Am Flipchart zeichnen – Infos und Tipps, 2. Teil

Am Flipchart zeichnen – Infos und Tipps, 2. Teil

Für eine Präsentation gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Doch aller neuen Technik zum Trotz ist das altbewährte Flipchart kaum wegzudenken. Schließlich lässt sich die Präsentationstafel überall aufstellen.

Und es genügen wenige Handgriffe, um das Thema oder den Sachverhalt zu visualisieren. Allerdings müssen auch beim Zeichnen am Flipchart ein paar Kleinigkeiten beachtet werden.

Zeichnen am Flipchart

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos und Tipps zum Zeichnen am Flipchart zusammengetragen. Dabei ging es im 1. Teil darum, wie ein Flipchart entsteht. Wir haben aufgezeigt, welche Überlegungen notwendig sind und wie der Zeichner seine Idee in einer Skizze umsetzen kann.

Jetzt, im 2. Teil, verraten wir Tipps fürs Zeichnen selbst:

 

  1. Hochwertige Stifte verwenden.

Ohne das richtige Werkzeug lassen sich auch die beste Idee und der schönste Entwurf nicht vernünftig umsetzen. Der Zeichner sollte sich deshalb hochwertige Flipchart-Stifte zulegen. Denn Stifte mit schlechter Qualität schmieren und die Farben wirken blass oder haben zu wenig Deckkraft.

Bei Stiften wiederum, die schon oft im Einsatz waren, kann es sein, dass die Spitze ziemlich ausgefranst ist. Saubere, gleichmäßige Linien zu zeichnen, ist so kaum möglich. Und schlimmstenfalls ist der Stift mitten in der Präsentation leer. Der Zeichner sollte also sein Werkzeug regelmäßig kontrollieren und abgenutzte oder leere Stifte rechtzeitig austauschen. Und den schwarzen Konturenstift hat er am besten immer doppelt. Denn diesen Stift braucht der Zeichner am häufigsten.

 

  1. Konturen und Schriften in Schwarz gestalten.

Eine Zeichnung auf dem Flipchart braucht einen guten Kontrast. Für Linien und Konturen von Bildelementen sollte der Zeichner deshalb immer einen schwarzen Stift verwenden. Denn die schwarze Farbe hebt sich ideal vom weißen Hintergrund ab. Auch Zuschauer, die weiter weg sitzen oder stehen, können so alles gut erkennen.

Die Schrift gestaltet der Zeichner am besten ebenfalls in Schwarz. Helle Farben eignen sich dafür nicht, denn der Kontrast zum Hintergrund ist dafür zu klein. Die wichtigste Aussage oder das Hauptziel kann der Zeichner auch in sattem Rot, Grün oder Blau schreiben, sofern es zum Thema und zum Rest des Entwurfs passt. Dadurch kann er einen Akzent setzen und den Fokus auf dieses eine Stichwort lenken. Allerdings sollte es dann auch wirklich bei diesem einen Eyecatcher bleiben. Eine Ansammlung aus lauter bunten Worten wirkt unübersichtlich und die Aussagekraft geht verloren.

 

  1. Kariertes Papier benutzen.

Auf einer großen, weißen Fläche gerade Linien zu zeichnen und die Wörter so zu platzieren, das sie nicht schief verlaufen, ist gar nicht so leicht. Doch es gibt eine sehr einfache Lösung: kariertes Papier. Verwendet der Zeichner kariertes Flipchart-Papier hat er dünne Linien, an denen er sich orientieren kann. Gleichzeitig kann er üben, auf den Linien zu zeichnen und innerhalb der Linien zu schreiben.

Stört sich der Zeichner an den Kästchen, kann er das Papier kurzerhand umdrehen. Die Linien der Kästchen schimmern auf der Rückseite leicht durch und bieten dem Zeichner so Orientierungshilfe. Tritt er hingegen einen Schritt zurück, sind die Hilfslinien kaum noch zu erkennen. Das Karomuster beeinflusst die Optik des Flipcharts somit nicht und auch dem Publikum wird der kleine Trick nicht auffallen.

 

  1. Groß und leserlich schreiben.

Am Flipchart werden keine Aufsätze geschrieben! Zu viele Wörter und zu lange Texte lassen die eigentliche Botschaft, die der Zeichner vermitteln will, in den Hintergrund treten. Der Betrachter kann die Aussage nicht auf einen Blick erfassen, sondern muss sich erst durch den kleinen Roman arbeiten. Damit ist aber die Idee vom Flipchart verfehlt. Der Zeichner sollte sich deshalb auf die allerwichtigsten Stichwörter beschränken. Die Ausführungen und Erklärungen dazu liefert er dann im Zuge der Präsentation.

Die wenigen entscheidenden Stichwörter sollte der Zeichner dafür schön groß und leserlich schreiben. Dabei ist es vor allem auf kariertem Papier leicht, eine optimale Schriftgröße zu finden. Bewährt hat sich nämlich, dass er Zeichner so groß schreibt, dass ein kleines „a“ den Raum zwischen zwei Linien ausfüllt. In der Typographie wird in diesem Zusammenhang von der Mittellänge gesprochen.

Die Ober- und Unterlängen – das sind zum Beispiel der senkrechte Strich bei einem „d“ oder der Haken von einem „g“ – können dann so groß sein, dass sie knapp die Hälfte der Zeilenhöhe einnehmen. Außerdem sollte der Zeichner für seine Schrift immer nur jede zweite Zeile benutzen. So bleibt genug Abstand, die Wörter kommen sich gegenseitig nicht in die Quere und der Text bleibt schön übersichtlich.

 

  1. Mit Textboxen und Symbolen arbeiten.

Symbole, Piktogramme und andere einfache Zeichnungen lockern ein Flipchart optisch auf und lassen es ansprechender aussehen. Gleichzeitig sind Symbole ein gutes Hilfsmittel, wenn sich eine Kernaussage nur schwer mit einem oder wenigen Stichwörtern auf den Punkt bringen lässt. Es heißt schließlich nicht umsonst, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte.

Textboxen, die auch als Textrahmen oder Textcontainer bezeichnet werden, bringen Ordnung auf das Flipchart. Zieht der Zeichner einen Rahmen um zwei Elemente, ist auf den ersten Blick klar, dass diese Elemente zusammengehören. Dabei bleibt es dem Geschmack des Zeichners überlassen, ob er es bei ganz schlichten Textboxen belässt oder mit verschiedenen Formen spielt.

Hier ein paar Beispiele:

[Flipchart]

Textboxen

Ist das Flipchart komplett fertig, sollte der Zeichner zum Schluss einen Rahmen um das gesamte Bild setzen. Der Rahmen symbolisiert, dass das Thema oder der Sachverhalt in sich abgeschlossen ist. Außerdem rundet er das Gesamtbild ab.

 

  1. Die ganze Fläche ausnutzen.

Ein Flipchart ist groß und bietet entsprechend viel Raum. Es gibt also überhaupt keinen Grund, warum der Zeichner seine ganzen Informationen in der Mitte gruppieren oder in eine Ecke quetschen müsste. Vielmehr kann und sollte der Zeichner die ganze Fläche, die ihm zur Verfügung steht, nutzen. Im 1. Teil des Beitrags haben wir schon aufgezeigt, wie der Zeichner die Fläche einteilen kann.

Selbstverständlich kann der Zeichner Räume frei lassen, um auf diese Weise buchstäbliche Abstände zu schaffen und Akzente zu setzen. Das sollte dann aber bewusst und mit einem bestimmten Ziel geschehen. Ansonsten sollte der Zeichner seine Inhalte lieber weiter auseinanderziehen und größer gestalten. Das Flipchart wirkt dadurch nicht leer und die Informationen bleiben übersichtlich.

 

  1. Farbfelder mit Pastellkreiden ausmalen.

Es kann sehr gut aussehen, wenn der Zeichner bestimmte Felder mit Farbe ausmalt. Und kleine Farbflächen bei Symbolen und anderen Zeichnungen kann er ruhig mit den Flipchart-Stiften gestalten. Gleiches gilt für Akzente, durch die der Zeichner bestimmte Informationen wie beim Markieren mit einem Textmarker betont. Für größere Flächen sind die Stifte aber nicht geeignet.

Denn durch die Stiftspitze bleiben beim flächigen Malen Farblinien sichtbar oder es entstehen kleine Löcher. Außerdem bringt der Zeichner so viel Farbe auf, dass sich das Papier durch die Feuchtigkeit unschön wellt.

Die deutlich bessere Wahl sind Pastellkreiden. Um eine Fläche auszufüllen, zieht der Zeichner die Kreide mit der langen Kante und mit wenig Druck über das Papier. Anschließend umwickelt er seinen Finger mit einem Taschentuch und verreibt die Kreide in kreisenden Bewegungen zu einer geschlossen Fläche.

Mehr Anleitungen, Vorlagen, Tipps und Ratgeber:

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Redakteure

Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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