Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 1

Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 1

“Aller Anfang ist schwer”, “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen” oder “Aus Fehlern wird man klug” sind alte Weisheiten, die vor allem Zeichen-Anfänger immer wieder hören. Solche Sprichwörter verweisen darauf, dass es ganz normal ist, wenn zu Beginn noch nicht alles klappt.

Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 1

Doch aus Fehlern kann man lernen und wenn etwas Übung dazukommt, geht vieles leichter von der Hand. Das gilt natürlich nicht nur fürs Zeichnen, sondern für fast alle Lebensbereiche.

Tatsächlich haben die Redewendungen einen wahren Kern. Doch nirgends steht geschrieben, dass der Zeichner alle Fehler selbst machen muss, um zu lernen. Oft genügt es völlig, wenn er die typischen Fehlerquellen kennt und weiß, wie er sie umgehen kann.

Genau das ist auch unsere Zielsetzung. Deshalb zeigen wir in einem zweiteiligen Beitrag, wie sich die vier größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen:

Vorab noch kurz ein paar Worte zu Zeichenfehlern

Den Einstieg ins Zeichnen zu finden, ist eigentlich ganz einfach. Denn viel mehr als ein Stück Papier und einen Stift braucht der Zeichner nicht. Die Skizze oder Zeichnung selbst besteht letztlich nur aus Linien. Und Striche in verschiedenen Formen und Stärken kommen auch aufs Papier, wenn jemand gedankenverloren vor sich hinkritzelt oder etwas schreibt. Die Grundlagen fürs Zeichnen bringt also jeder mit.

Ein anderer Punkt ist, dass es in der Kunst gar kein Richtig oder Falsch gibt. Vielmehr gehört es gerade zur künstlerischen Freiheit, Motive, Muster und Strukturen so darzustellen, wie der Künstler es möchte.

Außerdem ist Kunst zu einem großen Stück immer auch Geschmackssache. Wovon der eine vielleicht hellauf begeistert ist, spricht einen anderen womöglich überhaupt nicht an.

Trotzdem spielt eine Rolle, was und wie der Zeichner zeichnet. Vor allem wenn er weniger in die abstrakte Richtung gehen, sondern realistische Zeichnungen anfertigen möchte, gibt es ein paar typische Fehler, die sich gerne einschleichen.

Die Zeichnung ist dadurch zwar nicht falsch, wirkt aber eben auch nicht stimmig. Und um solche Fehler kümmern wir uns jetzt.

  1. Fehler: Die Zeichnung wirkt irgendwie falsch.

Ein klassischer Anfängerfehler ist, dass der Zeichner eine Weile an seiner Zeichnung arbeitet und dann feststellt, dass sie irgendwie komisch aussieht. Irgendetwas scheint nicht zustimmen.

Was das Gesamtbild stört, kann ganz unterschiedlich sein. So ist zum Beispiel möglich, dass die Perspektive nicht ganz richtig ist oder die Proportionen nicht passen. Bei einem Portrait kann es auch ein etwas schiefes Auge, eine zu lange Nase oder ein zu klein geratener Mund sein.

Damit solche Fehler nicht passieren, helfen folgende Tipps:

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Zuerst die Formen, dann die Details

Ratsam ist, wenn der Zeichner damit beginnt, die Grundformen zu skizzieren. Möchte er beispielsweise ein Portrait zeichnen, sollte er also zuerst die Form des Kopfes zeichnen. Anschließend kann er dann die einzelnen Bestandteile des Gesichts einfügen.

Diese Reihenfolge ist deshalb sinnvoll, weil sich der Zeichner so wesentlich besser orientieren kann. Dünne Hilfslinien sorgen zusätzlich dafür, die richtigen Proportionen zu finden. Bei einem Gesicht ist zum Beispiel die Länge der Nase die entscheidende Größe.

Denn ein Gesicht ist genauso lang wie dreieinhalb Nasen. Vom Kinn bis zur Nase, die Nase selbst und die Stirn entsprechen nämlich jeweils genau einer Nasenlänge. Für den Haaransatz kommt dann noch einmal eine halbe Nasenlänge dazu.

Solche Proportionstipps gibt es natürlich auch für andere Motive. Außerdem kann der Zeichner mit Fluchtpunkten arbeiten. Setzt er auf seinem Blatt einen oder mehrere Fluchtpunkte und verbindet er dann die Ecken seiner Grundform mit den Fluchtpunkten, sieht er, wo und wie er die Seitenkanten und die Innenteile anordnen muss.

Im Kern geht es also darum, dass der Zeichner sein Blatt nicht als große, weiße Fläche bearbeitet, sondern für sich selbst Strukturen schafft. Denn die Einteilung hilft dabei, sich besser zurechtzufinden.

Abpausen oder mit einem Raster arbeiten

Gerade am Anfang ist es oft nicht ganz leicht, die einzelnen Formen und Umrisse aufs Papier zu bringen. Aber es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn der Zeichner die Konturen seiner Vorlage abpaust.

Auf diese Weise hat er die Grundlage für seine Zeichnung. Eine andere Möglichkeit ist, die Vorlage mithilfe der Rastermethode zu übertragen. Dadurch kann der Zeichner das Motiv auch gleich auf das gewünschte Format vergrößern oder verkleinern.

Je mehr Übung und Erfahrung der Zeichner hat, desto leichter wird es ihm fallen, seine Zeichnungen zu beginnen und auszuarbeiten. Doch bis es soweit ist, kann und sollte er ruhig auf Hilfsmittel zurückgreifen.

Denn er muss es sich nicht unnötig schwer machen. Und es wäre schade, wenn der Zeichner die Freude am Zeichnen gleich wieder verliert, nur weil die ersten paar Versuche nicht ganz geglückt sind.

Die Zeichnung mit Abstand betrachten

Ob der Zeichner sein Blatt flach vor sich hinlegt oder auf eine Staffelei stellt, bleibt seinem Geschmack überlassen. Allerdings sollte er seine Zeichnung zwischendurch immer mal wieder aufstellen, einen Schritt zurücktreten und begutachten.

Durch den Abstand fällt es viel schneller auf, wenn sich irgendwo eine kleine Unstimmigkeit eingeschlichen hat.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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