sich Schritt für Schritt an die Sache herantasten.

Im Internet gibt es unzählige Beiträge und Videos, die sich mit Grafikdesign und den gängigen Tools befassen. Teilweise werden sogar kostenlose Online-Kurse angeboten, bei denen die Inhalte und Lerneinheiten aufeinander aufbauen. Hilfreich kann natürlich auch Fachliteratur sein, wenn der Zeichner lieber offline lernt.

Ein Selbststudium bringt den Vorteil mit sich, dass es gar nichts kostet oder nur kleine Investitionen erfordert. Außerdem entscheidet der angehende Grafikdesigner selbst, wann und wie lange er sich mit welchem Inhalt befasst.

Sich autodidaktisch ins Grafikdesign einzuarbeiten, bringt aber noch einen weiteren Pluspunkt mit sich. Beherrscht der Zeichner bereits die wichtigsten Grundlagen, öffnen sich ihm Türen zu verschiedenen Studiengängen und Kursen. Vorkenntnisse und eine Bewerbungsmappe mit ansprechenden Arbeitsproben sind nämlich oft Voraussetzung für eine Ausbildung.

Entscheidet sich der künftige Grafikdesigner hingegen für eine Weiterbildung oder ein Fernstudium, kann er unter Umständen Geld sparen. Die Module, in denen es rein um die Basics geht, muss er dann nämlich nicht mehr alle belegen.

Auch Nachhilfe ist denkbar

Anders als Mathe, Fremdsprachen oder das Erlernen eines Instruments ist das Grafikdesign eher keine Disziplin, die mit Privatunterricht oder klassischer Nachhilfe in Verbindung gebracht wird. Und tatsächlich ist es vermutlich sinnvoller, sich die Grundlagen alleine oder in einem kostengünstigen Gruppenkurs anzueignen.

Doch wenn der künftige Grafikdesigner ein gewisses Niveau erreicht hat, kann es durchaus eine Überlegung wert sein, ein paar Stunden bei einem Privatlehrer zu buchen. Wie bei der typischen Nachhilfe sind es zum Beispiel Grafikdesigner im Ruhestand, Studenten oder auch Künstler mit entsprechenden Kenntnissen, die solchen Unterricht anbieten.

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Durch das private Coaching bekommt der Zeichner eine Einschätzung zu seinen Arbeiten und Hilfestellung beim Entwickeln des eigenen Stils. Der Privatlehrer kann außerdem bestimmt ein paar Tipps und Tricks mit an die Hand geben. Vielleicht kann er auch den einen oder anderen Kontakt vermitteln.

Wie sieht es mit den beruflichen Perspektiven im Grafikdesign aus?

Die Medien-, die Gestaltungs- und auch die Werbebranche blühen seit Jahren. Inzwischen kennt vermutlich jeder jemanden, der beruflich oder als Hobby irgendwie etwas mit Medien macht.

Einerseits stehen die Chancen, beruflich in dem Bereich Fuß zu fassen, deshalb sehr gut. Daran wird sich auch in Zukunft so schnell nichts ändern. Andererseits muss der Grafikdesigner ein bisschen aufpassen, dass er in der großen Masse nicht untergeht.

Gerade weil die Studiengänge, Aus- und Weiterbildungen im Grafikdesign sehr beliebt sind, ist auch die Anzahl an Absolventen und Berufseinsteigern groß. Statt auf erfahrene Profis zu setzen, können die Agenturen insofern die Arbeit über Praktika, Trainee-Programme, Volontariate oder Freiberufler abdecken.

Gerade am Anfang wird der Grafikdesigner zwar auf solche Stellen zurückgreifen müssen. Schließlich muss er irgendwo einsteigen und praktische Erfahrung sammeln. Aber er sollte eben im Hinterkopf haben, dass es keinen Sinn macht, Dauer-Praktikant zu bleiben.

Wie in vielen anderen Bereichen auch, kann sich der Grafikdesigner eine besondere Stellung erarbeiten, indem er sich spezialisiert. Statt mit der breiten Masse zu schwimmen und sich mit Werbung, Kommunikation und Internetseiten zu befassen, kann er die Medien und die Technik nutzen, um zum Experten für Dienstleistungen mit echtem Mehrwert zu werden.

Animationen in 3D, visuelle Spezialeffekte oder die grafische Gestaltung von Computerspielen sind ein paar Beispiele. Die berufliche Ausrichtung entfernt sich dann zwar etwas vom klassischen Grafikdesign. Aber zur Kreativität gehört, offen zu bleiben, Neues auszuprobieren und sich stetig weiterzuentwickeln.

Der Concept Artist als weitere Alternative

Wer sich für die organisatorischen Aufgaben rund um Werbekampagnen weniger begeistern kann und stattdessen den Schwerpunkt seiner Arbeit lieber auf die zeichnerischen und künstlerischen Aspekte des Grafikdesigns legen möchte, findet im Beruf des Concept Artists vielleicht eine spannende Alternative.

Der Concept Artist wird auch Storyboard Artist genannt und der Beruf ist mit dem Illustrator verwandt. Die Hauptaufgabe besteht darin, Ideen in Entwürfen umzusetzen. Die Entwürfe bilden dann das Storyboard, das die Grundlage für das Konzept einer Werbekampagne wird.

Storyboards waren ursprünglich in Film und Fernsehen beheimatet. Inzwischen greifen aber auch Werbeagenturen und generell Kampagnen aller Art auf Storyboards zurück, um sich buchstäblich ein Bild von den Konzepten zu machen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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