Gesichter zeichnen – ein paar Basistipps

Gesichter zeichnen – ein paar Basistipps

Menschen gehören zu den sehr beliebten Motiven für Zeichnungen. Doch ausgerechnet Gesichter bereiten Hobby-Zeichnern mitunter größere Schwierigkeiten. Hier deshalb ein paar Basistipps fürs Zeichnen von Gesichtern!

Ob schnelle Skizze oder detaillierte Zeichnung: Menschen werden sehr gerne als Motiv verwendet. Und das Element, das die gezeichnete Person am deutlichsten charakterisiert, ist das Gesicht. Gerade das Gesicht stellt den Hobby-Zeichner jedoch vor eine größere Herausforderung.

Denn auf der einen Seite weiß jeder, wie ein Gesicht aussieht. Auf der anderen Seite fallen Fehler besonders schnell auf, eben weil jeder mit Gesichtern vertraut ist. Dabei sind es meist gar nicht die einzelnen Elemente, die das gezeichnete Gesicht irgendwie schief oder unstimmig wirken lassen. Die Augen, die Nase, der Mund oder die Ohren als solches sind mit etwas Übung recht einfach zu zeichnen. Die Hauptfehlerquelle sind vielmehr die Proportionen.

Wenn sie nicht stimmen, wirkt das ganze Gesicht seltsam. Doch wie werden die einzelnen Bestandteile eines Gesichts richtig angeordnet?

 

Hier sind paar Basistipps, die beim Zeichnen von Gesichtern weiterhelfen.

 

Gesichter zeichnen – eine kurze Definition vorab

Auch wenn es im ersten Moment vielleicht unnötig erscheint, sollte zu Beginn vielleicht erst einmal geklärt werden, was genau das Gesicht überhaupt ist. Denn mit dem Gesicht ist keineswegs der ganze Kopf gemeint. Das Gesicht ist vielmehr der vordere Teil des Kopfes. In senkrechter Richtung erstreckt sich das Gesicht vom Haaransatz bis zum Kinn, in waagerechter Richtung von einem Ohr zum anderen Ohr.

Die größte Fläche des Gesichts nimmt die Stirn ein. Auf der übrigen Gesichtsfläche sind dann die Augen samt Augenbrauen, die Nasenpartie und der Mund angeordnet. Wenn es darum geht, Gesichter zu zeichnen, so ist damit also nicht der ganze Kopf oder gar die Büste, also der Kopf mit Hals und Schultern, gemeint. Stattdessen geht es nur um den vorderen Teil des Kopfes unterhalb des Haaransatzes.

 

Gesichter zeichnen – die Höhe

Natürlich ist jedes Gesicht anders und hat seine Eigenheiten. Und die wenigsten Gesichter sind wirklich symmetrisch. Viel häufiger ist, dass die beiden Gesichtshälften kleinere Unterschiede aufweisen und beispielsweise die Augen gar nicht auf einer Höhe liegen.

Trotzdem gibt es ein paar Standardmaße, die dabei helfen, die richtigen Proportionen festzulegen. Zu diesen grundlegenden Maßeinheiten gehört die Länge der Nase. Mithilfe der Nasenlänge lässt sich die Höhe des Gesichts festlegen. Dabei wiederum kann der Zeichner auf zwei Methoden zurückgreifen:

 

  1. Methode: Einteilung in 3 bzw. 7 Felder

Eine Möglichkeit besteht darin, das Gesicht in drei Teile zu gliedern. Jedes der drei Teile ist eine Nasenlänge lang:

  • Das erste Drittel beginnt am Kinn und endet an der Nasenspitze.
  • Das zweite Drittel reicht von der Nasenspitze bis zu den Augenbrauen.
  • Das dritte Drittel bildet die Stirn.

Dazu kommt noch ein schmalerer Teil für den Haaransatz. Dieser vierte Teil entspricht ungefähr einer halben Nasenlänge. Insofern kann das Gesicht auch in sieben Felder aufgeteilt werden, die jeweils halb so lang sind wie die Nase. In diesem Fall ist das oberste Feld für den Haaransatz vorgesehen, zwei Felder bilden die Stirn, zwei Felder ergeben die Partie zwischen Augenbrauen und Nasenspitze und die beiden untersten Felder stellen den Bereich von Nasenspitze bis Kinn dar.

 

  1. Methode: Einteilung in 4 Felder

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Gesicht in vier Felder aufzuteilen. Die Augen markieren dabei die Mittellinie. Auch hier sind die einzelnen Felder jeweils eine Nasenlänge hoch:

  • Zwei Felder ergeben die Stirn. Dabei beginnt die obere Gesichthälfte in der Mitte der Augen und endet am Oberkopf.
  • Das dritte Feld ist für die Nase vorgesehen. Es beginnt auf halber Augenhöhe und endet an der Nasenspitze.
  • Das vierte Feld erstreckt sich von der Nasenspitze bis zum Kinn. Wenn dieses Feld mittig aufgeteilt wird, berührt der Abschluss der Unterlippe die Mittellinie.

[Grafik Gesicht 1]

Gesicht 1

 

Gesichter zeichnen – die Breite

Während die Nasenlänge die Standard-Maßeinheit für die Gesichtshöhe ist, bildet die Breite eines Auges den Richtwert für die Breite des Gesichts. Dabei wird beim Zeichnen folgendes Grundschema angewendet:

  • Das Gesicht ist so breit wie fünf Augen.
  • Die fünf augenbreiten Felder teilen sich auf in die linke Schläfe (also den Bereich neben dem Auge), das linke Auge, den Abstand zwischen den Augen, das rechte Auge und die rechte Schläfe.
  • Das Kinn ist ebenfalls ungefähr so breit wie ein Auge.

[Grafik Gesicht 2]

Gesicht 2

Gesichter zeichnen – 3 Hilfslinien

Die Augen liegen auf einer Linie ungefähr in der Mitte des Gesichts. Ein typischer Anfängerfehler besteht darin, dass die Stirn zu niedrig gezeichnet wird. Die Augen werden dadurch zu weit oben angeordnet und im Ergebnis stimmen die übrigen Proportionen auch nicht mehr. Die Ohren wiederum sind genauso lang wie eine Nasenlänge und enden ungefähr in Höhe der Nasenspitze. Der Mund befindet sich im oberen Teil des untersten Gesichtsfeldes. Dabei bilden die Außenwinkel der Augen und die Mitte der Oberlippe ein Dreieck.

Am Anfang ist es durchaus sinnvoll, alle Hilfslinien einzuzeichnen und auf diese Weise die einzelnen Felder für die Höhe und die Breite des Gesichts zu markieren. Im Laufe der Zeit wird der Zeichner ein Gefühl für die richtigen Proportionen und eine stimmige Anordnung entwickeln. Mit etwas Übung genügen dann drei Hilfslinien als Orientierungslinien.

Dabei verläuft die erste Linie senkrecht durch die Gesichtsmitte. Die beiden anderen Hilfslinien werden waagerecht eingezeichnet und markieren einmal die Augen und einmal den Mund. Da das Gesicht oder genauer der Kopf keine gerade Fläche ist, sondern die Form einer Kugel hat, sollten die Hilfslinien aber leicht gebogen eingezeichnet werden. Ist das Gesicht fertig, werden die Hilfslinien natürlich wegradiert.

 

[Grafik Gesicht 3]

Gesicht 3

 

Die Position der Hilfslinien verändert sich übrigens nicht. Deshalb spielt es letztlich keine Rolle, aus welcher Perspektive das Gesicht gezeichnet wird, also ob die Person beispielsweise geradeaus schaut, den Kopf zur Seite dreht oder ihren Blick gesenkt hat. Mit den drei Hilfslinien hat der Zeichner immer die Orientierungspunkte, die er für eine stimmige Zeichnung benötigt.

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