10 gute Gründe fürs Zeichnen, 1. Teil

10 gute Gründe fürs Zeichnen, 1. Teil

Jeder kann das Zeichnen lernen. Natürlich ist nicht jeder ein begnadetes Naturtalent und kann aus dem Stehgreif heraus grandiose Kunstwerke anfertigen. Doch darum geht es auch gar nicht. Denn zum einen müssen Zeichnungen nicht perfekt sein. Zumal es ohnehin Geschmackssache ist, ob und wie gut ein Bild gefällt. Und zum anderen ist auch beim Zeichnen letztlich alles eine Frage der Übung. Je öfter jemand zeichnet, desto besser wird er.

10 gute Gründe fürs Zeichnen, 1. Teil

Doch gut zeichnen zu können, ist längst nicht der einzige Pluspunkt, den diese Tätigkeit mit sich bringt. In einer zweiteiligen Übersicht nennen wir zehn weitere, gute Gründe fürs Zeichnen!:

  1. Bessere Feinmotorik

Wer zeichnet, zieht regelmäßige Linien und präzise Striche. Außerdem nutzt er den Bleistift, Buntstifte und andere Werkzeuge, um bestimmte Effekte auf dem Papier zu erzielen.

Am Anfang klappt zwar nicht immer alles so, wie gedacht und gewünscht. Doch die Fähigkeiten werden im Laufe der Zeit stetig besser. Irgendwann gelingt es dann, selbst kleinste Details gekonnt darzustellen.

Gleichzeitig ist der Umgang mit dem Stift ein optimales Training für die Feinmotorik. Schließlich muss der Stift richtig gehalten und geschickt übers Papier bewegt werden. Aus diesem Grund werden Kinder dazu ermutigt, zu zeichnen, zu malen und zu basteln.

Und auch älteren Menschen, bei denen die Feinmotorik allmählich nachlässt, kann das Zeichnen dabei helfen, diesen Prozess zu verlangsamen.

  1. Entspannung

Ein künstlerisches, kreatives Hobby ist eine tolle Möglichkeit, um zu entspannen. Statt sich nach einem langen und anstrengenden Tag auf die Couch zu setzen und vom Fernseher berieseln zu lassen, kann sich der Zeichner Papier und Stifte schnappen und ganz entspannt eine Linie nach der anderen ziehen.

Der Geist konzentriert sich zwar auf das Zeichnen. Doch anders als bei der Arbeit oder in der Schule ist diese Konzentration nicht anstrengend, sondern angenehm. Der Zeichner kann runterfahren, alles um sich herum ausblenden und sich Zeit nur für sich selbst nehmen.

Er taucht in eine eigene Welt ein und hat auf diese Weise ein ganz natürliches Entspannungsprogramm, bei dem am Ende auch noch ein schönes Bild herauskommt.

  1. Kommunikation

Gemäß einer alten Redewendung sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und da ist durchaus etwas dran. Eine Zeichnung ermöglicht dem Zeichner, sich ausdrücken, eine Botschaft zu vermitteln oder seine Ansichten zu etwas mitzuteilen. Gleichzeitig räumt ihm die Kunst alle Freiheiten ein. Denn egal, wie kritisch eine Aussage ist: Als Motiv einer Zeichnung ist sie in erster Linie Kunst.

Beim Zeichnen muss es aber gar nicht immer um die Kommunikation mit anderen gehen. Durch das Zeichnen kann sich der Zeichner nämlich auch selbst besser kennenlernen. Lässt er sich einfach treiben und bringt er ganz frei und spontan das zu Papier, was ihm in dem Moment gerade durch den Kopf geht, kommen mitunter erstaunliche Dinge zu Tage.

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Gut möglich, dass dem Zeichner so gar nicht bewusst war, was ihn beschäftigt, interessiert oder bedrückt. Und genau dadurch ist er mitten in der Kunst angekommen. Denn Kunstwerke sind immer auch ein Ausdruck davon, was den Künstler bewegt.

  1. Unschönes kompensieren

Das Leben hält nicht immer nur schöne Erlebnisse und erfreuliche Entwicklungen bereit. Das Zeichnen ermöglicht dem Zeichner, solche Geschehnisse zu verarbeiten.

Hat er sich zum Beispiel mächtig über jemanden aus seinem Umfeld geärgert, kann er diese Person als Karikatur zeichnen und ihre negativen Eigenschaften durch die übertriebene Darstellung ins Lächerliche ziehen.

Macht dem Zeichner etwas Angst oder ist er traurig, kann er seine Emotionen zeichnerisch darstellen und auf diese Weise einen Umgang damit finden.

Natürlich lässt sich nicht jede negative Erfahrung einfach so abschütteln. Doch durch das Zeichnen setzt sich der Zeichner auf kreative Art damit auseinander und kann dadurch vielleicht neue Perspektiven erkennen und eine andere Wahrnehmung entwickeln.

  1. Besseres Kunstverständnis

Wer selbst zeichnet und malt, entwickelt einen anderen Blick auf die Kunst. Er lernt, Zeichnungen, Bilder, Gemälde und sonstige Kunstwerke mit anderen Augen zu sehen.

  • Was wollte der Künstler ausdrücken, welche Botschaft wollte er vermitteln?

  • Welche Emotionen löst das Bild beim Betrachter aus?

  • Aus welcher Gefühlslage heraus hat der Künstler das Bild wohl erschaffen?

  • Welche Techniken hat der Künstler wie angewendet?

  • Was hätte ich genauso und was anders gemacht, wenn ich dieses Motiv gezeichnet hätte?

  • Kann ich mir etwas von dem Bild abschauen und in meinen Zeichnungen umsetzen?

Statt sich nur am Anblick des Kunstwerks zu erfreuen, kann der Zeichner versuchen, solche Fragen für sich zu beantworten. Beschäftigt er sich außerdem ein bisschen mit der Kunstgeschichte, kann er die Arbeiten noch besser einordnen.

Und er kann nachvollziehen, warum die Künstler seinerzeit auf eine bestimmte Art gezeichnet und gemalt haben oder warum sie andersherum ganz bewusst vom damaligen Usus abgewichen sind.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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