5 Tipps zur Ausrüstung fürs Zeichnen

5 Tipps zur Ausrüstung fürs Zeichnen

Fürs Zeichnen werden nur wenige Werkzeuge benötigt. Allerdings sollte der Zeichner bei der Auswahl seines Zeichengeräts ein paar Dinge berücksichtigen.

Im Grunde genommen ist das Zeichnen ein sehr kostengünstiges Hobby. Denn ein paar Utensilien reichen völlig aus und dabei müssen es keineswegs teure Spezialstifte oder kostspieliges Superpapier sein. Auch pauschale Empfehlungen zum Zeichengerät sind letztlich nicht möglich.

Entscheidend ist vielmehr, dass sich der Zeichner die Materialien zusammenstellt, mit denen er am besten zeichnen kann. Aber was heißt das konkret?

 

Die folgende Übersicht nennt fünf Tipps
rund um die Ausstattung beim Zeichnen:

 

Tipp 1: der ideale Bleistift

Das wichtigste Arbeitsgerät bei Bleistiftzeichnungen ist natürlich der Bleistift. Dabei sind Bleistifte in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Welcher Bleistift es am Ende wird, muss der Zeichner aber für sich selbst herausfinden. Denn entscheidend ist, dass ihm der Bleistift gut in der Hand liegt. Je nach persönlicher Vorliebe kann der Bleistift dann schwerer oder leichter und dünner oder dicker sein und einen glatten oder gerillten und rohen oder lackierten Schaft haben.

Am besten probiert der Zeichner also unterschiedliche Bleistifte aus und testet so, mit welchem Stift er am besten zurechtkommt. Der Preis muss dabei übrigens kein Kriterium sein. Natürlich sind hochwertige Markenstifte teurer als einfache No-Name-Stifte. Aber selbst der teuerste Stift bringt nicht viel, wenn ihn der Zeichner nicht gut kontrollieren kann. Andersherum kann gerade ein kostengünstiger Bleistift ideal in der Hand liegen.

Als Basisausstattung sollte sich der Zeichner zwei Bleistifte zulegen, nämlich einen harten und einen weichen. Ein harter Bleistift hat eine feste Mine, die hellere, feine und präzise Linien hinterlässt. Mit einem harten Bleistift kann im Prinzip alles gezeichnet werden, aber vor allem beim Zeichnen von exakten Strichen und kleinen Details spielt er seine großen Stärken aus.

Ein weicher Bleistift zeichnet dunkler und breiter. Durch den höheren Graphitabrieb eignet sich ein weicher Bleistift für präzise Linien und feine Details eher nicht. Dafür ist er das Mittel der Wahl, wenn weiche Linien, größere Flächen und Schraffuren angelegt werden sollen.

 

Tipp 2: das optimale Papier

Was für den Bleistift gilt, gilt letztlich auch für das Papier: Der Zeichner muss selbst herausfinden, auf welchem Zeichengrund er am liebsten zeichnet. Generell ist sehr glattes, gestrichenes Papier für Zeichnungen nur bedingt geeignet, weil der lose aufliegende Graphitstaub hier schnell verschmiert. Ob der Zeichner aber auf herkömmliches Kopierpapier, spezielles Zeichenpapier oder Malkarton zurückgreift, bleibt seinem eigenen Geschmack überlassen.

Auch was das Format angeht, gibt es keine strengen Regeln. Viele Zeichner arbeiten gerne mit Papier im Format DIN A3, weil es mehr Platz bietet als ein DIN A4- Blatt, gleichzeitig aber auch nicht so riesig ist wie ein Bogen im Format DIN A2.

Beim Zeichnen selbst ist wichtig, dass die Arbeitsfläche gerade und glatt ist. Denn Strukturen auf der Arbeitsfläche würden sich durch das Papier durchdrücken und könnten außerdem dazu führen, dass der Bleistift hängen bleibt. Statt sein Papier auf einer Arbeitsfläche abzulegen, kann der Zeichner aber selbstverständlich auch auf einer Staffelei zeichnen.

Zusatz-Tipp: Beim Zeichnen wird es immer wieder passieren, dass der Zeichner aus Versehen mit seinem Handballen über die Zeichnung wischt. Damit dies nicht zu ungewollten Effekten führt, sollte die Zeichnung immer mit einem Stück Papier abgedeckt werden. Legt der Zeichner seine Hand auf dem Papier ab, kann nichts passieren.

 

Tipp 3: der richtige Spitzer

Um vernünftig zeichnen zu können, muss der Bleistift spitz sein. Mit einem ungespitzten Bleistift können zwar schnelle Skizzen angefertigt, Schraffuren angelegt oder grobe Linien gezogen werden. Für ein ordentliches Zeichnen führt aber kein Weg an einem gut gespitzten Bleistift vorbei. Und damit der Bleistift richtig und gleichmäßig angespitzt wird, sollte der Zeichner lieber etwas mehr Geld ausgeben und sich einen hochwertigen Spitzer leisten.

War ein Spitzer oft und viel in Gebrauch, sind seine Klingen irgendwann abgenutzt. Wirklich spitz wird der Stift dadurch nicht mehr. In diesem Fall muss der Spitzer aber nicht gleich entsorgt werden. Stattdessen kann er weiterhin verwendet werden, um die Stifte grob vorzuspitzen. Den Feinschliff bekommen die Stifte dann durch einen kleineren, scharfen Spitzer.

Zusatz-Tipp: Den Spitzer, mit dem der Zeichner seine Bleistifte spitzt, sollte er tatsächlich nur für seine Bleistifte und nicht auch für andere Stifte verwenden. Denn wenn er mit demselben Spitzer auch Buntstifte anspitzt, bleiben kleine Farbpartikel im Spitzer haften. Diese Farbpartikel landen dann erst auf dem Bleistift und anschließend in der Zeichnung.

 

Tipp 4: der perfekte Radiergummi

Der Radiergummi übernimmt beim Zeichnen zwei Aufgaben. So kommt er zum einen zum Einsatz, wenn kleine Korrekturen vorgenommen werden sollen. Und zum anderen wird er verwendet, um besondere Effekte wie beispielsweise Lichter umzusetzen. Eine Art Universalwerkzeug in diesem Zusammenhang ist ein einfacher, weißer Radiergummi.

Anders als bunt eingefärbte Radiergummis hinterlässt ein weißer Radiergummi keine ungewollten Farbspuren auf dem Papier. Allerdings haftet im Laufe der Zeit immer mehr Graphit auf dem Radiergummi und er verfärbt sich grau. Damit keine Schlieren auf dem Papier zurückbleiben, sollte der verschmutzte Radiergummi dann zuerst auf einem Stück Papier sauber radiert werden. Klappt das nicht, kann der Zeichner auch ein Stück von dem Radiergummi abschneiden. Auch so erhält er wieder eine saubere Radierfläche. Gleichzeitig sind durch das Abschneiden glatte Kanten vorhanden, die ein sehr präzises Radieren ermöglichen. Um besondere Effekte zu erzielen, ist es deshalb ein probates Mittel, einen Radiergummi zu zerschneiden und mit den kleinen Stücken zu arbeiten.

Beim Radieren selbst sollte der Zeichner sein Papier festhalten und nicht zu viel Druck ausüben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Zeichner abrutscht und seine Zeichnung durch Knicke im Papier ruiniert. Ein zu starkes Scheuern wiederum könnte das Papier beschädigen.

Eine Alternative zum simplen Radiergummi ist ein Radierstift. Er wird genauso genutzt wie ein Bleistift, nur dass er eben keine Linien aufträgt, sondern aufgetragene Linien wegradiert. Um den Radierstift zu säubern und wieder in die richtige Form zu bringen, kann er von Zeit zu Zeit mit einem handelsüblichen Spitzer angespitzt werden.

 

Tipp 5: Werkzeuge zum Verwischen

Zeichnungen bestehen oft nicht nur aus Linien und Schraffuren. Um weiche Konturen, verschwommene Hintergründe oder geschlossene Flächen zu gestalten, werden die einzelnen Bleistiftstriche stattdessen auch verwischt. Dabei gibt es mehrere Hilfsmittel, auf die der Zeichner zurückgreifen kann. Das klassische Werkzeug sind die sogenannten Estompen.

Hierbei handelt es sich um eine Art Stift aus Papier. Im Laufe der Zeit haftet immer mehr Graphit auf dem Verwischstift. Deshalb ist beim Einsatz etwas Vorsicht geboten, denn sonst könnte die verwischte Fläche zu dunkel werden. Außerdem sollten Estompen nie gleichzeitig für Bleistifte und Buntstifte verwendet werden. Andernfalls sammeln sich Graphitreste und Farbpartikel an und werden aufs Papier übertragen.

Eine schöne Alternative zu Estompen sind schlichte Papiertaschentücher. Auch Papiertaschentücher speichern aber den losen Graphitstaub und zerfleddern zudem nach einiger Zeit. Deshalb muss der Zeichner dieses Arbeitsgerät regelmäßig austauschen. Daneben kann ein trockener, sauberer Pinsel zum Verwischen genutzt werden. Er sorgt für sehr feine Effekte.

Allerdings ist die Verwischwirkung nur minimal und die Verteilung des Graphitstaubs lässt sich nur schwer kontrollieren. Für größere Flächen ist ein Pinsel daher nicht geeignet. Zur Not kann der Zeichner auch mit seinen Fingern verwischen. Dies sollte aber wirklich nur die Notlösung sein. Denn der Finger arbeitet recht grob und wenn die Hand etwas schwitzig ist, können unschöne Schlieren entstehen. Besser ist daher, den Finger mit einem Papiertaschentuch zu umhüllen.

Zusatz-Tipp:

Für besonders dunkle Flächen in einer Zeichnung wird die Fläche zuerst schraffiert und danach verwischt. Allerdings sollte sich der Zeichner erst nach und nach an den gewünschten Farbton herantasten. Ist eine kräftige und dichte Schraffur nämlich einmal verwischt, sind Korrekturen kaum noch möglich.

Deshalb sollte der Zeichner die Fläche erst leicht schraffieren und verwischen, danach eine weitere Schraffur anlegen und ebenfalls verwischen und immer so weiter, bis der gewünschte Dunkelheitsgrad erreicht ist.

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