Die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen, Teil 2

Die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen, Teil 2

Während das digitale Zeichnen früher in erster Linie technischen Zeichnern oder Profis vorbehalten war, hat es sich inzwischen zu einem echten Trend entwickelt. Die riesige Auswahl an kostenfreien oder zumindest sehr kostengünstigen Apps hat dazu beigetragen, dass teure Zeichenprogramme der Vergangenheit angehören.

Zudem sind die Apps längst nicht so komplex und schwer zu bedienen wie ihre Vorläufer. Tablets und Pens sind mittlerweile ebenfalls durchaus erschwinglich. Und viel mehr braucht es fürs digitale Zeichnen auch nicht.

Ein weiterer Grund dafür, dass das digitale Zeichnen immer beliebter wird, dürfte sein, dass es verglichen mit dem klassischen Zeichnen eine ganze Reihe an Vorteilen bietet. In einer zweiteiligen Übersicht schauen wir uns die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen einmal näher an. Dabei haben wir in Teil 1 die ersten fünf Vorteile genannt.

Jetzt geht’s weiter mit Teil 2.:

 

 

Beim analogen Zeichnen braucht der Zeichner Platz. Schließlich muss er seinen Zeichenblock irgendwo ablegen und seine Stifte, den Radiergummi, vielleicht etwas Papier und die anderen Zeichenwerkzeuge drapieren. Nach dem Zeichnen muss das alles auch wieder irgendwo verstaut werden. Möchte der Zeichner nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs zeichnen, muss er zumindest eine kleine Grundausstattung mit sich herumschleppen.

Beim digitalen Zeichnen ist das anders. Denn dafür braucht der Zeichner nur sein Tablet und einen Stift. So ein Tablet findet überall Platz. Wenn gerade keine Fläche zum Ablegen da ist, tut es zur Not auch der Schoss. Insgesamt nimmt ein Tablet aber kaum Platz weg, weder auf dem Schreibtisch noch in der Tasche. Und das Aufräumen nach dem Zeichnen ist sekundenschnell erledigt.

Zeichnet der Zeichner klassisch, muss er aber nicht nur seine Zeichenmaterialien, sondern auch seine Entwürfe, Skizzen und Zeichnungen aufbewahren. Einen Teil davon kann er vielleicht aufhängen, doch den Rest wird er meist in Mappen lagern. Möglicherweise hat er auch eine Schublade oder gleich ein ganzes Regal für seine Werke. Im Unterschied dazu lassen sich digitale Zeichnungen schnell und platzsparend verstauen.

Denn sie belegen lediglich etwas Speicherplatz auf dem Tablet oder auf einem kleinen Speichermedium wie einem USB-Stick oder einer CD. Gleichzeitig hat der Zeichner seine Werke immer dabei und kann sie anderen präsentieren, wenn ihm danach ist. Dass seine Zeichnungen Knicke, Flecken, Risse oder andere Schäden abbekommen könnten, muss er dabei nicht befürchten.

 

  1. Keine Berührungsängste

Hochwertiges Zeichenpapier ist nicht ganz günstig und auch gute Stifte haben ihren Preis. So mancher Zeichner tut sich deshalb schwer damit, einfach so drauf los zu zeichnen. Denn er möchte das teure Material ja nicht verschwenden. Auch das große, weiße, leere Blatt, das der Zeichner vor sich hat, macht es nicht immer leicht, den ersten Strich zu wagen.

Solche Hemmungen muss der Zeichner nicht haben, wenn er digital zeichnet. Er kann sein Zeichenprogramm öffnen, sich den Stift schnappen und munter vor sich hinkritzeln. Er kann herumprobieren und das, was ihm gerade durch den Kopf schießt, festhalten. Denn wenn der Entwurf nichts wird, ist er mit einem Klick wieder gelöscht. Und falls der eine oder andere Strich missglückt ist, lässt er sich problemlos rückgängig machen.

 

  1. Beliebige Formate

Eine klassische Zeichnung kann nur so groß werden wie das Papier, auf dem der Zeichner arbeitet. Natürlich könnte er sich große Papierbögen besorgen oder eine Zeichnung aus mehreren Blättern Zeichenpapier zusammensetzen. Aber großformatig zu zeichnen, kann ganz schön anstrengend und kompliziert sein.

Beim digitalen Zeichnen gestaltet sich die Sache einfacher. Auch das Display hat zwar nur eine bestimmte Größe. Aber der Zeichner kann sein digitales Zeichenpapier hin- und herschieben, in einzelne Bereiche hineinzoomen oder die Fläche im Ganzen zusammenziehen. Auf diese Weise sind mit Blick auf das Format praktisch keine Grenzen gesetzt.

Möchte der Zeichner überwiegend große Zeichnungen erstellen, sollte er aber darauf achten, ob seine App Pixel- oder Vektor-basiert arbeitet. Bei einer Pixel-basierten App werden die einzelnen Bildpunkte ab einer bestimmten Größe sichtbar. Daher ist die Skalierbarkeit der Zeichnungen begrenzt. Im Unterschied dazu speichert eine Vektor-basierte App Linien anhand ihrer Start- und Endpunkte ab. So können die Zeichnungen auch im Nachhinein noch beliebig vergrößert werden, ohne dass die Bildqualität leidet.

 

  1. Einfache Bearbeitung

Es kommt immer wieder vor, dass der Zeichner einen Entwurf am Computer weiterbearbeiten oder eine Zeichnung digital archivieren möchte. Oder dass er ein Foto oder eine Vorlage als Basis für seine nächste Arbeit verwenden will. Oder dass er eine seiner Arbeiten im Internet veröffentlichen möchte. In der klassischen Methode kann das mitunter ziemlich umständlich sein. Denn die Zeichnung muss erst gescannt oder abfotografiert werden. Anschließend ist es meistens notwendig, den Kontrast und die Helligkeit richtig einzustellen, den Hintergrund zu optimieren und andere Feinarbeiten vorzunehmen. Erst dann kann die eigentliche Bearbeitung beginnen.

Zeichnet der Zeichner digital, ist seine Zeichnung von Anfang an in digitaler Form vorhanden. Das Hochladen entfällt damit komplett.

Andersherum kann der Zeichner kinderleicht Bilder und Vorlagen in seine Zeichen-App importieren, um sie im Zeichenprogramm zu bearbeiten. Außerdem kann der Zeichner Elemente aus anderen Zeichnungen, die sich in seiner Bibliothek befinden, in die aktuelle Zeichnung einfügen. Besonders wenn er bestimmte Symbole regelmäßig verwendet, ist das ziemlich praktisch. Denn so muss er die Symbole nicht jedes Mal neu zeichnen.

 

  1. Immer wieder verwendbar

Eine von Hand gezeichnete Skizze oder Zeichnung ist ein Unikat. Ein zweites Mal exakt die gleiche Zeichnung anzufertigen, ist kaum möglich. Die Bilder können sich zwar sehr ähnlich sein. Doch bei genauem Hinsehen werden sich immer zumindest kleine Unterschiede zeigen.

Aus künstlerischer Sicht ist gerade die Tatsache, dass sich Zeichnungen und andere Kunstwerke nicht ohne Weiteres reproduzieren lassen, ein großer Pluspunkt. Aber manchmal hätte der Zeichner einen Entwurf oder eine Zeichnung gerne in mehreren Ausführungen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn er einen Entwurf als Grundlage für eine Bilderserie verwenden möchte. Oder wenn ihm eine Zeichnung so gut gefällt, dass er sie als Bild aufhängen, auf seiner Webseite einbetten und als Logo auf seinen Visitenkarten nutzen möchte.

Beim digitalen Zeichnen ist das ohne Weiteres möglich. Die Zeichnung kann gespeichert, beliebig oft reproduziert und immer wieder abgeändert werden. Der künstlerische Wert geht dadurch nicht verloren. Denn am Ende zählt die Bild-Idee und weniger die Darstellungsform.

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Redakteure

Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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