Übersicht: Materialien fürs Zeichnen von Mangas

Vor einiger Zeit haben Mangas ihren Weg nach Europa gefunden und werden seitdem auch hierzulande immer beliebter. Manga ist das japanische Wort für Comic und bedeutet übersetzt soviel wie zwangloses Bild. Mangas gibt es in vielen verschiedenen Varianten, für unterschiedliche Zielgruppen und zu allerlei Themen.

In unserem Sprachgebrauch werden aber nicht nur Comics aus Japan, sondern generell Comics mit den typischen Manga-Stilelementen als Mangas bezeichnet. Zu diesen Stilelementen gehören in erster Linie die westlich aussehenden, kindlichen Figuren mit ihren großen, ausdrucksstarken Augen. Wer sich auch einmal an die asiatischen Comics heranwagen möchte, muss sich keine speziellen Zeichengeräte zulegen. Normale Stifte reichen zunächst völlig aus, wobei die Art der Stifte davon abhängt, wie die Mangas später aussehen sollen.

Die folgende Übersicht listet die wichtigsten
Materialien fürs Zeichnen von Mangas auf:
 
 

Bleistift

In den meisten Fällen wird eine Figur oder Szene mit dem Bleistift vorgezeichnet. Bleistift deshalb, weil so noch sehr gut Korrekturen, Ausbesserungen oder auch größere Änderungen vorgenommen werden können. Wenn der Bleistift nur für die Vorzeichnung verwendet wird, reicht ein herkömmlicher Bleistift in der Härte HB aus.

Ob mit einem normalen Bleistift zum Anspitzen oder mit einem Druckbleistift gezeichnet wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Soll das Manga nur mit Bleistift gezeichnet werden, ist es ratsam, sich Bleistifte in mehreren Härtegraden zuzulegen. Im Fachhandel sind Bleistifte von 4H für sehr hart über F bis zu 6B für sehr weich gestaffelt.

Je härter ein Bleistift ist, desto heller ist der Strich. Umgekehrt sorgt ein weicher Bleistift für dunkle Striche. Durch die verschiedenen Härtegrade wird die Zeichnung lebendig, außerdem lassen sich Schattierungen und andere Effekte gut umsetzen.  

Fineliner oder Tusche

Die vorgezeichnete Figur wird meist mit einem schwarzen Fineliner oder mit Tusche nachgefahren. Ein dünner schwarzer Stift ist in der Handhabung einfacher. Die Farbe lässt sich nämlich gleichmäßig und ohne Fleckengefahr auf das Papier bringen. Außerdem ist sie innerhalb kürzester Zeit trocken. Im Unterschied dazu muss der Zeichner bei Tusche aufpassen, dass er die Linien nicht versehentlich wieder verwischt und sich so seine Zeichnung ruiniert.

Bei der Auswahl des Fineliners gilt es darauf zu achten, dass er lichtecht ist. Andernfalls würde die Zeichnung im Laufe der Zeit verblassen. Soll das Manga später mit Aquarell- oder Wasserfarben ausgemalt werden, muss der Fineliner außerdem wasserfest sein. Eine Alternative zum Fineliner oder Tuschestift ist eine Zeichenfeder. Hier bietet sich eine Zeichenfeder an, die aus einem Halter und mehreren auswechselbaren Steckfedern besteht.

Diese Zeichenfedern sind nicht allzu teuer und bieten den großen Pluspunkt, dass der Zeichner mit unterschiedlichen Federn für verschiedene Linienstärken arbeiten kann. Als Zeichenflüssigkeit ist Tusche die beste Wahl. Schwarze Tinte ist zwar günstiger und einfach in der Handhabung, allerdings nicht wasserfest und nicht immer lichtecht. 

 

Copics

Um die Figur bunt auszumalen, sind Copics sehr gut geeignet. Copics sind Markerstifte und erinnern ein wenig an Textmarker. Die Stifte sind in vielen verschiedenen Farben und mit unterschiedlich breiten, manchmal auch auswechselbaren Spitzen erhältlich. Ein großer Pluspunkt von Copics liegt darin, dass auch große Flächen farbig gestaltet werden können, ohne dass unschöne Streifen zu sehen sind.

Copics sind allerdings nicht ganz billig. Kostengünstigere Alternativen sind herkömmliche Textmarker und Filzstifte. Bei diesen Stiften muss der Zeichner dann aber aufpassen, dass er beim Ausmalen nicht mehrfach über dieselbe Stelle fährt. Sonst entstehen ungleichmäßige Farbflächen, die Streifen aufweisen oder fleckig wirken. 

Buntstifte

Eine andere Möglichkeit, um Mangas bunt zu gestalten, sind Buntstifte. Buntstifte haben eher dünne Spitzen, was das Ausmalen von großen Farbflächen etwas mühsam machen kann. Dafür sind Buntstifte in der Handhabung ähnlich unkompliziert wie der Bleistift und eignen sich prima, um Schatten anzulegen und feine Details zu zeichnen. Möglich ist außerdem, Buntstifte mit Copics zu kombinieren. So können die großen Flächen mit Copics ausgemalt und die Details dann mit Buntstiften eingezeichnet werden.   

Wasser- oder Aquarellfarben und Pinsel

In Japan benutzen viele Mangaka den Pinsel als Zeichengerät ihre Comics. Dabei wird der Pinsel sowohl zum Zeichnen der Konturen als auch zum Ausmalen verwendet. Die Umrisslinien mit dem Pinsel zu zeichnen, erfordert allerdings etwas Übung. Um die Mangas zu kolorieren, greifen viele Mangaka bevorzugt zu Aquarellfarben.

Auch die Aquarelltechnik will aber geübt sein. Zudem sind hochwertige Aquarellfarben vergleichsweise teuer. Allerdings müssen es nicht immer gleich Aquarellfarben sein, denn herkömmliche Wasserfarben leisten ähnlich gute Dienste. Zum Ausmalen von Flächen eignen sich weiche Haarpinsel in verschiedenen Stärken am besten.  

Kugelschreiber

Der Kugelschreiber ist sicher kein klassisches Zeichengerät. Beim Zeichnen von Mangas kann er sich aber als ideales Werkzeug erweisen. Mit dem Kugelschreiber lassen sich nämlich je nach Druck sowohl helle als auch dunkle Linien zeichnen.

Zudem können gezielt einzelne Striche gesetzt, Schraffuren angelegt und Flächen mit vielen feinen Linien nebeneinander ausgemalt werden. Wird eine Stelle mehrfach übermalt, entsteht eine geschlossene Fläche. Um Haare, Fell oder strukturierte Oberflächen zu zeichnen, ist der Kugelschreiber deshalb bestens geeignet. 

Papier

Werden Mangas mit Blei- und Buntstiften, Finelinern, Tuschestiften, Copics oder dem Kugelschreiber gezeichnet, kann im Prinzip jedes Papier verwendet werden. Arbeitet der Zeichner mit der Zeichenfeder, braucht er Zeichenpapier. Die Spitze der Feder würde herkömmliches Kopierpapier nämlich aufkratzen und dies hätte zur Folge, dass die Tusche oder Tinte verläuft. Außerdem sollte das Papier eher feinkörnig sein.

Auf einem grobkörnigen Papier sehen die Linien sonst zittrig aus. Möchte der Zeichner seine Mangas mit Aquarell- oder Wasserfarben ausmalen, sollte er zu Aquarellpapier oder zumindest zu einem festeren Zeichenpapier greifen. Dünnes, weiches Papier würde durch die feuchten Farben aufweichen und nach dem Trocken Wellen bilden.

Mehr Anleitungen, Tipps und Vorlagen:

Unfallskizzen als Zeichnung
Tipps für technische Skizzen
Bleistiftstärken und Graphitanteil
Tipps zu Skizzen der Architektur
Grundregeln beim perspektivischen Zeichnen
Tipps zum Zeichnen von Stillleben

 

Thema: Übersicht: Materialien fürs Zeichnen von Mangas

Teilen:

Redakteure

Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

Kommentar verfassen