Fehler in der Zeichnung finden – 5 Tipps

Fehler in der Zeichnung finden – 5 Tipps

Eines gleich vorweg: Grundsätzlich kann eine Zeichnung nicht falsch sein. Denn die künstlerische Freiheit bringt es mit sich, dass der Zeichner seine Zeichnung genau so erstellt, wie er das möchte und wie es ihm am besten gefällt. Deshalb bleibt es auch ihm selbst überlassen, wie er ein Motiv umsetzt.

Fehler in der Zeichnung finden - 5 Tipps

Allerdings kann gut sein, dass eine Zeichnung nicht stimmig wirkt. In die Zeichnung haben sich dann ein oder mehrere Fehler eingeschlichen, die dazu führen, dass das Bild im Gesamten irgendwie nicht rund aussieht.

Meistens hängen solche Fehler mit den Proportionen zusammen. So ist ein Objekt im Vergleich zu den anderen Bildelementen zum Beispiel zu groß oder zu klein geraten, zu weit nach oben gerutscht oder zu tief angeordnet.

Eine andere Fehlerquelle können Schattierungen sein. Üblicherweise gestaltet ein Zeichner Schattierungen aus dem Bauch heraus.

Doch wenn er ganz bestimmte Effekte erzielen oder die Lichter und Schatten in einer besonderen Form anlegen möchte, können die Schraffuren durchaus an eine falsche Stelle geraten oder zu markant ausfallen.

Auch die Perspektive kann zum Stolperstein werden. Das gilt vor allem dann, wenn der Zeichner verschiedene Blickwinkel miteinander vermischt, die so nicht unbedingt zusammenpassen.

Zeichnet er beispielsweise einen Gegenstand, bei dem er zwischen einer Draufsicht und einem Blickwinkel von der Seite hin und her springt, sieht das Objekt verschoben und verwirrend aus.

Die große Schwierigkeit ist aber, zu erkennen, wo der Fehler liegt. Der Zeichner sieht zwar, dass etwas nicht stimmig ist. Doch das Element aufzuspüren, das für das unrunde Gesamtbild verantwortlich ist, ist nicht so einfach.

Zumal der Zeichner seine Zeichnung oft nicht ganz objektiv bewerten kann. Andererseits kann der Zeichner in die Trickkiste greifen.

Hier sind fünf Tipps, die dabei helfen, Fehler in der Zeichnung zu finden!:

  1. Tipp: Die Zeichnung drehen.

Eine simple Methode, die beim Entdecken von Fehlern sehr hilfreich sein kann, besteht darin, die Zeichnung zu drehen. Dafür kann der Zeichner das Blatt oder den Block um 90 Grad drehen, auf den Kopf stellen oder in irgendeinem anderen Winkel verschieben.

Durch das Drehen verändert sich der Blickwinkel auf die Zeichnung. Gleichzeitig rückt das Motiv als solches durch die neue Anordnung in den Hintergrund.

Der Zeichner kann sich dadurch besser auf die gezeichneten Details konzentrieren und so eher herausfinden, welches Element störend wirkt.

  1. Tipp: Die Zeichnung spiegeln.

Eine andere Möglichkeit, um den Blickwinkel auf die Zeichnung zu verändern, ergibt sich durch einen Spiegel. Dafür hält oder legt der Zeichner sein Bild vor einen Spiegel und schaut sich das Spiegelbild an.

Durch die Spiegelung sieht der Zeichner sowohl die Elemente als auch die einzelnen Linien und Striche jeweils seitenverkehrt. Auch das kann dabei helfen, Fehler zu entdecken.

  1. Tipp: Eine digitale Kopie von der Zeichnung anfertigen.

Der Zeichner kann seine Zeichnung als digitale Kopie auf den Computerbildschirm bringen, indem er sie entweder abfotografiert oder einscannt. Für die Fehlersuche kann es aus zwei Gründen hilfreich sein, die Zeichnung zu digitalisieren.

Der erste Grund ist, dass der Zeichner das Bild aus einer anderen Perspektive sieht. Denn beim Zeichnen schaut er in aller Regel schräg von oben auf das Papier.

Im Unterschied dazu guckt er auf dem Bildschirm gerade von vorne auf die Zeichnung. Durch den veränderten Winkel können Fehler sichtbar werden.

Der zweite Grund ist, dass eine Zeichnung am Bildschirm anders wirkt als live. Durch die Auflösung, die Farben und die Kontraste kommt die Zeichnung verändert rüber.

Auch das kann helfen, Fehler zu entdecken. Zudem kann der Zeichner natürlich mit dem Bildbearbeitungsprogramm spielen und ausprobieren, wie es aussieht, wenn er einzelne Elemente oder Details verändert.

  1. Tipp: Abstand zur Zeichnung gewinnen.

Hat ein Zeichner viele Stunden an seiner Zeichnung gearbeitet, fehlt ihm die Distanz zu seinem Werk. Denn es wird es oft nichts bringen, wenn der Zeichner krampfhaft versucht, herauszufinden, was ihn an der Zeichnung stört.

Besser ist, wenn der Zeichner das Bild für ein paar Tage zur Seite legt. Schaut er es sich dann noch einmal an, hat er einen gewissen Abstand entwickelt. Dadurch wird es viel leichter, die Zeichnung objektiv zu betrachten.

  1. Tipp: Die Zeichnung anderen zeigen.

Manchmal fehlen dem Zeichner schlichtweg das Auge und die Übung, um Unstimmigkeiten zu erkennen. Teilweise geht es dem Zeichner aber auch wie einem Autor.

Wenn ein Autor einen Text geschrieben hat, liest er ihn zwar Korrektur, um Rechtschreib- und Grammatikfehler zu finden. Nur verstecken sich die Fehler manchmal so gut, dass sie der Autor auch bei mehrmaligem Durchlesen nicht entdeckt.

Das liegt zum Teil daran, dass der Autor seinen Text gut kennt und deshalb dazu neigt, das zu lesen, von dem er ausgeht, es geschrieben zu haben.

Vor einer Veröffentlichung lässt ein Autor seinen Text daher meist von einer anderen Person Korrektur lesen. Ein Außenstehender kennt den Text nicht und kann so nicht nur leichter Rechtschreib- und Grammatikfehler finden.

Vielmehr kann er auch neutral beurteilen, an welchen Stellen die Formulierungen vielleicht etwas holprig sind.

Den gleichen Weg kann auch der Zeichner wählen. Bittet er Außenstehende darum, seine Zeichnung „Korrektur zu sehen“, können sie ihn womöglich auf Unstimmigkeiten hinweisen.

Das setzt zwar voraus, dass der Zeichner Personen auswählt, die wirklich ihre ehrliche Meinung sagen, und dass der Zeichner mit der Kritik umgehen kann. Aber auf diese Weise stehen die Chancen gut, den Fehlern auf die Spur zu kommen.

 

Und noch etwas

Dass der Zeichner den oder die Fehler in der Zeichnung gefunden hat, heißt nicht zwangsläufig, dass er sie auch korrigieren kann.

Genauso ist nicht gesagt, dass sie ihm beim nächsten Mal nicht wieder unterlaufen werden. Fehler zu entdecken, ist nur der erste Schritt. Alles andere ist eine Frage der Übung und dauert seine Zeit.

Mehr Anleitungen, Ratgeber und Tipps:

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.
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