Grundregeln beim perspektivischen Zeichnen

Bei dem perspektivischen Zeichnen in der Kunst geht es grundsätzlich nicht darum, geometrisch exakt zu zeichnen, sondern zunächst darum, dreidimensionale Objekte auf einer zweidimensionale Fläche so darzustellen, dass die räumlich wirken.

Dabei gelten für das perspektivische Zeichnen drei Grundregeln, die sich in vereinfachter Form wie folgt zusammenfassen lassen:

1.      

Alle Linien, die in der Realität senkrecht verlaufen, werden auch in der Zeichnung senkrecht dargestellt.   

2.      

Alle Linien, die in der Realität waagerecht und parallel verlaufen, verlaufen in der Zeichnung in Richtung eines oder mehrerer Fluchtpunkte auf der Horizontlinie.

3.      

Die Länge der Linien ergibt sich daraus, in welcher Abbildungsebene sie dargestellt werden. Linien, die sich in der Abbildungsebene befinden, behalten in der Zeichnung das Verhältnis der Linienlänge in der Realität bei, Linien vor der Abbildungsebene werden verlängert und Linien hinter der Abbildungsebene verkürzt dargestellt.

Die Bezugspunkte

Die zwei wesentlichen Bezugspunkte für perspektivische Zeichnungen sind die Horizontlinie sowie ein oder mehrere Fluchtpunkte. Der Fluchtpunkt ist ein auf der Horizontlinie liegender gedachter Punkt, in dessen Richtung die waagrechten Linien verlaufen und wo sie zusammentreffen. Dadurch wirken gezeichnete Gegenstände, die weiter entfernt liegen, kleiner und Räume zunehmend enger. Daneben können die Blickwinkel an sich unterschieden werden.

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Normalperspektive würde bedeuten, dass die abgebildeten Gegenstände auf Augenhöhe liegen und somit die Kanten der jeweiligen Flächen erkennbar sind.

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Vogelperspektive bedeutet, dass die Gegenstände unterhalb der Augenhöhe liegen, die Flächen somit also von oben zu sehen sind.

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Im umgekehrten Fall, wenn die Flächen eines Gegenstandes von unten zu sehen sind, liegen die Gegenstände über der Augenhöhe, in einigen Fällen wird hierbei von der Froschperspektive gesprochen.    

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Zudem gilt es, zwischen der Luft- und der Farbperspektive zu unterscheiden, die insbesondere bei Bildern und Gemälden von Bedeutung sind. Bei der Luftperspektive entsteht die Tiefenwirkung unabhängig von den eingesetzten Farben, sondern vielmehr dadurch, dass die Konturen mit zunehmender Distanz zunehmend unscharf werden.

Zeitgleich sind die Kontraste im Hintergrund weniger ausgeprägt als im Vordergrund und die Helligkeit nimmt nach hinten hin zu. Bei der Farbperspektive entsteht die räumliche Wirkung durch den Einsatz von Farbtönen, die jeweils den vorderen, mittleren und hinteren Teil eines Bildes dominieren. Während im Vordergrund dazu meist warme Farben eingesetzt werden, werden im Mittel- und Hintergrund Blau- und Grüntöne oder Farbmischungen mit Blau- und Grünstich verwendet.

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Thema: Grundregeln des perspektivischen Zeichnens

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