Anleitung für eine abstrakte Tuschezeichnung

Anleitung für eine abstrakte Tuschezeichnung

Die meisten denken an Bleistiftzeichnungen, wenn von Skizzen und Zeichnungen die Rede ist. Und für ausdrucksstarke Bleistiftzeichnungen braucht es zugegebenermaßen etwas Übung. Doch auch diejenigen, die im Zeichnen nicht ganz so erfahren sind, können beeindruckende Kunstwerke kreieren. Dafür wird der Bleistift durch Tusche, Wattestäbchen und die Finger ersetzt.

Den letzten Schliff bekommt die Tuschezeichnung dann im wahrsten Sinne des Wortes durch eine Bearbeitung mit Schleifpapier. Im Ergebnis entsteht eine abstrakte Zeichnung, die einem Schwarz-Weiß-Foto sehr nahe kommt.

Hier also eine Anleitung für eine abstrakte Tuschezeichnung!

 

Die Materialien für die Tuschezeichnung

  • Papier mit einer möglichst glatten, am besten leicht glänzenden und wasserabweisend beschichteten Oberfläche (z. B. Fotopapier)
  • Holzplatte
  • Sprühkleber
  • Bleistift
  • Tusche
  • Wattestäbchen
  • sehr feines Schleifpapier, mit mindestens 400er-Körnung oder noch feiner

 

Die Anleitung für eine abstrakte Tuschezeichnung

  1. Schritt: den Bildträger vorbereiten

Damit die Tusche später verwischt werden kann, sollte ein Papier verwendet werden, das eine glatte und wasserabweisende Oberfläche hat. Bei einem stark saugenden Papier würde die Tusche zu schnell ins Papier einziehen. Zudem muss die Papieroberfläche mit Schleifpapier leicht abgeschmirgelt werden können. Gut geeignet ist beispielsweise Fotopapier. Bevor der Zeichner loslegt, sollte er aber am besten eine kleine Probe anfertigen. Schließlich wäre es schade, wenn er sich seine liebvoll ausgearbeitete Zeichnung wieder kaputt macht.

Um besondere Effekte zu erzielen, wird die Tuschezeichnung mit Schleifpapier bearbeitet. Da hierbei Druck ausgeübt wird, ist es ratsam, das Papier auf einen stabilen Untergrund wie eine Holzplatte aufzuziehen. Dadurch ergibt sich ein solider Bildträger und die Gefahr, dass im Papier Risse, Falten oder Knicke entstehen, ist minimiert.

Im ersten Schritt wird also der Bildträger angefertigt. Dafür wird eine Holzplatte im Format des Papiers zugeschnitten. Mithilfe von Sprühkleber wird das Papier anschließend auf der Holzplatte befestigt.

 

  1. Schritt: das Motiv grob skizzieren

Das eigentliche Zeichnen beginnt mit dem Skizzieren des Motivs. Die Skizze ist in erster Linie als Orientierungshilfe gedacht. Deshalb reicht es völlig aus, nur die wichtigsten Linien und Flächen grob mit dem Bleistift vorzuzeichnen. Da die Zeichnung insgesamt eher abstrakt wird, wird auf kleine, feine Details ohnehin verzichtet.

Welches Motiv gewählt wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Besonders gut für diese Technik eignen sich aber einfache Landschaften oder große Blumen. Wer möchte, kann die Zeichnung selbstverständlich auch komplett frei Hand anfertigen. In diesem Fall fällt die Skizze weg.

 

  1. Schritt: das Motiv mit Tusche zeichnen und ausgestalten

Jetzt wird die Tuschezeichnung angefertigt. Dazu wird mit einem Wattestäbchen etwas Tusche aufgenommen und als Linie auf den Zeichengrund aufgebracht. Anschließend wird die recht grobe, breite Linie mit dem Finger verwischt. Durch die glatte Papieroberfläche lässt sich die Tusche prima mit dem Finger verteilen. Die ursprüngliche Tuschelinie läuft dadurch sanft aus. Wenn dann weitere Linien aufgetragen und ebenfalls verwischt werden, entstehen Flächen mit sanften Übergängen. Gleichzeitig können mit der Fingerspitze verschiedene Muster gestaltet werden, beispielsweise indem mit dem Finger in die Tusche getupft oder leicht kreisende Bewegungen ausgeführt werden.

Nach und nach wird so die gesamte Zeichnung angelegt und ausgestaltet. Sollte eine Fläche zu hell geworden sein, wird einfach neue Tusche aufgetragen und wieder verwischt.

 

  1. Schritt: das Motiv mit Schleifpapier bearbeiten

Das fertige Motiv sieht zwar eigentlich schon sehr ansprechend aus, wirkt aber insgesamt noch recht hart. Um das Motiv etwas verschwommener wirken zu lassen, kommt deshalb jetzt das Schleifpapier zum Einsatz. Wichtig ist aber, ein Schleifpapier mit einer sehr feinen Körnung zu verwenden. Eine 400er-Körnung sollte es mindestens sein. Ein grobes Schleifpapier würde die Papieroberfläche ruinieren.

Mit dem Schleifpapier wird nun an der gewünschten Stelle über das Motiv gerieben. Dabei wird das Schleifpapier in der gleichen Richtung über das Papier geführt wie vorhin die Finger. Wurde die Tusche waagerecht verwischt, wird das Schleifpapier also ebenfalls von links nach rechts und zurück über das Papier gezogen.

Wurde die Tusche senkrecht verwischt, wird das Papier von oben nach unten abgeschliffen. Das Schleifpapier wirkt einerseits wie ein Radiergummi. Die Tusche wird somit wieder etwas abgenommen und auch etwas von der Papieroberfläche wird abgerieben. So entstehen Lichtstellen in der Zeichnung. Andererseits verschwinden die sichtbaren Spuren, die der Auftrag der Tusche mit dem Wattestäbchen und das Verwischen mit dem Finger hinterlassen haben. Dadurch wirkt die Zeichnung fast wie ein unscharfes Foto.

Sollte einmal versehentlich etwas zu viel Tusche abgeschmirgelt worden sein, kann an dieser Stelle frische Tusche aufgetragen, verwischt und nach dem Trocknen erneut abgeschmirgelt werden. Allerdings sind die Korrekturmöglichkeiten begrenzt. Denn wenn zu viel abgeschmirgelt wird, ist irgendwann vom Papier nichts mehr übrig und die Holzplatte kommt zum Vorschein. Deshalb sollte der Zeichner gut überlegen, wo er seine Zeichnung mit Schmirgelpapier bearbeitet und beim Abschmirgeln insgesamt eher behutsam vorgehen.

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