Die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen, Teil 1

Die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen, Teil 1

Früher war das digitale Zeichnen hauptsächlich im professionellen Bereich zu Hause. Ein Grund hierfür war, dass die Hardware und die Software ganz schön teuer waren. Für den Hobbyzeichner, der nur gelegentlich zur digitalen Variante griff, lohnte sich die Investition meist einfach nicht.

Ein anderer Grund war, dass die Technik oft noch nicht ganz ausgereift war und an der einen oder anderen Kinderkrankheit litt. Hinzu kam, dass die komplexen Programme meist eine längere Einarbeitungszeit erforderten.

Inzwischen hat sich viel getan. Die Auswahl an Apps ist riesig und ihre Bedienung deutlich einfacher. Und mit einem Tablet, das mittlerweile auch erschwinglich ist, ist die Ausstattung schon fast komplett. Kein Wunder, dass das digitale Zeichnen immer beliebter wird und sich zu einem echten Trend entwickelt.

Zumal das digitale Zeichnen gegenüber dem klassischen, analogen Zeichnen einige Vorteile hat. Welche? In einer zweiteiligen Übersicht haben wir die größten Pluspunkte vom digitalen Zeichnen zusammengestellt.

 

Hier ist Teil 1.:

 

  1. Überschaubare Grundausstattung

Um digital zu zeichnen, braucht der Zeichner nur drei Dinge: ein Tablet, einen vernünftigen Pen und eine Zeichen-App. Das Tablet und der Stift kosten natürlich Geld. Aber die Ausgaben halten sich in Grenzen und fallen nur ein einziges Mal an. Zeichnet der Zeichner hingegen klassisch, muss er sich als Grundausstattung Zeichenpapier, verschiedene Stifte und einen Radierer zulegen.

Dazu kommen oft noch weitere Werkzeuge wie Tuschefeder und Tinte, Lineale und anderes Zubehör für unterschiedliche Zeichentechniken. Rechnet der Zeichner diese Ausgaben zusammen, kommt auch ein ordentliches Sümmchen heraus.

Zeichen-Apps kann sich der Zeichner teilweise komplett kostenlos herunterladen. Andere Apps sind sehr kostengünstig erhältlich. Und selbst richtig gute Apps für den Profi-Bedarf kosten im App-Store kaum mehr als fünf, sechs US-Dollar. Diese geringen Ausgaben machen es möglich, dass der Zeichner verschiedene Programme ausprobiert. Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch. Aber dafür findet der Zeichner dann auch die Anwendung, mit der er am besten arbeiten kann.

 

  1. So gut wie keine Folgekosten

Hat der Zeichner einmal in ein Tablet, einen Pen und eventuell eine kostenpflichtige Zeichen-App investiert, fallen fürs digitale Zeichnen selbst keine weiteren Kosten an. Im Unterschied dazu entstehen beim klassischen Zeichnen regelmäßig Ausgaben. Schließlich muss der Zeichner Papier, Stifte, Feder, Tinte, Radiergummis und andere Zeichenwerkzeuge nachkaufen.

Und nebenbei ist das digitale Zeichnen auch noch umweltfreundlich. Denn der Zeichner kann beliebig viele Zeichenversuche starten, ohne dabei Papier zu verschwenden.

 

  1. Problemlose Korrekturen

Bei einer normalen Zeichnung auf Papier kann es schwierig werden, wenn dem Zeichner ein Fehler unterlaufen ist. Bleistiftestriche lassen sich zwar in gewissem Umfang wegradieren und Tusche kann der Zeichner abkratzen. Trotzdem bleiben oft Spuren sichtbar und das Zeichenpapier leidet. Vor allem bei größeren Fehlern oder wenn mehrfach Korrekturen notwendig werden, hat der Zeichner deshalb häufig keine andere Wahl, als noch einmal von vorne anzufangen.

Beim digitalen Zeichnen ist das anders. So gut wie jede Zeichen-App hat eine Funktion, die die letzten Zeichenschritte rückgängig macht. Hat sich der Zeichner vertan, genügt also ein Klick und der letzte Strich ist verschwunden. Hinzu kommt, dass beim digitalen Zeichnen in Ebenen gearbeitet wird. Diese Ebenen kann der Zeichner einfach übereinanderlegen.

Möchte er beispielsweise ein bestimmtes Element in seiner Zeichnung anders gestalten, muss er nichts ausradieren, übermalen oder löschen. Stattdessen kann er sein Element gestalten und anschließend auf die gewünschte Stelle in der Zeichnung schieben. Das Element überdeckt dann die darunterliegenden Ebenen. Möchte der Zeichner, dass der Hintergrund sichtbar bleibt, stellt er einfach die Transparenz entsprechend ein. Und auch im Nachhinein kann der Zeichner seine digitalen Zeichnungen jederzeit bearbeiten, indem er beispielsweise Striche ergänzt, überflüssige Linien löscht oder ganze Bildteile wegschneidet.

 

  1. Einfaches Arbeiten

Möchte der Zeichner perspektivisch zeichnen, erfordert das eine Menge Vorarbeit. Denn bevor er mit seiner eigentlichen Zeichnung beginnen kann, muss er erst einmal die Horizontlinie markieren, die Fluchtpunkte festlegen und die Strahlen einzeichnen. Später muss er die ganzen Hilfslinien mitunter wieder mühsam entfernen.

Beim digitalen Zeichnen geht das Ganze sehr viel einfacher. Denn viele Zeichen-Apps haben spezielle Funktionen fürs perspektivische Zeichnen. So kann der Zeichner direkt loslegen und das Programm hilft ihm dabei, dass die Perspektive auch wirklich stimmt.

Eine weitere Schwierigkeit beim klassischen Zeichnen ist oft, Flächen gleichmäßig einzufärben. So bleiben einzelne Linien trotz aller Bemühungen manchmal sichtbar, die Fläche wirkt irgendwie fleckig oder beim Ausmalen oder Verwischen rutscht der Zeichner ab und färbt den Bereich neben der Fläche aus Versehen mit ein. Auch hier spielt das digitale Zeichnen seine Stärken aus. Denn eine Zeichen-App verfügt üblicherweise über eine Funktion, mit der Flächen ausgefüllt werden können. Und oft stehen dafür nicht nur viele verschiedene Farben, sondern auch unterschiedliche Muster und Strukturen zur Verfügung.

 

  1. Unzählige Möglichkeiten

Der eine oder andere Zeichner wird sich vielleicht noch daran erinnern, wie es war, als die ersten Keyboards auf dem Markt auftauchten. Plötzlich war es möglich, auf einem einzigen Instrument ein ganzes Orchester nachzuahmen. Egal, ob jemand Klavier, Trompete, Geige oder Schlagzeug spielen wollte: Er musste einfach nur den entsprechenden Knopf drücken.

Beim digitalen Zeichnen ist es ganz ähnlich. Denn ein Zeichenprogramm hält jede Menge verschiedene Zeichenwerkzeuge bereit. So kann der Zeichner auswählen, ob er mit Stiften, Pinseln, Kreiden oder einer Airbrush-Pistole zeichnen will, wie breit seine Striche sein sollen und in welcher Farbe er die Linien haben will. Und natürlich kann der Zeichner auch verschiedene Zeichenwerkzeuge miteinander kombinieren. Der Kreativität sind damit praktisch keine Grenzen gesetzt.

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