Tipps – Umgang mit dem Radiergummi

Beim Zeichnen wird zum einen radiert, um auf diese Weise Korrekturen vorzunehmen, also unerwünschte Linien oder Flächen zu entfernen. Zum anderen wird die Technik des Radierens als Gestaltungsmittel eingesetzt, beispielsweise um dunkle Flächen aufzuhellen, Lichter zu setzen oder bestimmte Stellen innerhalb des Motivs zu verwischen.

Je nach Verwendungszweck gibt es dabei Radiergummis in verschiedenen Ausführungen, die ihrerseits wiederum aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Aber wann ist welcher Radiergummi am besten geeignet?

Hier die wichtigsten Infos und Tipps zum richtigen
Umgang mit dem Radiergummi in der Übersicht:

Weiche Radiergummis

Den Grundstoff für weiche Radiergummis bildet Naturkautschuk, der mit verschiedenen Zusatzstoffen wie Kreide, Quarzmehl, Schwefel oder dem aus Pflanzenöl gewonnenen Pulver Faktis und teilweise Farbstoffen vermischt wird. Daneben gibt es weiche Radiergummis, die aus Polyvinylchlorid, kurz PVC, und Weichmachern bestehen.

Bei Radiergummis aus Naturkautschuk bilden sich schneller abgerundete Kanten, denn bei ihnen ist der Abrieb stärker als bei Radiergummis aus PVC. Weiche Radiergummis werden vor allem bei Bleistiftzeichnungen verwendet. Sie eignen sich sehr gut, um größere Flächen zu entfernen.

Sollen kleine Details beseitigt oder herausgearbeitet werden, sind weiche Radiergummis nicht unbedingt die beste Wahl. Beim Radieren setzen sich die Poren des Materials recht schnell mit dem Bleistiftstaub zu.

Ratsam ist deshalb, weiche Radiergummis immer mal wieder zu Reinigungszwecken über ein sauberes Blatt Papier zu reiben. Ein Nachteil von weichen Radiergummis liegt darin, dass sie im Laufe der Zeit verhärten. Dadurch nimmt die Qualität allmählich ab. 

Harte Radiergummis

Ähnlich wie weiche Radiergummis werden auch harte Radiergummis entweder aus Naturkautschuk oder aus PVC hergestellt. Radiergummis aus PVC nutzen sich nicht so schnell ab wie Radiergummis aus Kautschuk, neigen dafür aber eher zum Schmieren. Mit harten Radiergummis können nicht nur Bleistiftzeichnungen bearbeitet werden.

Stattdessen eignen sie sich auch bei Zeichnungen mit Buntstift, Pastellkreide, Zeichenkohle und Tusche. Außerdem können mit harten Radiergummis sowohl größere Flächen als auch kleine und feine Details radiert werden. Allerdings sollte der Einsatz eher behutsam erfolgen.

Andernfalls kann es passieren, dass das Papier Schaden nimmt, indem seine Oberfläche aufgeraut wird. Würde dann erneut über eine aufgraute Stelle gezeichnet werden, hätte dies einen sichtbar intensiveren Farbauftrag zur Folge. 

Radierstifte

Radierstifte sind als reine Gummistifte, als Klemmstifte und als Stifte mit Holzfassung erhältlich. Außerdem werden sie mit weichem Gummi, mit hartem Gummi und als zweiseitige Stifte mit einer harten und einer weichen Spitze angeboten. Der große Pluspunkt von Radierstiften besteht darin, dass sie angespitzt werden können.

Dadurch eignen sie nicht nur zum Entfernen von größeren Flächen, sondern auch zum Korrigieren von kleinen Details. Radierstifte werden beim Zeichnen recht häufig als Hilfsmittel genutzt, um bestimmte Bilddetails wie beispielsweise Lichtpunkte herauszuarbeiten. Außerdem kann mit Radierstiften gewischt werden.  

Knetradiergummis

Knetradierer bestehen aus einer weichen Gummimasse, die sich ähnlich wie Knete in jede beliebige Form bringen lässt. Radiert im eigentlichen Sinne wird mit Knetradiergummis allerdings nicht. Stattdessen wird die Masse auf die jeweilige Stelle gedrückt, um auf diese Weise die aufgetragenen Farbpartikel wieder abzunehmen.

Je stärker der Druck ist, mit dem die Masse auf das Papier gedrückt wird, desto mehr Farbstaub wird aufgenommen. Generell wird die Fläche aber nur aufgehellt, denn komplett entfernen lassen sich Linien und Flächen mit einem Knetradiergummi nicht. Auf der anderen Seite wird das Papier selbst bei stärkerem Druck nicht aufgeraut oder anderweitig beschädigt.

Deshalb werden Knetradiergummis gerne verwendet, um zu dunkel geratene Stellen zu korrigieren oder Lichteffekte zu gestalten. Seine Stärken kann ein Knetradiergummi dabei vor allem bei Zeichnungen mit Kohle und Pastellkreiden ausspielen, denn hier liegen die Farbpartikel eher lose auf dem Papier auf. Im Unterschied zu herkömmlichen Radiergummis verliert ein Knetradierer kein Volumen, denn er reibt sich nicht ab. Durch die ständige Umformung, den Druck und die Aufnahme der Farbpartikel kann ein Knetradiergummi aber nicht allzu lange benutzt werden. 

Radiermesser

Ein Radiermesser setzt sich aus einem Griff und einer kurzen, scharfen Klinge zusammen. Meist ist die Klinge gebogen. Mit dem Radiermesser werden die aufgetragenen Farbpartikel abgeschabt. Dies wiederum erfordert eine sehr vorsichtige und genaue Arbeitsweise, denn andernfalls kann das Zeichenpapier sehr schnell Schaden nehmen.

Deshalb eignet sich das Radiermesser hauptsächlich dann, wenn auf recht dickem Papier oder Zeichenkarton gearbeitet wird. Ist der Zeichner im Umgang mit dem Radiermesser geübt, kann er eine ähnliche Wirkung auch mit einem Skalpell, einem Cutter oder einer Rasierklinge erzielen. 

5 grundsätzliche Tipps rund ums Radieren zum Schluss    

1.     Wenn der Zeichner ansprechende Ergebnisse erzielen möchte, sollte er am Radiergummi nicht sparen. Nur mit einem qualitativ hochwertigen Radiergummi lässt es sich tatsächlich gut radieren. Ein Radiergummi von minderer Qualität wird zwar Linien und Striche ebenfalls entfernen, aber möglicherweise keine sauberen Korrekturen ermöglichen oder das Papier beschädigen.

2.       Um zu vermeiden, dass das Papier knittert oder gar reißt, sollte der Zeichner die Fläche, auf der er radieren möchte, leicht zwischen zwei Fingern spannen.

3.       Beim Radieren sollte immer nur in eine Richtung gearbeitet werden. Der Radiergummi sollte also nicht hin- und hergerieben, sondern in eine Richtung über das Papier geführt werden.

4.       Um die Papieroberfläche nicht zu sehr aufzurauen, sollte immer mit nur wenig Druck radiert werden. Besser ist, den Radiergummi häufiger sanft über das Papier zu führen, als ihn mit viel Druck nur wenige Mal über das Papier zu schieben.

5.       Die Krümel, die beim Radieren entstehen, sollte der Zeichner entweder vorsichtig wegpusten oder mit einem weichen Pinsel aufnehmen. Nicht empfehlenswert hingegen ist es, die Krümel mit den Fingern oder der Hand wegzuwischen. Dies könnte nämlich zur Folge haben, dass die Zeichnung verschmiert.

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