Finden von Vorlagen und Ideen für Zeichnungen

Wer das Zeichnen als Hobby für sich entdeckt hat, möchte oft nicht erst lange überlegen, was er zeichnen könnte. Verspürt er die Lust dazu, möchte er stattdessen am liebsten direkt zu Stift und Papier greifen und sofort mit seiner Skizze oder Zeichnung beginnen.

Manchmal will die zündende Idee aber einfach nicht kommen. Und selbst wenn dem Zeichner ein Motiv eingefallen ist, kann nicht jeder ganz frei und rein nach seiner Phantasie zeichnen.

Ebenso liegt es nicht jedem, sich in eine Fußgängerzone oder irgendwo in die Natur zu setzen und das zu skizzieren, was er gerade sieht. Insofern kann es durchaus hilfreich sein, sich einen gewissen Vorrat an Vorlagen zuzulegen. Dadurch sind immer ein paar Motive vorhanden, die gezeichnet werden oder als Orientierungshilfe dienen können. Nicht selten entwickeln sich beim Durchblättern der Vorlagen sogar neue, andere und ganz eigene Ideen. Nun wollen aber auch die Vorlagen erst einmal gefunden sein.

Wie also vorgehen? Hier ein paar Anregungen zum Finden von Vorlagen und Ideen für Zeichnungen: 

Fotos und Bilder als Vorlagen für Zeichnungen

Fotos eignen sich hervorragend, um als Skizze oder Zeichnung umgesetzt zu werden. Bei Ausflügen, Spaziergängen, Festen, Veranstaltungen oder im Urlaub lassen sich die unterschiedlichsten Szenen und Motive festhalten. Dabei müssen es aber keineswegs perfekte Bilder sein. Ganz im Gegenteil, gerade verwackelte, verschwommene oder anderweitig nicht ganz so geglückte Aufnahmen lassen viel Raum für Phantasie und Kreativität. Entscheidend ist also letztlich nur, dass die Fotos als Ideenquelle dienen.

Es geht schließlich auch nicht unbedingt darum, die Fotos möglichst detailgetreu nachzuzeichnen. Dies ist zwar ebenfalls möglich, aber genauso kann die Vorlage tatsächlich als reiner Anhaltspunkt dienen und im Zuge des Zeichnens verändert und weiterentwickelt werden. Lohnenswert kann zudem ein Blick in die alten Fotoalben sein, die in den meisten Haushalten zu finden sind. Das Stöbern in den Aufnahmen aus lange vergangenen Tagen weckt nicht nur schöne Erinnerungen, sondern kann auch jede Menge Ideen für Zeichnungen liefern. Eine weitere Möglichkeit, um Fotos in Vorlagen umzuwandeln, besteht darin, sie mit dem Computer zu bearbeiten.

Die meisten Foto- und Bildbearbeitungsprogramme verfügen über Funktionen, durch die die Fotos beispielsweise in Graustufen, als Schwarzweiß-Bilder oder als Negative dargestellt werden können. Die Farben und die Kontraste können verändert oder verschiedene Filter und Effekte über die Bilder gelegt werden. Aus einem Foto lassen sich auf diese Weise gleich mehrere Vorlagen erstellen.

Neben Fotoalben eignen sich natürlich auch Bücher, Zeitschriften und Internetseiten prima für die Suche nach interessanten Bildern. Sachbücher aus dem Bereich Tiere oder Garten, Reisemagazine, Mode- und Lifestylezeitschriften, Kinderbücher, Abbildungen in Lexika oder auch einfach nur Werbeanzeigen liefern eine Fülle an Motiven, die in eigenen Skizzen und Zeichnungen umgesetzt werden können.  

Stoffe und Muster als Ideen für Zeichnungen

Viele beschränken sich auf ihrer Suche nach Ideen und Vorlagen für Zeichnungen auf richtige, also figürliche oder gegenständliche Motive. Dabei lassen sich auch in anderen Bereichen sehr spannende Motive finden.

Oft genügt es schon, den Blick durch die Wohnung schweifen zu lassen:

Tapeten, Fußbodenbeläge, Gardinen, Kissen und Decken, die Couchgarnitur, Kleidungsstücke und die vielen anderen Gegenstände haben verschiedenste Muster. Diese eignen sich sehr gut für abstrakte Zeichnungen. Ganz nebenbei wird auf diese Weise geübt, Linien, Flächen und einfache Objekte exakt zu zeichnen. Eine interessante Quelle für Anregungen können in diesem Zusammenhang auch Bücher, Zeitschriften und Internetseiten aus dem Bereich Handarbeiten sein. Strick- und Häkelarbeiten beispielsweise haben vielfach spannende Muster, die sehr reizvoll in Skizzen arrangiert werden können. Aber auch Naturmuster können zu tollen Ergebnissen führen.

Eine Zusammenstellung aus einfachen Steinen etwa, die präzise gezeichnet und mittels Licht und Schatten gekonnt in Szene gesetzt werden, kann eine überaus ansprechende Zeichnung ergeben. Eine andere Inspirationsquelle können Technik- und Architekturbücher sein. Geradlinige, auf das wesentliche beschränkte Schemazeichnungen beispielsweise können die Basis für eine Zeichnung bilden, die dann nach den eigenen Ideen ausgearbeitet werden kann. Muster und Motive für abstrakte Zeichnungen lassen sich aber auch selbst kreieren. Ein Hilfsmittel hierbei kann eine herkömmliche Lampe sein.

Wird die Lampe so eingestellt, dass sie eine Wand, ein Möbelstück oder einen Gegenstand anstrahlt, entstehen an der Decke, am Boden und an den Wänden interessante Licht- und Schattenmuster. Daneben ist möglich, mit Utensilien wie Sand, grobem Salz, Kaffeebohnen oder Zahnstochern zu arbeiten. Werden solche Materialien auf eine Fläche gestreut, ergeben sich ebenfalls hübsche Muster.

Wird als Fläche eine Platte aus Glas oder einem anderen durchscheinenden Material verwendet, kann das Muster von unten beleuchtet werden, wodurch es noch einmal ganz anders aussieht. Aber auch zusammengeknüllte Alufolie, ein willkürlich hingeschmissener Stofffetzen oder ein Stück Papier, das gefaltet, gerollt, zerrissen oder eingeschnitten und danach wieder leicht geglättet wurde, bieten tolle Vorlagen für Muster zum Zeichnen.    

Ein Passepartout als Hilfsmittel

Für eine Skizze oder Zeichnung muss es nicht immer ein ganzes Motiv sein. Es kann stattdessen gerade spannend sein, nur einen kleinen Ausschnitt aus einem Bild zu zeichnen. Das ursprüngliche Motiv muss dabei auch gar nicht mehr zu erkennen sein, denn allein der Ausschnitt lässt ein neues, eigenständiges Bild entstehen. Ein ideales Werkzeug hierbei ist ein Passepartout.

Dieses kann selbst angefertigt werden, indem aus einem stabileren Papier oder einem Stück Karton eine eckige, ovale oder runde Fläche ausgeschnitten wird. Das Passepartout wird dann auf ein Foto oder Bild gelegt und solange hin- und hergeschoben, bis in dem Fenster der Ausschnitt zu sehen ist, der das Motiv der Zeichnung werden soll.

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