3 Zeichenübungen für Einsteiger

3 Zeichenübungen für Einsteiger

 

Manchmal dient eine Zeichnung als Basis für ein Bild, manchmal ist eine Zeichnung das eigentliche Kunstwerk. Anders als die Malerei kommt das Zeichnen mit wenigen Materialien aus. Daher ist es für den Zeichner ein Leichtes, ganz spontan zu Stift und Papier zu greifen und eine Szene oder ein Motiv, das er gerade entdeckt hat, zeichnerisch festzuhalten.

Bis dahin ist es aber mitunter ein längerer Weg, denn auch das Zeichnen erfordert Übung und Erfahrung. Zudem stellt sich zunächst einmal die Frage, wie jemand überhaupt mit dem Zeichnen beginnen sollte und wie es möglich ist, schnell und unkompliziert zeichnen zu lernen. Ein Patentrezept gibt es sicherlich nicht.

 

Damit der Anfang dennoch etwas einfacher wird,
stellt der folgende Beitrag drei Zeichenübungen für Einsteiger vor:

 

Die Grundausstattung für erste Zeichenübungen

Für den Einstieg in das Zeichnen reichen wenige Materialien aus. So wird zum einen Papier benötigt. Ratsam ist, sich einen Block mit Zeichenpapier zuzulegen, am besten im Format DIN A3. Auf Zeichenpapier lassen sich Zeichnungen besser umsetzen und üben als auf herkömmlichen Kopierpapier. Ein größeres Format ist deshalb sinnvoll, weil es einfach mehr Platz bietet und zudem ermöglicht, bequem verschiedene Zeichentechniken und Bewegungen auszuprobieren.

Zum anderen braucht es Zeichenwerkzeuge. Für den Anfang reichen drei Bleistifte aus, nämlich je ein Bleistift mit einer weichen, einer mittelharten und einer harten Mine. Um das Zeichnen zu lernen, sind Bleistifte optimal. Später kann der Zeichner immer noch zu anderen Zeichenwerkzeugen wie Buntstiften, Filzstiften oder Tusche und Feder wechseln.

Mit einem Radiergummi und einem Anspitzer ist die Grundausstattung komplett. Für das Zeichnen bietet der Fachhandel zwar noch eine ganze Palette anderer Werkzeuge und Hilfsmittel. Am Anfang sind sie aber nicht notwendig. Was die Arbeitsfläche angeht, so genügt ein einfacher Tisch, der ausreichend Platz bietet.

Wichtig ist nur, dass die Arbeitsfläche gut beleuchtet ist. Idealerweise trifft das Licht von der Seite auf die Fläche, die nicht zum Zeichnen benutzt wird. Ist der Zeichner Rechtshänder, sollte das Licht also von links kommen, bei einem Linkshänder von rechts. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich der Zeichner selbst Schatten macht.

 

  1. Zeichenübung für Einsteiger: frei zeichnen und mit den Materialien spielen

Die ersten Zeichenversuche sollten nicht darauf abzielen, richtige Zeichnungen anzufertigen. In aller Regel würde dies ohnehin nicht funktionieren, denn die wenigsten kommen als wahre Naturtalente auf die Welt. Stattdessen sollte es bei den ersten Übungen darum gehen, die Materialien kennenzulernen. Dafür sollte der Zeichner frei und ohne großartig darüber nachzudenken Linien, Striche, Bögen, Wellen und beliebige andere Formen aufs Papier bringen.

Er sollte seinen Bleistift mal ganz sanft, mal mit etwas mehr und mal mit großem Druck über das Papier führen und das Ganze auch mit den anderen Bleistiften wiederholen. Er sollte seine Bewegungen mal aus dem Handgelenk heraus machen und mal großzügig den ganzen Arm einsetzen. Er kann testen, wie es sich anfühlt, wenn er im Sitzen und im Stehen zeichnet.

Ein typischer Anfängerfehler ist, dass sich der Zeichner darauf konzentriert, nur aus dem Handgelenk heraus zu zeichnen. Je nach Form und Motiv wird beim Zeichnen aber mal nur in kleinen Bewegungen und mal aus dem Arm heraus gearbeitet.

Wenn sich der Zeichner sein Blatt dann anschaut, wird er bemerken, dass seine Linien und Formen ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, welchen Bleistift er wie eingesetzt hat. Genau um dieses Ausprobieren und Spielen mit den Materialien geht es bei den ersten Übungen, denn nur wenn der Zeichner sein Gerät kennt, kann er es später bewusst einsetzen.

 

  1. Zeichenübung für Einsteiger: Kreise und dunkle Flächen

Eine sehr gute Zeichenübung besteht darin, Kreise zu zeichnen. Im ersten Moment klingt dies vielleicht ein wenig merkwürdig, aber schöne, gleichmäßig runde Kreise frei Hand zu zeichnen, ist viel schwerer als vielleicht vermutet.

Der Zeichner sollte also versuchen, Kreise in verschiedenen Größen und mehrere gleichgroße Kreise nebeneinander zu zeichnen. Vereinfacht erklärt, besteht eine Zeichnung letztlich nur aus Linien und Strichen.

Um Flächen einzufärben, wird beim Zeichnen mit Schraffuren gearbeitet. Teilweise werden die Schraffuren so belassen wie sie sind, teilweise werden die Striche durch Verwischen zu einer einheitlichen, geschlossenen Farbfläche miteinander verbunden. In einer weiteren Zeichenübung sollte der Zeichner deshalb ausprobieren, verschiedene dunkle Farbflächen zu gestalten.

 

  1. Zeichenübung für Einsteiger: ein Motiv zeichnen

Verständlicherweise wird der Zeichner nicht immer nur abstrakte Formen und irgendwelche, beliebig auf dem Blatt verteilte Flächen zeichnen wollen. Wenn er sich ein wenig mit seinen Werkzeugen und Materialien auseinandergesetzt hat, kann er sich deshalb ruhig an eine erste richtige Zeichnung wagen.

Nun kommt es beim Zeichnen aber nicht nur auf das Zeichnen, also die praktische Umsetzung an. Genauso wichtig sind das Sehen des Motivs und die Vorstellung davon, wie das gezeichnete Motiv wirken soll.

Eine Zeichnung ist somit im Prinzip das Ergebnis vom Zusammenspiel zwischen Augen, Gehirn und Händen.

 

Um dieses Zusammenspiel zu trainieren, bietet sich folgende Übung an:

  • Der Zeichner stellt einen Gegenstand neben oder vor sich auf die Arbeitsfläche. Dieser Gegenstand sollte am Anfang eher schlicht sein, gut geeignet ist beispielsweise eine Tasse, eine Vase, ein Buch, eine Flasche und Ähnliches.
  • Nun markiert der Zeichner auf seinem Blatt Zeichenpapier fünf Punkte. Einen Punkt platziert er genau in der Blattmitte, die vier anderen Punkte setzt er jeweils in die Ecken.
  • Jetzt schaut sich der Zeichner das Bild, das er durch den Gegenstand sieht, ganz genau an. Dabei legt er den Mittelpunkt fest. Als Mittelpunkt sollte er sich für eine einfache, konkrete Form entscheiden, beispielsweise eine Kante oder Ecke des Gegenstandes oder eine markante Linie eines Musters. Diesen Mittelpunkt des Bildes zeichnet er dann über dem Mittelpunkt auf seinem Papier ein.
  • Das, was der Zeichner beim Mittelpunkt gemacht hat, wiederholt er nun nacheinander mit den vier Ecken.
  • Auf dem Papier sind nun fünf einfache Linien oder Formen vorhanden. Dann geht es zurück zum Mittelpunkt. Von hier aus zeichnet der Zeichner nach und nach ein, was er sieht. Wichtig dabei ist, dass er bei einfachen, klaren Formen bleibt. Zunächst geht es nämlich darum, die Konturen des Motivs zu erfassen. Es kann gut sein, dass das Motiv irgendwie krumm oder falsch aussieht. Das spielt jedoch keine Rolle. Bei der Übung geht es darum, das, was der Zeichner sieht, Schritt für Schritt auf das Papier zu übertragen.

Hat der Zeichner alle markanten Linien und Kanten aufgezeichnet, kann er seine Zeichnung ausgestalten. Dabei kann er kleinere Details einzeichnen oder mit Schraffuren experimentieren.

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