Was zeichnen? – 9 Ideen

Was zeichnen? – 9 Ideen

“Ich hätte Lust, ein bisschen zu zeichnen. Aber ich habe überhaupt keine Idee, was ich zeichnen könnte.” – Diesen Gedanken kennt vermutlich jeder Zeichner. Und allzu oft wandern der Zeichenblock und die Stifte dann früher oder später unbenutzt zurück in die Schublade.

Doch es geht auch anders! Letztlich zählt nämlich nicht, was gezeichnet wird. Wichtig ist vielmehr, dass der Zeichner zeichnet. Damit die kreative Flaute künftig leichter überwunden werden kann, haben wir neun Ideen zusammengetragen.

Vielleicht ist ja die richtige Anregung dabei und die Frage “Was zeichnen?” kann bald sekundenschnell beantwortet werden…

 

  1. Idee: In einer Ecke kritzeln.

Gerade bei spontanen Zeichnungen und schnellen Skizzen kommt es nicht auf Perfektion an. Es geht vielmehr darum, den Einstieg zu finden. Später kann die Zeichnung immer noch ausgearbeitet oder verfeinert werden. Und eine gute Methode für den Anfang besteht darin, in einer Ecke des Blattes anzufangen und dort einfach irgendwelche Linien zu ziehen. Am besten dabei ist, den Stift über das Papier zu führen, ohne großartig darüber nachzudenken.

Dieses Kritzeln hat zwei Effekte. Zum einen ist das weiße Blatt nun keine große, leere Fläche mehr. Dadurch wird es sehr viel einfacher, locker weiterzuzeichnen. Zum anderen lassen die Linien, zumindest bei genauerem Hinsehen, meist ein Motiv erkennen. Daran lässt sich anknüpfen – und schon ist das Thema für die nächste Zeichnung gefunden.

 

  1. Idee: Etwas aus dem Umfeld zeichnen.

Der Zeichner kann seinen Blick durch die Gegend schweifen lassen. Was sieht er, wenn er sich umschaut? Woran bleibt sein Blick haften? Egal, wo sich der Zeichner befindet: Um ihn herum gibt es immer Gegenstände oder es spielen sich Szenen ab, die er zeichnen kann.

 

  1. Idee: Ein Tier zeichnen.

Tiere sind tolle Motive zum Zeichnen. Denn zum einen gibt es unzählige Tierarten und vermutlich fallen jedem auf Anhieb jede Menge Tiere ein. Zum anderen lassen sich kinderleicht eigene Tierarten erfinden. So kann dann ein Hund einen Rüssel bekommen, ein Vogel im Zebramuster daherkommen und eine Schlange Füße oder Flügel erhalten.

Auch die Jahreszeiten liefern Anregungen. Zu Ostern beispielsweise können Hasen, Küken oder Lämmer und um Weihnachten herum Rentiere gezeichnet werden. Statt die Tiere naturnah zu zeichnen oder um phantasievolle Abwandlungen zu ergänzen, kann der Zeichner aber auch andersherum vorgehen. Er kann sich nämlich überlegen, wie er ein Tier so zeichnen kann, dass er möglichst viel weglässt, das Tier aber trotzdem noch als dieses Tier zu erkennen ist.

 

  1. Idee: Einem Gegenstand ein Gesicht geben.

Gesichter hauchen einer Zeichnung Leben ein und lassen im Handumdrehen verschiedenste Motive entstehen. Eine einfache Blume, eine Kaffeetasse und selbst ein simples Rechteck werden zu pfiffigen Motiven für witzige Zeichnungen, wenn sie ein Gesicht bekommen. Es müssen also gar keine komplizierten Gegenstände sein.

Schlichte Dinge oder geometrische Grundformen reichen völlig aus. Und der Zeichner kann mit den Motiven spielen. Zeichnet er beispielsweise ein Dreieck und gibt er diesem Dreieck verschiedene Gesichter, entsteht im Handumdrehen eine ganze Bilderserie. Möchte der Zeichner noch einen draufsetzen, kann er seine Objekte um Arme und Beine ergänzen.

 

  1. Idee: Buchstaben und Zahlen zeichnen.

Nirgends steht geschrieben, dass der Zeichner immer nur bildliche Motive oder Muster zeichnen soll. Eine schöne Alternative sind Buchstaben und Zahlen. Beim Lettering werden schließlich auch Buchstaben und Schriften gezeichnet.

Gleiches gilt für Graffiti. Der Zeichner kann sich bei seinen Zeichnungen und Skizzen also ruhig einmal mit dem ABC und Ziffern beschäftigen und diese dekorativ ausgestalten. Zumal sich gerade plakative Buchstaben und Zahlen prima eignen, um nebenbei auch gleich Lichter und Schatten zu üben.

 

  1. Idee: Eine Handlung zeichnen.

Jeder Mensch hat bestimmte Rituale und Abläufe, die sich jeden Tag wiederholen. So fängt der Tag mit dem Aufstehen aus dem Bett an. Weiter geht es mit der Morgentoilette. Nach einem Kaffee folgt die Fahrt zur Arbeit. So nimmt der Tag seinen Lauf und liefert gleichzeitig jede Menge Motive für Zeichnungen.

Der Zeichner kann seine alltäglichen Handlungen nämlich einmal zeichnen. Dabei kann er es bei einzelnen Ritualen belassen. Oder er zeichnet die verschiedenen Aktionen eines Tages und macht eine Bilderserie oder einen Comic daraus.

 

  1. Idee: Eine Szene zeichnen.

Der Zeichner hat sicherlich einen Lieblingsfilm oder ein Lieblingsbuch. Daraus kann er sich eine Szene herauspicken und diese zeichnen. Genauso kann er sich überlegen, wie wohl ein Bild aussehen würde, das seinen Lieblingssong oder ein Lied, das er gerade im Radio hört, zeigt. Oder der Zeichner versucht, die Geräusche um ihn herum als Zeichnung umzusetzen.

 

  1. Idee: Sich selbst zeichnen.

Der Zeichner sitzt an seinem Schreibtisch, hält seinen Stift in der Hand, schaut auf sein Papier und denkt darüber nach, was er wohl zeichnen könnte. Wie wäre es mit genau diesem Bild? Ob der Zeichner in den Spiegel schaut oder aus seiner Vorstellung heraus zeichnet, spielt keine Rolle. Und es macht auch nichts, wenn die Figur auf der Zeichnung später nicht viel mit dem Zeichner zu tun hat. Entscheidend ist vielmehr, dass die Ideenlosigkeit als solches eine interessante Anregung für die Zeichnung geliefert hat.

 

  1. Idee: Ein Motiv abpausen.

Es kann gut sein, dass der Zeichner ein bestimmtes Motiv im Kopf hat, aber einfach nicht weiß, wie er anfangen oder dieses Motiv aufs Papier bringen soll. In diesem Fall kann er sich behelfen, indem er sich ein Bild von seinem Wunschmotiv ausdruckt oder eine Vorlage aus einem Malbuch, einer Zeitschrift, einem Katalog oder einem Buch verwendet. Die Vorlage legt er unter sein Zeichenpapier und zeichnet die Konturen nach. Dass das Motiv abgepaust ist, sieht später ohnehin niemand mehr. Und der Zeichner hat schon einmal das Grundgerüst, an dem er weiterarbeiten kann.

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Redakteure

Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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