Anleitung zum Zeichnen von Mandalas

Das Wort Mandala entstammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt etwa so viel wie Kreis. Ein Mandala ist demnach ein kreisförmiges oder auch quadratisches Bild mit einem kleineren Kreis als Mittelpunkt.

Ursprünglich wurden Mandalas ausschließlich in religiösem Kontext verwendet, indem sie bestimmte Riten im Buddhismus, im Hinduismus und auch in indianischen Kulturen symbolisieren. Ausgehend von Indien und Tibet verbreiteten sich Mandalas dann zunehmend als Meditationsobjekt.

Mandalas bestehen aus unterschiedlichen Farben, Formen und mystischen Sinnbildern. Vor allem im Zusammenhang mit religiösen Zwecken werden kunstvolle Mandalas aus Sand hergestellt, die nach der Fertigstellung aber wieder weggewischt und damit zerstört werden.

Das Wegwischen symbolisiert dabei die Vergänglichkeit des Lebens, gleichzeitig aber auch einen Idealzustand, der in der Entbindung von der materiellen Welt besteht. Interessant ist auch die Zahlensymbolik von Mandalas. So haben nicht nur die jeweiligen Farben und Formen eine Bedeutung, sondern auch die Anzahl von Formen und Objekten hat symbolische Aussagekraft.

 

Dabei stehen die Zahlen 1 bis 10 stehen in einem Mandala für: 

1 Einheit, Ganzheit, Neubeginn 2 Dualität, das Gegenüber
3 Bewegung, Energie 4 Ausgewogenheit, Vollendung
5 Vitalität, Zielstrebigkeit 6 Kreativität, das Erreichen von Zielen
7 Die heilige Zahl 8 Stabilität, Harmonie, Unendlichkeit, Wiedergeburt
9 Wahrheit, Ganzheit 10 Vollkommenheit, Gesetzestreue

  

Unsere Anleitung zum Zeichnen von Mandalas:

Auch wenn Mandalas eigentlich religiösen und kulturellen Zwecken dienen und leicht spirituell-esoterisch angehaucht erscheinen, sind sie als Zeichenübung hervorragend geeignet. Die Beschäftigung mit der Kreisform sorgt für Ruhe, Entspannung und Konzentration.

Im Hinblick auf das Zeichnen eignen sich Mandalas aber vor allem deshalb, weil die die Feinmotorik und die Kreativität fördern und die richtige Stifthaltung beim Zeichnen und Malen trainieren. Das Zeichnen von Mandalas eignet sich grundsätzlich für Zeichner in allen Alterstufen und für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene. Im Internet finden sich unzählige Vorlagen für Mandalas in allen nur erdenklichen Formen und mit den unterschiedlichsten Motiven.

Zeichentechniken

Durch das Ausmalen solcher Vorlagen können verschiedene Zeichentechniken geübt werden, beispielsweise das Gestalten von Flächen durch Schraffuren oder Verwischen. Gleichzeitig trainiert der Zeichner aber auch das exakte Ausmalen von Flächen, also eine Fläche innerhalb der Grenzen auszumalen, ohne die Außenlinie dabei zu übermalen. Zudem kann mit unterschiedlichen Malwerkzeugen experimentiert werden, etwa mit Bleistiften in unterschiedlichen Härtegraden, mit Buntstiften oder mit Pastellkreiden. Der Zeichner kann so ein Gefühl für die unterschiedlichen Stifte entwickeln und gleichzeitig die Wirkung von Farbkompositionen ausprobieren und üben. Genauso ist es aber auch recht einfach möglich, eigene Mandalas zu entwerfen. Dazu wird zunächst ein großer Kreis gezeichnet, in dessen Mitte dann ein kleinerer Kreis gesetzt wird.

Damit ist das Grundgerüst des Mandalas fertig. Die Ausgestaltung kann dann ganz nach dem eigenen Geschmack erfolgen, wobei die Motive immer nur in den äußeren Ring gezeichnet werden. Am Anfang bietet es sich an, mit einfachen Motiven zu beginnen, beispielsweise mit geometrischen Formen wie Kreisen, Rechtecken und Dreiecken. Später können dann auch komplexere Motive integriert werden, etwa Blüten oder Tiere. Wichtig beim Anordnen der Motive ist, auf die Symmetrie zu achten. Das bedeutet, die jeweiligen Symbole werden immer möglichst gleichmäßig und auf der gleichen Höhe angeordnet. Dadurch kann das Kreisbild dann später von allen Seiten und Perspektiven aus betrachtet werden, ohne dass sich das Erscheinungsbild verändert.

Durch das Zeichnen von eigenen Mandalas übt der Zeichner also die Linienführung und das gleichmäßige Anordnen von Motiven auf dem Zeichengrund. Eine andere Möglichkeit für das Zeichnen von Mandalas besteht darin, einen sogenannten Spirographen zu verwenden. Hierbei handelt es sich um eine Schablone, die aus dem technischen Zeichnen entstammt und mit der mathematische Kurven und Kreismuster gezeichnet werden. Die Schablone besteht aus einem Ring und mehreren runden Scheiben. Der Ring und die Scheiben sind mit Zacken ausgestattet, die an ein Zahnrad erinnern, die Scheiben sind außerdem mit Löchern versehen.

Zum Zeichnen wird der Ring auf den Zeichengrund gelegt, anschließend wird eine der Scheiben im Ring positioniert. Dann wird der Bleistift in eines der Löcher auf der Scheibe gesteckt und die Scheibe wird kreisförmig in dem Ring bewegt, bis das gewünschte Muster entstanden ist. Als weitere hilfreiche Werkzeuge beim Zeichnen von eigenen Mandalas können sich ein Lineal und ein Geodreieck erweisen, genauso kann aber auch mit anderen Schablonen aus dem Bereich des technischen Zeichnens oder mit einfachen Haushaltsgegenständen wie Gläsern oder Plätzchenausstechern gearbeitet werden.

Die folgende Grafik zeigt nun noch, wie ein einfaches Mandala aus geometrischen Formen entstehen kann:

[Anleitung und Vorlage für Mandalas]

Mandalas zeichnen

Weiterführende Anleitungen, Tipps und Ratgeber zum Malen und Zeichnen:

Bestimmen von Grössen und Abständen
Tipps Licht und Schatten
Tipps und Übungen zu Schraffuren
Blickwinkel beim Zeichnen
Zeichenwerkzeuge beim technischen Zeichnen
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