Tipps und Übungen zu Schraffuren

Strenggenommen bestehen echte Zeichnungen nicht aus Flächen, sondern ausschließlich aus Strichen und Linien. Besonders deutlich wird dies bei der Betrachtung alter Drucktechniken wie beispielsweise dem Kupferstich, durch den nur Striche reproduziert werden konnten.

Um aber dennoch helle und dunkle Flächen abbilden zu können, wurden viele Striche direkt nebeneinander gesetzt, wodurch der Eindruck einer grauen Fläche entsteht, die umso dunkler aussieht, je geringer die Abstände zwischen den einzelnen Strichen sind.

Schraffuren ausgiebig zu üben, war bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts weit verbreitet, heute sind solche Übungen eher umstritten.

Für Zeichenanfänger machen sie aber dennoch durchaus Sinn, denn bei den Übungen geht es weniger darum, richtig zu schraffieren, als vielmehr darum, die richtige Haltung des Stiftes beim Zeichnen zu trainieren und Linien bewusst und kontrolliert zu zeichnen.

Insofern gibt es einige Punkte, die beim Üben klassischer Schraffuren von Bedeutung sind:

1.      

Anders als vielfach angenommen bestehen Schraffuren keineswegs aus schnell ausgeführten Strichen, die eher an Kritzeln als an Zeichnen erinnern.

Der Stift wird insbesondere am Anfang verhältnismäßig langsam geführt, so dass die einzelnen Striche kontrolliert und konzentriert gezeichnet werden können.

2.      

Die einzelnen Striche müssen zu einem einheitlichen, regelmäßigen Muster verschmelzen. Insofern ist wichtig, dass die Linien nicht unterschiedlich stark an- oder abschwellen oder verschieden hell oder dunkel aussehen.

Entscheidend hierbei ist somit, dass der Druck gleichmäßig ausfällt, vor allem wenn mit weichen Bleistiften gezeichnet wird.

3.      

Um Schraffuren effektiv zu üben, ist es ratsam, zunächst ein Muster auszuwählen und dieses zu wiederholen, bis die Linien und die Abstände exakt gleich sind. Anschließend sollte dieses Muster dann auch in anderen Richtungen gezeichnet werden, also nicht nur von links nach rechts und von oben nach unten, sondern auch von rechts nach links und von unten nach oben.

Die eigentlichen Zeichenübungen gliedern sich in mehrere Schritte. So sollte im ersten Schritt geübt werden, wenige Striche zu zeichnen, die möglichst gerade verlaufen und exakt gleich aussehen. Im nächsten Schritt wird dann geübt, solche gleichmäßigen Striche so zu zeichnen, dass auch die Abstände identisch sind. Zeitgleich wird hierbei auch geübt, räumliche Strukturen und unterschiedliche Helligkeiten entstehen zu lassen.

Je weiter die Striche voneinander entfernt liegen, desto heller erscheint die schraffierte Fläche und je dünner die Striche sind, desto höher und näher wirken sie.

In einem weiteren Schritt werden gleichmäßig gebogene Striche gezeichnet, wobei auch hier wieder mit unterschiedlichen Linienstärken und Helligkeiten experimentiert werden kann.

Der letzte Übungsschritt sieht Kreuzschraffuren vor, durch die gewölbt wirkende Flächen entstehen. Hierbei gilt, dass die Fläche umso dunkler wirkt, in je spitzeren Winkeln die Linien aufeinandertreffen.

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