Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 2

Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 2

Etwas Papier und einen Stift: Mehr braucht es eigentlich nicht, um eine Zeichnung anzufertigen. Der Einstieg ins Zeichnen sollte also sehr einfach sein. Zumal jeder, der einen Stift in der Hand halten kann, auch in der Lage ist, damit Linien und Striche aufs Papier zu bringen. Und bei einer Zeichnung oder Skizze geht es genau darum.

Wie sich die 4 größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen, Teil 2

Außerdem kann jeder Zeichner sein Werk so gestalten, wie er das möchte. Ob er ein Motiv möglichst realistisch und detailgetreu nachzeichnet oder ein eher abstraktes Gekritzel kreiert, bleibt allein ihm überlassen. Bloß weil eine Zeichnung nicht jedermanns Geschmack trifft, ist sie weder schlecht noch falsch.

Trotzdem will auch das Zeichnen geübt werden. Denn vor allem am Anfang schleichen sich immer wieder Fehler ein, die dazu führen, dass das Werk nicht ganz rund wirkt. Zudem gibt es beim Zeichnen und Skizzieren bestimmte Techniken, die zum Handwerk einfach dazugehören.

Andererseits ist es natürlich hilfreich, wenn der Zeichner weiß, was die typischen Fehlerquellen sind und wie er sie umgehen kann. An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. In einem zweiteiligen Beitrag zeigen wir nämlich, wie sich die vier größten Fehler beim Zeichnen vermeiden lassen.

Dabei ging es in Teil 1 darum, wie der Zeichner vorgehen kann, wenn seine Zeichnung irgendwie seltsam aussieht.

Weiter geht’s mit Teil 2!:

  1. Fehler: Die Zeichnung macht einen faden, langweiligen Eindruck.

Neben einer Zeichnung, an der irgendetwas nicht ganz zu stimmen scheint, kommt es auch immer wieder vor, dass der Zeichner das Gefühl hat, seinem Werk würde etwas fehlen. Obwohl die Zeichnung eigentlich fertig und das Motiv gut gelungen ist, wirkt das Gesamtbild fad.

In den meisten Fällen geht dieser Eindruck auf einen zu schwachen Kontrast zurück. Vermeiden kann der Zeichner diesen Fehler so:

Schatten setzen

Schatten sind sehr wichtig, um einer Zeichnung Tiefe und Lebendigkeit zu verleihen. Der Zeichner sollte deshalb immer darauf achten, von wo aus das Licht auf sein Motiv fällt. Die Stellen, die dem Licht zugewandt sind, müssen heller bleiben, während der Zeichner die Stellen, die vom Licht abgewandt sind, dunkler ausarbeiten sollte.

Um dunkle Stellen zu gestalten und Schatten zu setzen, arbeitet der Zeichner mit Schraffuren. Je enger er die einzelnen Linien dabei neben- und übereinander zeichnet, desto dunkler wird die Fläche. Zudem kann er die Schraffur mit dem Finger verwischen.

Und noch ein kleiner Tipp am Rande:

Wenn der Zeichner Konturen anlegt, sollte er den Bleistift nicht zu fest aufdrücken. Sonst bleiben die Umrisslinien sichtbar und schimmern auch durch die Schraffuren noch durch. Das führt dazu, dass die Zeichnung nicht harmonisch wirkt.

Zum richtigen Stift greifen

Im Prinzip reicht ein Stift aus, um eine Skizze oder Zeichnung anzufertigen. Trotzdem ist es besser, wenn der Zeichner Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden zur Hand hat. Denn während sehr dünne Linien und helle Flächen mit einem harten Bleistift gut gelingen, lassen sich dickere Striche und dunkle Flächen einfacher mit einem weichen Bleistift gestalten.

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  1. Fehler: Das viele Radieren hinterlässt hässliche Spuren.

Der Zeichner zieht einige Linien und Striche. Doch weil er mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, radiert er sie wieder weg. Dann zeichnet er weiter und nimmt einige Zeit später die nächste Korrektur vor. Das Ganze wiederholt sich mehrfach, bis der Zeichner irgendwann eine verschmierte Zeichnung und ein zerknicktes oder gar eingerissenen Blatt Papier vor sich hat.

Dieser typische Zeichenfehler lässt sich ganz einfach vermeiden:

  • Der Zeichner sollte zunächst mit einem Bleistift in Härtegrad HB oder höher zeichnen und dabei den Stift nur leicht aufdrücken. Wenn er mit seinen Linien zufrieden ist, kann er sie bei Bedarf später immer noch nachfahren.

  • Ratsam ist, auf Zeichenpapier zu arbeiten. Zeichenpapier ist fester als herkömmliches Schreib- und Kopierpapier. Deshalb entstehen darauf auch nicht so schnell Knicke und Falten.

  • Generell sollte der Zeichner so wenig wie möglich radieren. Eine Zeichnung besteht aus unzähligen Linien und Strichen. Deshalb macht es nichts, wenn die eine oder andere Linie mal nicht gelingt. Der Zeichner kann eine missglückte Linie ruhig stehen lassen und einfach nebenan einen neuen Strich ziehen. Oft fügt sich auch die zunächst falsche Linie harmonisch ins Gesamtbild ein. Und falls nicht, kann der Zeichner ganz zum Schluss immer noch alle störenden Striche und Hilfslinien entfernen.

Außerdem sollte sich der Zeichner davon lösen, dass immer alles perfekt sein muss. Damit setzt er sich nur unnötig unter Druck. Stattdessen sollte er unbeschwert zeichnen und einfach abwarten, was am Ende herauskommt.

  1. Fehler: Die Zeichnung weicht zu sehr von der Vorlage ab.

Möchte der Zeichner eine Vorlage nachzeichnen, soll sein Ergebnis zumindest in gewissem Umfang damit übereinstimmen. Doch gerade am Anfang passiert es oft, dass die Zeichnung der Vorlage so gut wie gar nicht ähnelt.

Der Grund dafür ist, dass der Zeichner nicht das zeichnet, was er sieht, sondern das, was er im Kopf hat oder zu sehen glaubt. Doch zum Zeichnen gehört auch das bewusste und richtige Sehen dazu.

Ein Beispiel:

Der Zeichner möchte eine Person zeichnen. Weil er diese Person gut kennt, weiß er natürlich, wie sie aussieht. Genauso ist ihm klar, wie Menschen generell aussehen. Als Zeichenvorlage hat er ein Foto.

Doch statt das Foto genau zu betrachten und Stück für Stück nachzuzeichnen, zeichnet er aus dem Kopf heraus. Das Ergebnis ist eine Interpretation der Vorlage, aber eben keine Abbildung von ihr.

Es spricht selbstverständlich nichts dagegen, wenn sich der Zeichner an einer Vorlage orientiert und sein eigenes Bild daraus macht. Doch wenn sein Ziel ist, eine Vorlage nachzuzeichnen, muss er lernen, sehr genau hinzusehen. Zum Üben eignet sich dann übrigens die Rastermethode sehr gut. Denn sie bringt es automatisch mit sich, dass der Zeichner Kästchen für Kästchen vorgeht.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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