Anleitung zum Zeichnen von Sketchnotes, Teil 2

Anleitung zum Zeichnen von Sketchnotes, Teil 2

Sketchnotes verbinden Skizzen und Notizen miteinander. Entwickelt vom US-amerikanischen Designer und Illustrator Mike Rohde, sollen Sketchnotes dabei helfen, Informationen schnell und übersichtlich festzuhalten. Dafür werden die wesentlichen Inhalte und Aussagen eines Themas in einfache Zeichnungen übertragen und anschließend mit Überschriften und aussagekräftigen Stichwörtern ergänzt.

Anleitung zum Zeichnen von Sketchnotes, Teil 2

In einer zweiteiligen Anleitung zum Zeichnen von Sketchnotes schauen wir uns die Sache einmal näher an. Dabei haben wir in Teil 1 geklärt, was Sketchnotes genau sind, wo sie zum Einsatz kommen, was der Zeichner fürs Zeichnen braucht und aus welchen Formen und Elementen Sketchnotes bestehen.

Hier ist nun Teil 2!:

Wie fertigt der Zeichner Sketchnotes an?

Bei den ersten Versuchen ist es einfacher, wenn sich der Zeichner ein Thema aussucht, das nicht von der Zeit abhängt. Denn wenn er zu Vorträgen, Meetings oder Präsentationen Sketchnotes anfertigt, muss er sich beim Zeichnen an die Geschwindigkeit des Redners anpassen.

Doch das erfordert ein bisschen Übung. Schließlich muss der Zeichner dann nicht nur recht schnell zeichnen, sondern gleichzeitig die Inhalte erfassen und dem Redner auch noch zuhören.

Sucht sich der Zeichner ein Thema wie beispielsweise ein Rezept, eine Einkaufsliste, eine Geschichte aus einem Buch, einen Wochenplan oder ein Prüfungsthema aus, wird es leichter. Zum einen kann der Zeichner nämlich im Vorfeld schon abschätzen, wie umfangreich seine Zeichnung wird.

Zum anderen kann er sich in aller Ruhe überlegen, wie er die einzelnen Informationen und Aussagen zeichnerisch umsetzen will. Und auch beim Zeichnen selbst kann sich der Zeichner Zeit lassen.

Bevor es dann losgeht, teilt sich der Zeichner sein Blatt in mehrere Bereiche ein. Dabei kann die Anordnung von oben nach unten, von links nach rechts oder auch strahlenförmig von der Mitte nach außen sein.

Je nach Thema kann der Zeichner für sein Bild einen statischen Aufbau wählen, bei dem der Betrachter die einzelnen Bildelemente wie bei einem Comic nacheinander anschaut. Oder der Zeichner entscheidet sich für eine Anordnung, bei der es eigentlich keine Rolle spielt, in welcher Reihenfolge die Bildelemente betrachtet werden.

Hat der Zeichner den Aufbau grob festgelegt, kann er die Bildelemente leicht vorskizzieren. Anschließend zeichnet er die verschiedenen Informationen, Aussagen und Inhalte. Dafür arbeitet er hauptsächlich mit einfachen Grundformen.

Anschließend ergänzt er seine Sketchnotes mit Elementen wie Pfeilen, Boxen, Rahmen, Trennlinien, Sprechblasen, Satzteichen und ähnlichen Elementen, um der Zeichnung Struktur zu geben. Zum Schluss fügt der Zeichner dann noch wichtige Stichwörter und Überschriften hinzu.

Was hilft beim Zeichnen von Sketchnotes?

Am Anfang ist es sicher etwas ungewohnt, Informationen durch einfache Zeichnungen zu visualisieren. Und vor allem, wenn der Zeichner zum Beispiel bei Vorträgen live Sketchnotes erstellen möchte, muss er recht flott zeichnen. Hilfreich ist deshalb, wenn er ein gewisses Repertoire hat, das er jederzeit abrufen kann.

Dafür kann sich der Zeichner eine Art Vokabelsammlung mit Bildern anlegen. Am besten nimmt er sich dazu ein Notizbuch und erstellt Zeichnungen zu verschiedenen Themen. Dabei kann er jede Seite einem Inhalt widmen.

Wählt er zum Beispiel Blumen, stellt er sich eine Blume vor, zerlegt sie gedanklich in ihre geometrischen Grundformen und zeichnet sie anschließend. Dann zeichnet er seinen Entwurf mehrere Male nacheinander. Danach kann er Blumen in weiteren Formen entwickeln und ebenfalls aufzeichnen. Das macht er solange, bis die Seite voll ist oder ihm nichts mehr einfällt.

Auf diese Weise kann er sich Sammlungen mit den verschiedensten Bildvokabeln erstellen, also zum Beispiel mit Bäumen, Lebensmitteln, Fahrzeugen, Häusern und so weiter.

Dadurch hat der Zeichner zum einen verschiedenste Dinge schon einmal gezeichnet und kann sie bei Bedarf schnell zu Papier bringen. Zum anderen kann er durch seine Sammlung blättern, wenn er eine Idee braucht.

Ratsam ist dabei auch, Personen oder Figuren zu üben. Für Sketchnotes reichen zwar einfache Strichmännchen mit einem drei- oder viereckigen Bauch, Linien als Arme und Beine sowie Kugeln für den Kopf, die Füße und die Hände aus.

Aber wenn die Männchen eine bestimmte Haltung einnehmen oder eine gewisse Bewegung darstellen sollen, ist es gut, die Posen vorher bereits gezeichnet zu haben. Bei der Gelegenheit kann der Zeichner auch eine Sammlung mit Gesichtsausdrücken und einzelnen Gesten wie klatschen oder Daumen hoch anlegen.

Elemente wie Pfeile, Banner oder Boxen, die dem Bild Struktur verleihen, sollte der Zeichner ebenfalls in seine Vokabelsammlung aufnehmen und üben. Denn solche Bildvokabeln wird er regelmäßig brauchen.

Ein weiteres wichtiges Thema sind Schriften. Allerdings sind Schriften, oder neudeutsch das Handlettering, ein Thema für sich.

Für den Anfang genügt es deshalb, wenn sich der Zeichner eine größere Schrift für Überschriften und eine kleinere Schrift für Stichwörter und andere Texte zurechtlegt. Wobei er es hier ruhig auch bei simplen Großbuchstaben belassen kann.

Wo findet der Zeichner Anregungen?

Um Themen für Sketchnotes zu finden, kann sich der Zeichner im ganz normalen Alltag umschauen. So kann er dann zum Beispiel Kochrezepte, anstehende Aufgaben, Urlaubserinnerungen, Zeitungsartikel oder Arbeitstage zeichnerisch umsetzen.

Möchte er live mitzeichnen, bieten sich Fernsehsendungen, Videos oder Songs, die im Radio laufen, an. Im Laufe der Zeit entwickelt sich dann ganz automatisch ein eigener Stil.

Es wird aber sicher Situationen geben, in denen dem Zeichner nichts dazu einfällt, wie er einen Inhalt darstellen kann. Oft betrifft das abstrakte Begriffe, die sich kaum gegenständlich abbilden lassen. Anregungen findet der Zeichner dann zum Beispiel im Internet.

Gibt er hier “Sketchnotes” als Suchbegriff ein, findet er jede Menge Seiten mit Vorlagen und Tipps. Inzwischen sind auch allerlei gute Bücher zu diesem Thema erhältlich.

Außerdem kann sich der Zeichner in den sozialen Netzwerken umschauen. Dort existieren neben Kanälen auch Gruppen, durch die sich der Zeichner mit Gleichgesinnten austauschen kann.

Mehr Anleitungen, Tipps, Vorlagen und Ratgeber:

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.
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