Verschiedene Zeichenstile in der Übersicht, Teil 3

Verschiedene Zeichenstile in der Übersicht, Teil 3

Linien, Flächen und Formen, die Farben und die angewendeten Zeichentechniken sind das, was eine Zeichnung ausmacht. Selbst wenn das Motiv gleich ist, können Zeichnungen komplett verschieden aussehen. Denn auch der Zeichenstil des Zeichners hat großen Einfluss auf die Umsetzung und die Bildwirkung. Dabei hat der Zeichner für seine Bildideen eine Vielzahl von Techniken und Stilen zur Auswahl. In einer ausführlichen Übersicht stellen wir verschiedene Arten von Zeichnungen vor und erklären ihre Besonderheiten.

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Verschiedene Zeichenstile in der Übersicht, Teil 3

Dabei haben wir in Teil 1 mit den grundlegenden Typen von Zeichnungen begonnen. In Teil 2 ging es dann um Zeichenwerkzeuge. Außerdem haben wir mit der Skizze, dem Doodle und der Linienzeichnung die ersten Zeichenstile vorgestellt.

Nun geht es mit den nächsten Zeichenstilen weiter:

Schwarz-Weiß-Zeichnungen

Damit ein Bild zum Leben erwacht, muss nicht unbedingt Farbe ins Spiel kommen. Um Perspektive zu schaffen und Tiefe zu verleihen, kann der Zeichner mit Lichtern, Schatten und Kontrasten arbeiten. Auf diesem Prinzip beruht die Schwarz-Weiß-Zeichnung.

Wichtig bei diesem Zeichenstil ist, recht genau zu zeichnen und die Details auszuarbeiten. Deshalb ist eine Schwarz-Weiß-Zeichnung deutlich detailreicher und präziser als eine schnelle Skizze. Sie wird gerne für Porträts und Körperstudien, aber auch für Landschaften verwendet.

Der Zeichenstil ermöglicht dem Zeichner, sich auf die Anordnung der Bildelemente, ihre Formen und die Belichtung zu konzentrieren. Er kann den Blick des Betrachters gezielt lenken, indem er einzelne Details durch Glanzlichter betont und andere Bildelemente im Schatten zurücktreten lässt.

Das klassische Zeichenwerkzeug für eine Schwarz-Weiß-Zeichnung ist ein Blei- oder Kohlestift. Der Zeichner beginnt die Zeichnung dann mit der Anordnung der Formen. Anschließend gestaltet er die Details und die hellen Bereiche. Danach füllt er nach und nach die dunklen Stellen aus. Unterschiedliche Schraffuren sorgen dafür, dass Kontraste und Farbverläufe entstehen.

Bunte Zeichnungen

Zeichnungen bringen viele im ersten Moment mit dem Bleistift in Verbindung. Auch Kohlestifte, Kreiden oder Tusche sind gängige Zeichenwerkzeuge. Dabei gibt es noch jede Menge andere Stifte, mit denen der Zeichner zeichnen kann. Zumal keine Regel besagt, dass eine Zeichnung schwarz-weiß oder monochrom bleiben muss.

Eng mit dem Bleistift verwandt sind Buntstifte. Sie funktionieren im Prinzip genauso, nur hinterlassen sie farbige Linien und Striche. Marker und Filzstifte eignen sich ebenfalls sehr gut zum Zeichnen. Außerdem kann der Zeichner verschiedene Werkzeuge miteinander kombinieren.

So kann er seine Zeichnung zum Beispiel mit einem Kugelschreiber anfertigen und anschließend mit Wasserfarben ausmalen. Je nach Zeichengrund entstehen dann ganz unterschiedliche Ergebnisse.

Dreidimensionale Zeichnungen

Der Mensch nimmt optisch drei Dimensionen wahr, wenn er etwas betrachtet. Diese drei Dimensionen sind die Breite, die Höhe und die Tiefe. Wenn der Zeichner ein Objekt auf ein Blatt Papier zeichnet, kann er aber zunächst mit der Breite und der Höhe nur zwei Dimensionen darstellen. Um die Illusion der Tiefe zu erzeugen, muss er perspektivisch zeichnen.

Beim perspektivischen Zeichnen wird mit sogenannten Fluchtpunkten gearbeitet. Je nach Perspektive wählt der Zeichner dafür einen oder mehrere Punkte aus, an denen die Linien der einzelnen Bildelemente zusammenkommen.

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Auf diese Weise entsteht eine dreidimensionale Zeichnung. Setzt der Zeichner dann noch Lichter und Schatten, kann er die Wirkung zusätzlich verstärken.

Cartoons

Ein weiterer Zeichenstil, der viel Spielraum für eigene Ideen und Interpretationen bietet, ist das Zeichnen von Cartoons. Dabei geht es hier weniger darum, Zeichnungen zu schaffen, die möglichst nah am Original sind. Vielmehr leben Cartoons gerade davon, dass sie das echte Erscheinungsbild überspitzen, verzerren oder neu umsetzen. Je nachdem, welche Art von Cartoon der Zeichner gestaltet, sollte er aber ein paar charakteristische Merkmale beachten.

Bei einem Comic zum Beispiel kann er Fantasiefiguren entwerfen. Sie sollten aber erkennbar ein reales Lebewesen zum Vorbild haben. Zudem sollten ihre Proportionen stimmig sein. Dafür muss der Zeichner seine Figuren nicht besonders detailliert ausarbeiten, sondern kann es bei groben Linien belassen.

Zeichnet der Zeichner eine Karikatur, kann sein Motiv sowohl eine ausgedachte Figur als auch eine reale Person sein. Wichtig hier ist, dass er ein besonders markantes Merkmal seines Motivs auswählt und dieses Merkmal deutlich übertrieben abbildet. Hat das Vorbild zum Beispiel eine große Nase, ein spitzes Kinn oder ausgeprägte Wangenknochen, wären das optimale Ansatzpunkte.

In eine ganz andere Richtung gehen Mangas. Sie leben von kindlichen Figuren. Diese haben zierliche Körper und kleine Nasen, dafür aber ausgefallene Frisuren und große, ausdrucksstarke Augen.

Den passenden Zeichenstil finden

Die vielen verschiedenen Werkzeuge, Techniken und Stile können den Zeichner im ersten Moment überfordern. Er sollte sich aber nicht erschlagen fühlen oder denken, dass er sich auf eine Richtung festlegen muss. Stattdessen sollte er immer wieder ausprobieren und sich an Neues heranwagen.

So findet er mit der Zeit heraus, welcher Stil ihm am besten liegt und was ihm besonders Spaß macht. Außerdem lernt er, die verschiedenen Techniken miteinander zu kombinieren. Nebenbei entwickelt er auf diese Art seine eigene Handschrift und seine Markenzeichen.

Für eine neue Zeichnung kann der Zeichner zum Beispiel mit einem Doodle oder einer Skizze beginnen. Anschließend kann er überlegen, ob er den Entwurf so lässt oder ob er ihn  weiter ausarbeitet, Schattierungen hinzufügt oder bunte Farben einsetzt.

Daneben kann der Zeichner mit verschiedenen Zeichengründen experimentieren. Eine Zeichnung auf Papier wirkt ganz anders als ein Motiv auf einer Serviette, einem rauen Karton, einer Leinwand oder einer Holzplatte.

Das Zeichnen ist kein in sich abgeschlossener Prozess. Vielmehr lebt es davon, dass der Zeichner stetig dazulernt. Deshalb sollte der Zeichner die Techniken und Zeichenstile auch nicht als starre Regeln verstehen, sondern bestenfalls als Anregungen und Orientierungshilfen, die ihm nützliche Mittel an die Hand geben und verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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