Welchen Sinn hat eigentlich eine Skizze?

Sehr viele Bilder und Zeichnungen beginnen mit einer Skizze. Der Zeichner oder Künstler fertigt also zunächst einmal eine oder mehrere Skizzen an, bevor er mit seinem eigentlichen Werk beginnt.

Natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, ganz frei und komplett aus der Fantasie heraus zu zeichnen oder zu malen. In vielen Fällen ist es aber durchaus sinnvoll, seine Bildidee vorab zu skizzieren.

Wie wird eine Skizze überhaupt angefertigt?

Das Wort Skizze geht auf den italienischen Begriff schizzo zurück und bedeutet sinngemäß soviel wie flüchtig hingeworfene Zeichnung. Eine Skizze ist somit eine Zeichnung, die ein Motiv in wenigen Strichen und Linien wiedergibt.

Dabei verliert sie sich nicht in Details, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche. Üblicherweise wird eine Skizze recht schnell gezeichnet, um so eine Idee, eine Situation oder eine Stimmung festzuhalten. Schnell und flüchtig sind allerdings Vokabeln, die ein wenig irreführend sind. Eine Skizze wird nämlich weder hastig noch völlig aus dem Bauch heraus gezeichnet.

Stattdessen sollte der Zeichner durchaus konzentriert und aufmerksam vorgehen. Zudem muss er bewusst entscheiden, wo er welche Linie zieht. Das heißt nicht, dass der Zeichner vor jedem Strich lange überlegen und dann ganz sanft und behutsam mit seinem Stift über das Papier fahren soll. Er kann ruhig schwungvoll und aus dem Handgelenk heraus skizzieren.

Wichtig ist aber, dass sich der Zeichner überlegt, welche Linien und Striche er benötigt, um seine Bildidee festzuhalten oder sein Bildmotiv zu konkretisieren.

Welches Zeichenwerkzeug für eine Skizze verwendet wird, ist letztlich egal. Die meisten Zeichner und Künstler arbeiten mit einem weichen Bleistift, wenn sie eine Skizze anfertigen. Ein Tuschestift, ein Kugelschreiber, ein Filzstift und jedes andere Zeichen- oder Schreibwerkzeug sind aber genauso geeignet.  

Welchen Sinn hat eigentlich eine Skizze?

In den meisten Fällen dient eine Skizze als Entwurf für ein Bild. Die Skizze wird somit zu einer Art Vorlage, die anschließend übertragen und zu einer Zeichnung oder einem Gemälde ausgearbeitet wird. Es gibt zwar auch Skizzen, die einfach so belassen und dann selbst zum Kunstobjekt werden. Die berühmten Skizzen von Leonardo da Vinci sind ein solches Beispiel.

Allerdings ist dies doch eher die Ausnahme, häufiger ist die Skizze als Entwurf oder Vorzeichnung für ein Bild.

In dieser Funktion können mit einer Skizze vier verschiedene Absichten verfolgt werden: 

1. Die Skizze als Gedächtnisstütze

Eine Bildidee kann auf verschiedene Art und Weise entstehen, beispielsweise durch einen spontanen Gedanken, beim Blick auf ein anderes Bild, bei einem Spaziergang, beim Betrachten einer Wolkenformation am Himmel, beim Musikhören, beim Fernsehschauen oder beim Beobachten einer alltäglichen Szene auf der Straße. Solche Momente halten aber oft nur kurz an. Eine richtige Zeichnung oder ein Bild anzufertigen, würde zu lange dauern. Zudem wird der Zeichner wahrscheinlich nicht immer und überall sein gesamtes Zeichenwerkzeug dabeihaben. Also kann er sich mit einer schnellen Skizze behelfen. Diese Skizze hält den Augenblick fest und dient dem Zeichner später als Gedächtnisstütze. 

2. Die Skizze als Übung

Durch das Skizzieren kann sich der Zeichner einem Motiv nähern. Gerade bei den ersten Versuchen ist es oft gar nicht so einfach, ein Motiv oder Objekt so aufs Papier zu bringen, dass die Proportionen stimmen, alle Formen richtig getroffen sind und die Strukturen wie gewünscht aussehen. Mit der Skizze kann der Zeichner das Motiv in einzelne Abschnitte zerlegen. So kann er zuerst grob die Formen anlegen und die Proportionen definieren. Anschließend kann er die Formen weiter ausarbeiten und an den Strukturen feilen. Die Skizzen sind dabei dann im Prinzip Übungen, durch die der Zeichner lernt, ein Motiv oder Bildobjekt zu zeichnen. 

3. Die Skizze als Testbild

In vielen Fällen fertigt der Zeichner eine Skizze als Entwurf für eine Zeichnung oder ein Bild an. Gleichzeitig hat er meist schon im Hinterkopf, wie sein fertiges Werk später aussehen soll. Dabei gibt es in einer Zeichnung oder einem Bild immer bestimmte Elemente oder Details, die stärker betont oder deutlicher herausgearbeitet werden, damit der gewünschte optische Effekt entsteht. Ob sich dieser Effekt tatsächlich einstellt, kann der Zeichner mithilfe einer Skizze ausprobieren. Die Skizze wird somit zu einem Testbild, durch das der Zeichner beurteilen kann, ob er seine Idee wie geplant oder doch in abgewandelter Form umsetzt.    

4. Die Skizze als Studie

In der Bildenden Kunst wird von einer Studie gesprochen, wenn ein Motiv oder Objekt zeichnerisch untersucht wird. Dabei werden bei einer Studie mehrere Skizzen angefertigt, um herauszufinden, wie das Motiv am besten dargestellt werden kann. Im Mittelpunkt der Untersuchungen können die Formen und Strukturen des Motivs, die Zeichentechniken oder andere Aspekte stehen.

Letztlich geht es bei einer Studie also darum, zu ermitteln, wie der Zeichner das Motiv in der von ihm gewünschten Form zu Papier bringen kann. Meistens skizziert ein Zeichner bei einer Studie auch nicht das gesamte Bildmotiv. Stattdessen beschränkt er sich auf die Ausschnitte oder Elemente, die für das Bild besonders wichtig sind, die dem Zeichner Schwierigkeiten bereiten oder bei denen er noch nicht sicher ist, wie er sie am besten umsetzen sollte.

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