2 ungewöhnliche, aber effektive Zeichenübungen

2 ungewöhnliche, aber effektive Zeichenübungen

Um das Zeichnen zu üben, müssen es nicht immer nur die klassischen Übungen sein. Hier sind 2 ungewöhnliche, aber effektive Zeichenübungen!

Wie bei fast allem im Leben gilt auch fürs Zeichnen, dass Übung den Meister macht. Je öfter der Zeichner zeichnet, desto vertrauter wird ihm der Umgang mit dem Zeichengerät und desto einfacher wird es ihm fallen, seine Wunschmotive umzusetzen.

Außerdem lernt er die verschiedenen Zeichentechniken kennen und wird allmählich seinen persönlichen Zeichenstil entwickeln, der seine Arbeiten unverwechselbar macht. Und um das Zeichnen zu üben, gibt es unzählige Zeichenübungen und Tipps.

Doch manchmal sind es gerade die ausgefallenen, auf den ersten Blick etwas seltsamen Zeichenübungen, die die größte Wirkung erzielen. Zwei solcher ungewöhnlichen, aber sehr effektiven Zeichenübungen stellt dieser Beitrag vor:

 

  1. Zeichenübung: Schatten zeichnen

Ein wesentlicher Punkt beim Zeichnen besteht darin, das Zeichenobjekt zunächst in ganz einfache Formen zu zerlegen. Diese Formen bestehen aus Linien und Strichen, die sich zu Konturen verbinden und mit weiteren Linien und Strichen zu Flächen, Mustern, Schattierungen oder Details ausgearbeitet werden. Gerade am Anfang fällt es vielen Zeichnern aber schwer, die einfachen Formen eines Motivs zu erkennen. Gleichzeitig lassen sie sich zu sehr von markanten Details ablenken. Das Zeichnen von Schatten kann deshalb eine überaus hilfreiche Zeichenübung sein.

 

So geht die Zeichenübung

Für die Zeichenübung sucht sich der Zeichner irgendeinen Gegenstand aus. Dabei kann es sich um einen Gegenstand mit schlichten Konturen wie beispielsweise eine Tasse oder ein Glas handeln. Genauso gut kann der Zeichner aber auch einen Gegenstand wählen, der schwieriger zu zeichnen scheint, etwa eine Grünpflanze, eine strukturierte Vase oder eine Deko-Figur.

Sein Zeichenobjekt stellt der Zeichner dann so vor eine Lampe, dass das Objekt einen Schatten mit klaren, scharfen Konturen an die Wand wirft. Diesen Schattenriss zeichnet der Zeichner nun auf sein Papier.

Ist die erste Umrisszeichnung fertig, kann der Zeichner das Objekt ein Stückchen drehen oder anders hinstellen. Dadurch verändert sich der Schatten und eine neue Form entsteht. Um die Zeichnung anzufertigen, kann der Zeichner mit einem Bleistift arbeiten.

Interessant kann es aber auch sein, mit einem dicken schwarzen Filzstift zu arbeiten. Die Zeichnung kann der Zeichner so lassen wie sie ist. Oder er kann die Fläche schwarz ausmalen. Eine andere Möglichkeit ist, verschiedene Schraffurtechniken auszuprobieren, um die Fläche auf diese Weise auszufüllen. Und natürlich kann der Zeichner die Umrisszeichnung auch mit Details ausarbeiten.

 

Der Zweck der Übung

Bei der Zeichenübung geht es darum, ein Motiv auf seine einfachen Grundformen zu reduzieren. Statt sich von markanten Details ablenken zu lassen, lernt der Zeichner, sich auf die wesentlichen Linien zu konzentrieren. Gleichzeitig schärft er seinen Blick dafür, was die charakteristischen Merkmale des Objekts sind. Denn selbst wenn er das Objekt mehrfach dreht und den Schatten in verschiedenen Positionen nachzeichnet, wird immer zu erkennen sein, welches Objekt die Zeichnung darstellt.

 

  1. Zeichenübung: Kritzelnd zeichnen

Beim Zeichnen achtet der Zeichner auf viele verschiedene Dinge. Neben der Umsetzung des Motivs bemüht er sich beispielsweise darum, den Stift richtig zu halten und seine Hand so über das Papier zu führen, dass er nichts verwischt. Er kontrolliert, ob die Linien korrekt gezeichnet sind und die Tonwerte stimmig wirken.

Doch je mehr sich der Zeichner darauf konzentriert, technisch richtig zu zeichnen, desto verkrampfter wird er oft. Eine sehr gute Zeichenübung kann deshalb sein, einfach mal zu kritzeln.

 

So geht die Zeichenübung

Für die Zeichenübung, die sich in zwei Teile gliedert, braucht der Zeichner ein Stück Papier und einen Stift. Welche Art von Papier und welchen Stift er verwendet, spielt letztlich keine Rolle. Mit seinem Stift füllt er nun das ganze Papier mit Linien und Kreisen aus. Dabei sollte er nicht nachdenken, sondern seine Hand ganz frei über das Papier gleiten lassen, von oben nach unten, von einer Seite zur anderen, diagonal über die Fläche und wieder zurück.

Ist das Papier gut mit Linien gefüllt, folgt der zweite Teil der Übung. Jetzt sollte sich der Zeichner seine wilde Ansammlung an Linien aufmerksam anschauen. Dabei wird er in den Linien bestimmte Formen oder einen Gegenstand erkennen. Mitunter kann das zwar etwas dauern, aber irgendwann springt dem Zeichner ein Motiv ins Auge.

Dieses Motiv kann er nun ausarbeiten, indem er die bereits vorhandenen Linien nachzeichnet und durch weitere Linien und Striche ergänzt. Er kann die entstandenen Flächen schraffieren oder mit verschiedenen Farben arbeiten. Nach und nach verwandelt sich so das anfängliche Gekritzel in eine echte Zeichnung mit einem sichtbaren Motiv auf einem wild gemusterten Hintergrund.

 

Der Zweck der Übung

Bei dieser Übung trainiert der Zeichner, seiner Hand die Arbeit beim Zeichnen zu überlassen. Statt permanent zu kontrollieren, ob die eben gezeichnete Linie richtig war und die Zeichnung gut wird, lässt er es zu, dass sich die Zeichnung von alleine entwickelt.

Außerdem übt der Zeichner, seine Hand entspannt und unverkrampft über das Papier zu führen. Ein schöner Nebeneffekt ist außerdem, dass der Zeichner ein Motiv findet, ohne vorher die Hürde des berühmten weißen Blattes überwinden zu müssen.

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