Arbeitsgeraete für graphische Zeichnungen

Im Zusammenhang mit Gemälden, Bildern, Zeichnungen und Skizzen wird unter anderem zwischen der künstlerischen Gestaltung mithilfe von Flächen und linearen Gebilden unterschieden. Während die Malerei ein Motiv darstellt, indem sie Flächen, Farben und Tonwerte einsetzt, zeigt eine Zeichnung ein Motiv meist in vereinfachter Form mittels Linien und Strichen.

Dies wiederum spiegelt sich auch in der begriffsgeschichtlichen Verwandtschaft der Wörter zeichnen und Zeichen wieder. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich in Abgrenzung zur Malerei aber auch der Begriff Grafik durchgesetzt.

Wörtlich übersetzt bedeutet Grafik etwa soviel wie schreibende oder beschreibende Kunst und betont damit, dass sich eine Grafik oder eine Zeichnung in erster Linie auf die Darstellung eines Motivs in vereinfachter, auf das Wesentliche reduzierter Form beschränkt.   Neben den Konturen und einfachen linearen Gebilden kann dies aber auch mithilfe von zusätzlichen Linien und Schraffuren erfolgen, um auf diese Weise räumliche Tiefe entstehen zu lassen.

Eine derart eindeutige Grenze zwischen der Grafik und der Malerei lässt sich heute aber nur noch bedingt ziehen, denn auch in der künstlerischen und graphischen Zeichnung werden Mischtechniken eingesetzt, die aus der klassischen Malerei entstammen. Gleichzeitig nutzt die Malerei mitunter klassische Zeichentechniken als Darstellungsmittel.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Zeichnungen und Skizzen um künstlerische Grafiken, die frei Hand gezeichnet werden. Aber auch technische Zeichnungen sind Grafiken und hier ist es üblich, mit Hilfsmitteln wie Linealen oder Schablonen zu arbeiten. Der am weitesten verbreitete Zeichengrund für graphische Zeichnungen ist Papier, wobei dieses je nach verwendetem Arbeitsgerät in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz kommt.

Welches die wichtigsten Arbeitsgeräte für graphische Zeichnungen sind, fasst die folgende Übersicht zusammen:

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Der Bleistift dürfte heute das Arbeitsgerät sein, das am häufigsten verwendet wird. Sein Vorläufer ist der Silberstift, der jedoch spezielles Papier erfordert. Auf den Silberstift folgten Stifte, deren Mine aus Blei bestand.

Heute handelt es sich bei Bleistiften um Stifte aus Holz, die eine stabförmige Mine aus Graphit und gemahlenem Ton umschließen. Das Mischungsverhältnis von Graphit und Ton entscheidet über den Härtegrad des Bleistift, der durch die Buchstaben B für weich, HB oder F für mittel und H für hart gekennzeichnet ist. Zahlen vor dem Buchstaben geben den jeweiligen Härtegrad an. Je weicher ein Bleistift ist, desto dunkler und breiter ist die Linie.

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Ein reiner Graphitstift ist im Unterschied zum Bleistift nicht mit Holz ummantelt, sondern mit Lack oder Kunststoff überzogen. Bei Graphit, das auch als Reißblei bezeichnet wird, handelt es sich um ein weiches, metallisch glänzendes Mineral mit grauer bis schwarzer Färbung, das hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht.

Linien, die mit einem Graphitstift gezeichnet werden, sind mit den Linien eines weichen Bleistifts vergleichbar, allerdings deutlich breiter. 

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Ein Kohlestift ist, ähnlich wie ein Bleistift, meist mit Holz ummantelt, kann aber auch zusammen mit speziellen Haltern verwendet werden. Zeichenkohle besteht aus verbranntem, verkohlten Holz, wobei schon seit vielen Jahrtausenden mit verkohlten Holzresten gezeichnet und gemalt wird.

Heute wird Zeichenkohle überwiegend aus Weiden-, Linden- oder Obstholz sowie aus Weinreben hergestellt. Grafische Zeichnungen mit Kohlestiften werden üblicherweise auf eher rauem Papier angefertigt und fallen meist eher großformatig aus. Da Kohlezeichnungen jedoch abstauben und leicht verwischen können, werden sie in aller Regel fixiert.

Zu den ältesten und bekanntesten Zeichnungen mit Kohlestiften gehört übrigens Albrecht Dürers Zeichnung seiner Mutter, die um 1514 entstand.

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Die Kreide gibt es heute in unterschiedlichen Varianten. So gibt es beispielsweise schwarze und weiße Kunstkreiden, die weiche, samtartige Striche ermöglichen. Daneben gibt es Pastell-, Öl- und Wachskreiden, die in unzähligen Farbtönen zur Verfügung stehen. Kreide wird klassischerweise auf Papier mit rauer Oberfläche verwendet, um eine bessere Haftung der Kreide auf dem Zeichengrund sicherzustellen.

Meist ist das Papier dabei auch leicht getönt, um auf diese Weise alle Färbungen der Kreiden sichtbar machen zu können.

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Die Feder kommt zum Einsatz, wenn flüssige Zeichenmittel wie Tinte oder Tusche verwendet werden. Heute handelt es sich dabei meist um Stahlfedern, wobei in der Kunst auch Bambus-, Rohr- und Kielfedern üblich sind.

Bei technischen Zeichnungen hingegen wird meist mit Isographen gearbeitet. Federn sind in unterschiedlichen Formen und Breiten erhältlich, so dass sowohl sehr schmale und feine als auch breite Linien gezeichnet werden können. Möglich ist aber auch, Federn selbst herzustellen. Hierfür eignen sich beispielsweise Federn von Gänsen, Krähen oder Möwen, deren Spitze mit einem scharfen Messer abgeschrägt und zugespitzt wird.

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Der Pinsel ist ein Arbeitsgerät aus der Malerei, findet aber auch bei graphischen Zeichnungen Anwendung. Der verwendete Zeichengrund hängt davon ab, welches Medium aufgetragen wird. Neben den unterschiedlichen Farbarten können auch Tusche und Tinte mit einem Pinsel verarbeitet werden.

Für graphische Zeichnungen werden in erster Linie feine Haarpinsel, hochwertige Synthetikpinsel oder Mischungen aus diesen beiden verwendet. Eine Vorreiterrolle im Zusammenhang mit Pinselzeichnungen nehmen dabei die sogenannten Chinesischen Pinsel ein.

Weiterführende Anleitungen und Vorlagen zum Zeichnen:

Bestimmen von Grössen und Abständen
Tipps Licht und Schatten
Tipps und Übungen zu Schraffuren
Blickwinkel beim Zeichnen
Zeichenwerkzeuge beim technischen Zeichnen
Landschaftszeichnungen Tiefe verleihen 

Thema: Übersicht – die wichtigsten Arbeitsgeräte für graphische Zeichnungen

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