Zeichnungen aufhängen – Infos und Tipps

Zeichnungen aufhängen – Infos und Tipps

Besonders gelungene Skizzen und Zeichnungen können wie Gemälde an der Wand präsentiert werden. Hier sind Infos und Tipps rund ums gekonnte Aufhängen von Zeichnungen.

Skizzen und Zeichnungen können genauso eindrucksvolle Kunstwerke sein wie Acrylbilder, Ölgemälde, Fotografien oder hochwertige Kunstdrucke. Und deshalb müssen sie ihr Dasein auch nicht im Zeichenblock oder in der Kunstmappe fristen.

Stattdessen können sie gekonnt in Szene gesetzt und ansprechend präsentiert werden. Doch worauf gilt es beim Aufhängen von Zeichnungen und Skizzen zu achten?

Hier Infos und Tipps dazu!

 

Skizzen und Zeichnungen fixieren

Bevor es ans Aufhängen von Skizzen oder Zeichnungen geht, sollten diese erst einmal fixiert werden. Denn bei einer Zeichnung liegen die Farbpartikel nur lose auf dem Zeichenpapier auf. Deshalb kann es passieren, dass die Zeichnung versehentlich verwischt wird. Außerdem legt sich die Fixierung wie eine Schutzschicht auf die Zeichnung. Dadurch ist die Zeichnung nicht nur vor Staub und Schmutz, sondern auch vor einem Verblassen und Vergilben geschützt.

Im Künstlerbedarf sind spezielle Fixiermittel erhältlich. Da sie hauptsächlich aus Acrylharzen auf Alkoholbasis bestehen, ziehen sie nicht tief ins Papier ein und lösen die Zeichnung auch nicht an. Stattdessen legen sie sich als eine Art Film über die Zeichnung. Dabei sind die Fixiermittel, die auch als Fixative bezeichnet werden, universell einsetzbar. Sie eignen sich für Bleistift- und Buntstiftzeichnungen also genauso wie für Zeichnungen mit Kohle, Tusche oder Pastellkreiden.

Um das Fixiermittel aufzubringen, wird es mit etwas Abstand gleichmäßig auf die Zeichnung gesprüht. Der Abstand ist deshalb wichtig, weil andernfalls größere Tropfen auf die Zeichnung klecksen könnten, die unschöne Flecken hinterlassen würden. Außerdem sollte die Schutzschicht nicht als eine dicke Lage, sondern besser in mehreren dünnen Lagen aufgebracht werden. Das Fixiermittel trocknet transparent auf und verleiht der Oberfläche einen leichten Seidenschimmer. Allerdings lässt das Fixiermittel die Zeichnung insgesamt etwas dunkler wirken. Deshalb sollte der Auftrag recht sparsam erfolgen.

Fixiermittel zum Aufsprühen sind die beste Wahl. Denn sie kommen gebrauchsfertig in Spraydosen daher und bei der Verwendung kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Fixiermittel, die mit dem Pinsel aufgetragen oder über die Zeichnung gegossen werden, sind in der Handhabung anspruchsvoller. Falsch angewendet, könnte die Zeichnung nämlich verwischen oder verlaufen. Ist gerade kein Fixiermittel aus dem Künstlerbedarf zur Hand, kann der Zeichner auf Haarspray zurückgreifen. Allerdings sollte er dann darauf achten, dass das Haarspray kein Wasser, sondern Ethanol als Lösungsmittel enthält.

 

Skizzen und Zeichnungen rahmen

Sind die Skizzen und Zeichnungen fixiert, geht es ans Einrahmen. Grundsätzlich bleibt es natürlich dem Zeichner überlassen, welche Rahmen er wählt. Damit der Rahmen der Zeichnung nicht die Schau stiehlt und gleichzeitig seine Schutzfunktion erfüllen kann, haben sich jedoch folgende Tipps bewährt:

  • In einem schlichten Rahmen kommt eine Zeichnung am besten zur Geltung. Dabei kann der Rahmen aus dünnen, einfachen Holzleisten in Naturtönen oder Weiß bestehen. Auch Leisten im Aluminiumlook harmonieren gut mit einer Bleistiftzeichnung. Bei schwarzen Leisten wirkt der Kontrast oft zu hart und bunte Leisten können zu sehr von der Zeichnung ablenken. Eine schöne Alternative zu einem Leistenrahmen kann übrigens auch ein rahmenloser Bilderrahmen sein.

 

  • Für eine Zeichnung sollte immer ein Bilderrahmen mit einer Glasscheibe verwendet werden. Ideal ist ein UV-Glas, denn es hält nicht nur Staub und Schmutz fern, sondern schützt die lichtempfindliche Zeichnung auch vor dem Sonnenlicht.

 

  • Eine Zeichnung wird üblicherweise in einem Passepartout präsentiert. Das Passepartout sollte aus einem Karton bestehen, der säurefrei und mindestens 1,5 Millimeter dick ist. Diese Stärke stellt sicher, dass die Zeichnung keinen direkten Kontakt zum Glas hat und damit auch nicht mit der Feuchtigkeit in Berührung kommt, die sich hinter dem Glas bilden kann. Damit das Passepartout der Zeichnung zusätzlichen Wirkungsraum verschafft, sollte es außerdem hell sein. Ein dunkles Passepartout würde die Zeichnung optisch einengen.

 

  • Die Rückwand des Rahmens sollte ebenfalls säurefrei sein. Andernfalls könnte die Säure das Zeichenpapier im Laufe der Zeit beschädigen. Ist der Zeichner unsicher, kann er einen dickeren Karton als Zwischenschicht zwischen die Rückwand und seine Zeichnung legen.

 

  • Möchte der Zeichner mehrere Zeichnungen präsentieren, die unterschiedliche Motive zeigen, kann er durch einheitliche Rahmen eine Verbindung schaffen. Andersherum kann er bei einer Serie aus mehreren Zeichnungen zu einem Thema durch unterschiedliche Rahmen für spannende Effekte sorgen.

 

Skizzen und Zeichnungen aufhängen

Die gerahmten Skizzen und Zeichnungen können nun aufgehängt werden. Feste Regeln gibt es dabei letztlich nicht. Entscheidend ist vielmehr, was dem Zeichner gefällt. Deshalb kann er sich ruhig auf sein Gefühl verlassen. Wenn er der Meinung ist, dass seine Zeichnungen in der gewählten Form gut zur Geltung kommen, dann sollte er es so belassen.

Aber natürlich gibt es auch fürs Aufhängen ein paar Tipps.

 

Die ideale Höhe

Die Zeichnungen werden aufgehängt, damit sie gesehen werden. Deshalb sollten sie auf Augenhöhe hängen. Allerdings sollte dabei bedacht werden, ob die Zeichnungen hauptsächlich im Stehen oder im Sitzen, beispielsweise von der Essecke oder dem Sofa aus, betrachtet werden. Davon hängt dann ab, wo die Augenhöhe ist.

 

Der beste Platz

Damit die Zeichnung wirken kann, braucht sie Platz. Direkt neben einem Fenster, einer Tür oder einem großen Schrank sollte sie deshalb nicht hängen, denn dadurch würde die Zeichnung mit der Einrichtung konkurrieren. Andersherum würde sich eine kleine Zeichnung auf einer großen, kahlen Wand verlieren. Die Größe der Zeichnung und die Größe der Wandfläche sollten also zueinanderpassen.

Direkt gegenüber einem Fenster ist ebenfalls kein idealer Ort. Zum einen scheint hier ständig Licht auf die Zeichnung, was ihr ganz schön zusetzen kann. Zum anderen kann es sein, dass das Sonnenlicht auf dem Glas spiegelt und die Zeichnung dadurch erst gar nicht zu erkennen ist.

 

Die gekonnte Anordnung

Eine große, ausdrucksstarke Zeichnung kommt am besten zur Geltung, wenn sie als Einzelstück präsentiert wird. Sollen mehrere Zeichnungen zu einem Arrangement kombiniert werden, gibt es für die Anordnung mehrere Möglichkeiten:

  • Die Zeichnungen können an einer gedachten Linie ausgerichtet werden. Diese kann waagerecht oder senkrecht verlaufen. Durch eine waagerechte Anordnung wirkt der Raum optisch breiter, bei einer senkrechten Anordnung gewinnt er optisch an Höhe. Die Anordnung der Zeichnungen an einer Grundlinie sorgt für ein ruhiges und harmonisches Gesamtbild, selbst wenn die Rahmen unterschiedlich sind.

 

  • Mehrere Zeichnungen, die eine Serie bilden und einheitlich gerahmt sind, können im Raster aufgehängt werden. Dazu werden die Bilderrahmen mit gleichen Abständen zueinander angeordnet und so positioniert, dass sich ein Quadrat oder ein Rechteck ergibt. Diese Anordnung wirkt sehr harmonisch und lässt die Zeichnungen als in sich geschlossene Einheit erscheinen.

 

  • Zeichnungen in unterschiedlichen Rahmen können zu einem geometrischen Gesamtbild arrangiert werden. Dafür wird zunächst eine geometrische Form gewählt. Dies kann ein Rechteck, ein Quadrat, ein Kreis oder ein Oval sein. Anschließend werden die Zeichnungen innerhalb dieser gedachten Grundform arrangiert. Am einfachsten gelingt die Anordnung, wenn der Zeichner mit der größten oder wichtigsten Zeichnung beginnt und alle anderen Zeichnungen um diese herum positioniert.

 

  • Möchte sich der Zeichner die Option offenlassen, die Zeichnungen immer wieder auszutauschen, ist eine Galerieschiene ideal. Sie wird an der Decke befestigt. Anschließend werden Nylon- oder Drahtseile eingehängt. An diesen Seilen hängen dann die Zeichnungen.

 

  • Bevor der Zeichner Löcher in die Wand bohrt, sollte er seine Zeichnungen im geplanten Arrangement auf dem Boden anordnen. So sieht er, wie die Anordnung wirkt und kann bei Bedarf austauschen, verschieben oder auch etwas ganz anderes ausprobieren. Und unbedingt aufhängen muss der Zeichner seine Werke gar nicht. Denn er kann sie auch in einer Reihe auf einem Regal, einer langen Holzleiste oder einer breiten Kommode abstellen. Genauso ist möglich, die Zeichnungen an die Wand zu lehnen. Seine Lieblingszeichnung wiederum kann er auf eine Staffelei stellen. Auch so sind die Zeichnungen wirkungsvoll in Szene gesetzt.

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