5 Regeln beim Zeichnen von Fell

5 Regeln beim Zeichnen von Fell

Tiere sind ein sehr beliebtes Motiv. Wer zum Beispiel eine Katze oder einen Hund hat, hält seinen vierbeinigen Freund schließlich gerne in einer Zeichnung fest. Und auch eine Landschaft kann durch das eine oder andere Tier gleich viel interessanter aussehen. Vor allem Zeichenanfängern fällt es aber mitunter schwer, das Fell zu zeichnen. Ähnlich wie menschliches Haar kann Tierfell schnell unnatürlich aussehen. Doch mit ein bisschen Übung und den richtigen Tipps, klappt es von Mal zu Mal besser.

5 Regeln beim Zeichnen von Fell

Wir nennen die fünf wichtigsten Regeln beim Zeichnen von Fell!:

Regel 1: Fellhaare sind nicht gleichmäßig.

Die einzelnen Haare sind in sich dynamisch. Das bedeutet, dass sie nicht über die gesamte Länge gleich dick sind und auch nicht plötzlich enden. Stattdessen ist ein Haar zunächst eher fein, wird dann etwas dicker und läuft schließlich dünn aus.

Der Zeichner sollte versuchen, diesen Verlauf abzubilden. Das klappt am besten, wenn er seinen Bleistift entsprechend dynamisch über das Papier führt. Dazu sollte er seine Hand oder seinen Arm schon bewegen, noch bevor der Stift das Papier berührt.

Die Bewegung kann vom Grundprinzip her einem Flugzeug ähneln, das landet, kurz über die Landebahn rollt und dann wieder durchstartet.

Werden die Fellhaare auf diese Weise gezeichnet, wirken sie weicher und realistischer. Im Unterschied dazu lassen gleichmäßige Linien oder Striche ein eher unnatürliches Bild entstehen.

Regel 2: Fell ist durcheinander angeordnet.

Ein klassischer Anfängerfehler ist, die Fellhaare nicht nur aus gleichmäßigen Linien zu gestalten, sondern die Linien auch noch gerade und ordentlich nebeneinander anzuordnen. Doch Fellhaare sind durcheinander. Sie verteilen sich wild, sind mal etwas struppig, bilden Wirbel, stehen ab oder verlaufen einfach in unterschiedliche Richtungen.

Für ein natürliches Bild ist deshalb wichtig, die einzelnen Fellhaare eher unordentlich, wild, kreuz und quer anzuordnen. Ganz praktisch bedeutet das, dass der Zeichner seine Linien nicht nebeneinander und immer in die gleiche Richtung ziehen sollte.

Stattdessen sollte er locker aus dem Handgelenk Linien zeichnen, die an verschiedenen Punkten beginnen und unterschiedliche Wege nehmen.

Regel 3: Die Gesamtform ist wichtiger als einzelne Haare.

Ein Tier besteht nicht nur aus Fell. Stattdessen hat es in erster Linie einen Körper, der die Grundform bestimmt. Je nach Tier ähnelt diese Grundform zum Beispiel einem Oval, einem abgerundeten Dreieck oder einer leicht verformten Kugel.

Der Zeichner sollte die übergeordnete Form im Blick behalten. Sie bestimmt nämlich auch darüber, welche Bereiche heller sind und wo sich Schatten befinden.

Fokussiert sich der Zeichner nur auf das Fell, kann die Grundform zu sehr in den Hintergrund rücken. Für eine stimmige Zeichnung ist sie aber wesentlich wichtiger als die einzelnen Fellhaare.

Regel 4: Ein Tierfell ist vielschichtig.

Fell setzt sich aus vielen Haaren zusammen, die unterschiedlich aussehen, verlaufen und angeordnet sind. Zudem bilden die Haare nicht nur eine Lage, sondern sitzen in mehreren Lagen übereinander. Das führt dann auch dazu, dass die einzelnen Fellhaare jeweils verschiedenen beleuchtet werden.

Doch genau diese Vielfältigkeit ist das, was ein Fell natürlich aussehen lässt. Möchte der Zeichner sein Tierfell möglichst realistisch darstellen, sollte er deshalb versuchen, diese lebendige Vielfalt abzubilden.

Ein wichtiger Punkt ist, Tierfell immer in mehreren Schichten übereinander zu zeichnen. Der Zeichner sollte also eine Lage gestalten, danach die nächste Schicht darüberlegen, dann noch eine Lage zeichnen und immer so weiter. Zwischendurch kann er die einzelnen Schichten auch verwischen. Hilfreich kann außerdem sein, mit Bleistiften in unterschiedlichen Härtegraden zu arbeiten.

Dadurch entstehen ganz automatisch dickere und dünnere, dunklere und hellere Linien. Um einzelne Bereiche aufzuhellen oder ganz helle Haare einzuzeichnen, kann der Zeichner zum Radierstift greifen.

Um sich nicht zu verzetteln, sollte der Zeichner regelmäßig einen Schritt zurücktreten und sein Bild mit etwas Abstand betrachten. Alternativ kann er auch die Augen zusammenkneifen. Durch die Distanz wird es leichter, zu beurteilen, ob das Fell schon stimmig ist oder an welchen Stellen der Zeichner noch etwas nacharbeiten sollte.

Es klingt aufwändig, ein Tierfell Schritt für Schritt aufzubauen. Und tatsächlich braucht es auch eine große Portion Geduld. Doch der Aufwand lohnt sich, denn am Ende hat der Zeichner ein Fell vor sich, das der Realität sehr nahekommt.

Regel 5: Fell hat einen Verlauf.

Zu guter Letzt sollte der Zeichner beachten, dass es immer einen gewissen Fellverlauf gibt. Die einzelnen Haare sind zwar wild und dynamisch angeordnet. Trotzdem gibt es eine bestimmte Wuchsrichtung.

Für eine realistische Zeichnung sollte der Zeichner deshalb im Blick haben, in welche Richtung das Fell im jeweiligen Körperbereich verläuft. Diese Wuchsrichtung sollte er aufgreifen.

Gerade am Anfang ist es gar nicht so einfach, ein Fell aus dem Kopf zu zeichnen und all die vielen kleinen Details zu berücksichtigen. Sinnvoll kann deshalb sein, mit einem Foto als Vorlage zu arbeiten. Daran kann sich der Zeichner orientieren, wenn er unsicher ist.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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