Die Grundausstattung fürs Zeichnen mit Pastellkreiden

Die Grundausstattung fürs Zeichnen mit Pastellkreiden

Wenn vom Zeichnen die Rede ist, denken die meisten zunächst einmal an den Bleistift. Doch das Zeichnen kennt noch viele andere Möglichkeiten und Techniken. Ein Beispiel dafür ist das Zeichnen mit Pastellkreiden.

Hierbei entstehen sanfte, farbenfrohe Arbeiten, bei denen die Grenzen zwischen dem Zeichnen und dem Malen verschwimmen. Ein Bild, das mit Pastellkreiden angefertigt wurde, ist also als Zeichnung erkennbar, hat durch die Farben aber gleichzeitig den Charakter einer Malerei. Was die grundlegenden Techniken angeht, ähnelt das Zeichen mit Pastellkreiden dem Zeichnen mit dem Bleistift.

Und für diejenigen, die es einmal ausprobieren wollen, haben wir in der folgenden Übersicht zusammengestellt, was fürs Zeichnen mit Pastellkreiden benötigt wird.

 

Die drei wichtigsten Techniken beim Zeichnen mit Pastellkreiden

Beim Zeichnen mit Pastellkreiden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Und je nachdem, wie das fertige Bild aussehen soll und welche Techniken der Zeichner umsetzen möchte, braucht er unterschiedliche Zeichenwerkzeuge. Bevor wir uns die Grundausstattung näher anschauen, kümmern wir uns deshalb zunächst kurz um die grundlegenden Zeichentechniken:

  1. Verwischen: Bei dieser Zeichentechnik werden ein oder mehrere Farbtöne aufgetragen. Anschließend wird der Farbauftrag mit dem Finger oder einem Zeichenwerkzeug verrieben. Dadurch verteilt sich die Farbe gleichmäßig und die einzelnen Linien verbinden sich zu einer Fläche. An den Stellen, an denen verschiedene Farbtöne aufeinandertreffen oder übereinanderliegen, ergeben sich Mischtöne. Das Verreiben schwächt die Farbintensität meist etwas ab. Deshalb ist es mitunter notwendig, noch einmal Farbe nachzulegen. Verglichen mit dem ersten Farbauftrag wirken verwischte Farbflächen aber luftig-leichter und gleichmäßiger.
  2. Ineinandermalen: Diese Zeichentechnik wird umgesetzt, indem zuerst eine Farbe aufgetragen wird. Der Farbauftrag kann verrieben werden, um eine gleichmäßige Fläche zu erhalten. Anschließend wird mit einer zweiten Farbe in die Farbfläche gezeichnet. Je nach Härtegrad der Pastellkreiden vermischen sich die beiden Farben dadurch von alleine mehr oder weniger stark miteinander. Um die zweite Farbe möglichst deutlich oder zumindest teilweise zu erhalten, wird sie nicht noch zusätzlich verwischt.
  3. Übereinanderlegen: Je nach Bildmotiv kann es notwendig sein, eine Farbe auf eine Farbfläche zu legen, ohne dass sich die beiden Farben großartig miteinander mischen. Lichtpunkte in weißer Farbe oder einzelne Haare in einem Fell wären Beispiele dafür. Dafür wird dann meist mit sehr harten Pastellkreiden gearbeitet. Eine Alternative können Pastellstifte, aber auch weiche Buntstifte oder Kohlestifte sein.

Klare Grenzen zwischen den verschiedenen Zeichentechniken lassen sich nicht immer ziehen. Und meist werden in einem Bild ohnehin alle Techniken miteinander kombiniert.

 

Die Grundausstattung fürs Zeichnen mit Pastellkreiden

Insgesamt fällt die Ausstattung, die fürs Zeichnen mit Pastellkreiden benötigt wird, ziemlich überschaubar aus. Zudem muss sich der Zeichner nicht gleich alle Zeichenwerkzeuge zulegen, die der Künstlerbedarf bereithält. Denn mitunter leisten Gegenstände, die ohnehin im Haushalt vorhanden sind, genauso gute Dienste.

 

Die Pastellkreiden

Das wichtigste Element der Grundausstattung sind natürlich die Pastellkreiden. Fast alle Hersteller bezeichnen ihre Pastellkreiden als Softpastelle und versprechen einen weichen Abrieb. Tatsächlich fallen die Härtegrade aber ziemlich unterschiedlich aus. Als kleine Orientierungshilfe gilt, dass Pastellkreiden umso weicher sind, je runder sie sind. Ob sehr weiche Pastellkreiden die richtige Wahl sind, hängt aber davon ab, wie der Zeichner arbeiten möchte. Möchte er seine Bilder luftig-locker gestalten, flächig arbeiten und insgesamt eher malerisch zu Werke gehen, ist er mit weichen Pastellkreiden gut beraten. Denn je weicher die Pastellkreiden sind, desto besser lassen sie sich verreiben, ineinander verwischen und miteinander vermischen. Der Grund hierfür ist, dass weiche Pastellkreiden weniger Bindemittel enthalten und deshalb auf dem Papier eher in feine Staubkörnchen zerfallen. Möchte der Zeichner hingegen scharfe Linien, klare Konturen und feine Details gestalten und damit insgesamt eher zeichnerisch arbeiten, sind für ihn harte Pastellkreiden die bessere Wahl.

Für den Anfang sind Pastellkreiden mit einem mittleren Härtegrad gut geeignet. Mittelharte Pastellkreiden lassen sich verwischen und verreiben, ermöglichen gleichzeitig aber auch das Zeichnen von klaren Linien und sauberen Konturen. Und am besten legt sich der Zeichner ein Set zu, das mindestens 24 verschiedene Farbtöne enthält. Dadurch hat er genug Farben zur Auswahl und der Preis hält sich in Grenzen.

 

Das Pastellpapier

Als Zeichengrund sollte sich der Zeichner Pastellpapier zulegen. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Zeichenpapier mit einer angerauten Oberfläche. Die angeraute Oberfläche sorgt dafür, dass die feinen Farbpigmente gut haften. Normales Kopierpapier ist nicht geeignet. Pastellpapier ist in Form von Malblöcken und in verschiedenen Farben erhältlich. Allerdings ist Pastellpapier nicht ganz billig. Eine kostengünstige Alternative, die ebenfalls gut funktioniert, ist Tonpapier oder Bastelkarton.

 

Verwischwerkzeuge

Beim Zeichnen mit Pastellkreiden werden die Farben für einen gleichmäßigen oder flächigen Farbauftrag oft verwischt. Die einfachste Möglichkeit hierbei ist, einfach den Finger als Werkzeug zu benutzen. Allerdings können die Farben durch das Hautfett etwas blasser werden. Außerdem kann es passieren, dass die Farbpigmente auf der Fingerspitze aus Versehen an einer anderen Stelle wieder auf dem Bild landen. Damit das nicht passiert, hat der Zeichner folgende Alternativen zur Auswahl:

  • Der Zeichner kann einen Einweghandschuh anziehen und dabei jedem Finger eine Farbe zuordnen, die er damit verwischt.
  • Der Zeichner kann herkömmliche Wattestäbchen (Q-Tipps) verwenden, um die Farben damit zu verwischen.
  • Der Zeichner kann sich im Künstlerbedarf sogenannte Estompen besorgen. Estompen sind Verwischwerkzeuge aus Papier, die wie ein Stift immer wieder angespitzt werden können. Allerdings nehmen Estompen, wie auch Wattestäbchen, die Farbpigmente auf und geben sie beim nächsten Einsatz wieder ans Papier ab. Daher müssen sie regelmäßig ausgetauscht werden.

Der Zeichner kann sich Silikonpinsel zulegen. Silikonpinsel sehen aus wie normale Pinsel, nur bestehen ihre Haare nicht aus Borsten, sondern aus Silikon. Erhältlich sind Silikonpinsel in verschiedenen Stärken und mit unterschiedlichen Spitzenformen. Der große Pluspunkt von Silikonpinseln ist, dass sie sich problemlos reinigen lassen und daher unzählige Male eingesetzt werden können.

 

Knet-Radiergummi

Um Korrekturen vorzunehmen, kann grundsätzlich auch ein herkömmlicher Radiergummi verwendet werden. Allerdings entfernt ein Radiergummi die Pastellkreiden nicht unbedingt, sondern verwischt sie eher. Zudem kann der Radiergummi dem Pastellpapier ziemlich zusetzen.

Besser ist, wenn sich der Zeichner einen Knet-Radiergummi zulegt. Ein Knetradierer ist ein sehr weicher Radiergummi, der die Pastellkreiden zuverlässig und ohne Verschmieren entfernt. Durch die weiche Konsistenz kann der Knetradierer außerdem in die gewünschte Form geknetet werden. Dadurch wird es möglich, gezielt bestimmte Bereiche zu korrigieren, ohne versehentlich auch andere Stellen wegzuradieren.

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