Zeichnungen auf Papier richtig lagern – Infos und Tipps

Zeichnungen auf Papier richtig lagern – Infos und Tipps

Zeichner und Kunstfreunde machen sich meist wenig Gedanken über den Platz an ihren Wänden. Hat der Zeichner eine Idee oder möchte er kreativ arbeiten, wird er eine weitere Zeichnung erstellen. Und wenn der Kunstliebhaber auf eine Arbeit stößt, die ihm gut gefällt, wird er sie erwerben.

Zeichnungen auf Papier richtig lagern - Infos und Tipps

Doch irgendwann sind die Möglichkeiten, die Kunstwerke aufzuhängen, ausgeschöpft.

Glücklicherweise lassen sich Arbeiten auf Papier recht gut stapeln. Damit die Zeichnungen auch nach vielen Jahren noch gut erhalten sind, sollten aber ein paar Regeln beachtet werden. Vor allem der Schutz vor Licht und Säure spielt hier eine wichtige Rolle.

Wir haben einige Infos und Tipps zusammengestellt, wie Zeichnungen auf Papier richtig gelagert werden können:

Gerahmt mit Glas und einem säurefreien Passepartout

Natürlich kommen Zeichnungen am besten zur Geltung, wenn sie an der Wand in Szene gesetzt werden. Dabei können sie entweder ganz klassisch aufgehängt oder nur lässig an eine Wand angelehnt werden.

Der Platz sollte aber so gewählt sein, dass die Arbeiten keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind. Denn die UV-Strahlung macht sowohl dem Papier als auch der Bleistiftzeichnung zu schaffen.

Weil selbst eine Glasscheibe nur bedingt Schutz bietet, werden zum Beispiel in Museen eher selten Kunstwerke auf Papier ausgestellt. Und wenn es so eine Ausstellung gibt, dann wird meist eine UV-Schutzfolie an den Fenstern angebracht oder die Kunstwerke werden im Halbdunkel bei etwa 50 Lux gezeigt.

Trotzdem sollte eine Zeichnung immer unter Glas eingerahmt werden. Denn zum einen schirmt das Glas zumindest etwas von der schädlichen UV-Strahlung ab. Und zum anderen ist das Papier durch das Glas vor Staub und Verschmutzungen geschützt.

Die nützlichen Eigenschaften des Glases kommen auf der Außenseite zum Tragen. Auf der Innenseite hingegen sollte die Zeichnung auf keinen Fall Kontakt zu Glas haben. Denn die Pigmente neigen dazu, sich vom Papier zu lösen und stattdessen an der Glasscheibe anzuhaften.

Um das zu vermeiden, sollte ein Passepartout verwendet werden. Es sorgt für den notwenigen Abstand zwischen der Zeichnung und dem Glas. Wichtig hier ist, dass es sich bei dem Passepartout um ein säurefreies Papier handelt.

Die Zeichnung selbst wird dann entweder mit säurefreien Klebestreifen oder einem Kleister auf Stärke-Basis am Passepartout fixiert. Säurefrei deshalb, weil sich andernfalls schon nach kurzer Zeit hässliche gelb-braune Flecken auf dem Papier bilden könnten.

Bei einer Zeichnung auf ein Passepartout zu verzichten, ist nur dann sinnvoll, wenn ein Objektrahmen verwendet wird. Bei einem Objektrahmen ergibt sich der nötige Abstand nämlich schon durch den Rahmen selbst.

Aufsteller und Regale

Reicht der Platz an den Wänden für die gesammelten Kunstwerke nicht (mehr) aus, können in Passepartouts gerahmte Zeichnungen in einem simplen Aufsteller präsentiert werden.

Der Aufsteller kann an jeder beliebigen Stelle stehen und die Zeichnungen werden dort einfach hineingelegt. Anschließend kann der Zeichner oder Kunstfreund jederzeit durch die Werke blättern.

Eine andere Möglichkeit ist, die gerahmten Zeichnungen stehend in einem Regal aufzubewahren. Optimal für das Papier ist dann, wenn es in dem Raum konstant um die 20 Grad warm ist und die Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent beträgt.

Damit die Zeichnungen keinen Schaden nehmen, sollten sie außerdem in Papier eingeschlagen und die Ecken mit einem Stoßschutz aus Pappe, Schaumstoff oder Styropor versehen werden. Der Vorteil dieser Aufbewahrungsform liegt darin, dass die Arbeiten optimal vor Sonne, Staub und Schmutz geschützt sind.

Nachteilig ist aber, dass das spontane Betrachten der Zeichnungen schwierig werden kann.

Planschränke

Statt stehend, können Zeichnungen auf Papier auch flach liegend und dunkel aufbewahrt werden. Dafür eignen sich Planschränke hervorragend. Planschränke bestehen meist aus Metall und werden eigentlich von Architekten verwendet, die darin ihre Pläne und Entwürfe lagern.

Doch die Schränke bieten sich auch für Zeichnungen auf Papier an. Denn durch die Schubkästen sind die Arbeiten staub- und lichtgeschützt, können aber trotzdem jederzeit betrachtet werden.

Dabei kann ein kleinerer Planschrank auch zum Möbelstück werden, beispielsweise als origineller Couch- oder Beistelltisch. Wird der Deckel durch eine Glasscheibe ersetzt, wird der Schrank außerdem zum Schaukasten.

Allerdings sollte dann ein UV-Schutzglas zum Einsatz kommen. Zudem sollte vielleicht nicht unbedingt die wertvollste Zeichnung auf diese Weise präsentiert werden.

Eine schöne Alternative zu einem metallenen Planschrank kann ein alter Klischee- oder Setzkastenschrank sein. Wird hier die Einteilung herausgenommen, bieten die Schubladen viel Platz für die Zeichnungen.

Und weil ein Klischee- oder Satzschrank meist aus Holz besteht, strahlt er mehr Wohnlichkeit aus. Allerdings sind solche alten Schränke inzwischen selten geworden.

Damit die Säure im Holz keinen Schaden anrichtet, sollten die Zeichnungen in Passepartouts gerahmt sein und zusätzlich dazu in Seiden- oder Archivpapier eingeschlagen werden.

Boxen und Schachteln

Für kleinere Zeichnungen gibt es mit Archivboxen eine weitere Aufbewahrungsmöglichkeit. Archivboxen besten aus einer säurefreien Pappe und sind neutral geleimt. Außerdem kennzeichnen sie sich durch eine hohe Alterungs- und Lichtbeständigkeit.

Um die Zeichnungen voneinander zu trennen, kann zum Beispiel Seidenpapier oder transparentes Archivpapier zwischen die einzelnen Lagen gelegt werden.

Eine kostengünstige Alternative sind Pappschachteln. Allerdings sollte auch hier das Material keine Säure enthalten. Außerdem sollten die Schachteln mit Papier oder einem anderen Puffer ausgelegt werden, damit die Ecken und Kanten der Zeichnungen keinen Schaden nehmen.

Und die Schachteln sollten keine Löcher oder sonstigen Beschädigungen aufweisen. Sonst dringt Staub ein.

Archivmappen und Künstlerbücher

Im Künstlerbedarf sind auch Archivmappen erhältlich. Genauso wie Archivboxen bestehen sie aus Papier oder Pappe ohne Säure. Die Zeichnungen können hier einfach hineingelegt werden, Seiden- oder Archivpapier dient als trennende Zwischenschicht.

Die Archivmappen können dann stehend oder liegend im Schrank oder Regal aufbewahrt werden.

Eine traditionelle Aufbewahrungsmethode für Zeichnungen sind Künstlerbücher. Dafür werden die originalen Zeichnungen zu Büchern gebunden. Die Arbeiten vieler namhafter Zeichner wurden auf diese Weise verwahrt, was die Bücher zu kostbaren Unikaten macht.

Nachteilig ist aber, dass die Zeichnungen nicht aufgehängt werden können, ohne sie aus dem Künstlerbuch herauszutrennen. Außerdem weisen vor allem größere Zeichnungen dadurch oft Falze in der Mitte auf.

Zwei Tipps zum Schluss

Zeichnungen sollten auf keinen Fall aufgrollt und über einen längeren Zeitraum so aufbewahrt werden. Denn das schadet dem Papier und der Zeichnung. Eine Ausnahme bilden hier nur japanische Rollbilder, die sogenannten Kakemonos.

Sie werden aufgerollt gelagert und nur zu besonderen Anlässen aufgehängt. Allerdings sind die Zeichnungen mit Tusche oder Wasserfarben auf einem sehr weichen Papier oder auf Seide gemalt.

Anschließend wird das Papier oder die Seide auf einen dünnen Stoff aufgezogen. Dadurch entsteht ein biegsames Material, dem die Rollenform nichts ausmacht.

Wichtig ist außerdem noch, Zeichnungen und Fotos nicht zusammen aufzubewahren. Denn zum einen mögen es Fotos kühler und trockener als Zeichnungen auf Papier.

Und zum anderen stimmt buchstäblich die Chemie zwischen Zeichnungen und Fotos nicht. Langfristig würden deshalb beide kaputtgehen.

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.
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