Infos und Tipps zum Zeichnen mit Aquarellstiften, Teil 1

Infos und Tipps zum Zeichnen mit Aquarellstiften, Teil 1

Wer gelegentlich im Schreibwaren-, Hobby- oder Künstlerbedarf stöbert, ist bestimmt schon einmal Aquarellstiften begegnet. Die Stifte mit wasserbasierten Farben und pinselartigen Spitzen werden verwendet, um Motive zu gestalten, Zeichnungen zu kolorieren oder schöne Schriften umzusetzen. Doch was macht Aquarellstifte aus? Wie werden sie angewendet? Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Stifte voneinander? Und welche Techniken gibt es?

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Infos und Tipps zum Zeichnen mit Aquarellstiften, Teil 1

In einer kleinen Beitragsreihe geben wir Infos und Tipps zum Zeichnen mit Aquarellstiften!:

Was genau sind Aquarellstifte?

Aquarellstifte werden auch als Pinselstifte oder mit dem englischen Begriff als Brush Pens bezeichnet. Der Name Pinselstift beschreibt dabei eigentlich schon ganz gut, worum es geht. Ein Aquarellstift hat nämlich eine Spitze, die einem Pinsel ähnelt.

Die Spitze kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen und verschiedene Formen haben. Darauf gehen wir an späterer Stelle noch genauer ein. Grundsätzlich ist die Spitze aber immer sehr flexibel.

Aus diesem Grund kann der Zeichner den Stift so einsetzen, also würde er mit einem echten Pinsel malen oder zeichnen. Je nachdem, mit wie viel Druck und in welchem Winkel der Zeichner den Stift über das Papier zieht, entstehen ganz dünne oder sehr breite Linien.

Anders als beim Malen mit einem Pinsel oder dem Zeichnen mit Feder und Tusche braucht der Zeichner keine zusätzliche Farbe, in die er sein Zeichenwerkzeug eintauchen muss. Stattdessen bringt der Aquarellstift, ähnlich wie ein Filzstift, seine Farbe mit.

Im Tank ist eine Farbe auf Wasserbasis mit Farbpigmenten enthalten. Weil es sich also um eine Wasserfarbe handelt, werden Aquarellstifte gerne auch Wasserfarbenstifte genannt.

Hat der Zeichner die Farbe auf den Zeichengrund aufgebracht, kann er sie entweder mit einem Pinsel und klarem Wasser vermalen. Oder er greift zu einem anderen Pinselstift, wobei das auch ein farbloser Stift ohne Pigmente sein kann.

Die zusätzliche Feuchtigkeit bewirkt, dass die aufgetragene Farbe auseinander fließt. Auf diese Weise entstehen die Effekte, die für die Aquarellmalerei charakteristisch sind.

Was sind typische Anwendungen für Aquarellstifte?

Ein Aquarellstift ist im Prinzip eine Mischung aus Buntstift und Pinsel mit Wasserfarbe. Ein Stift und etwas Papier reichen aus, um tolle Zeichnungen und spannende Kunstwerke zu schaffen. Weiteres Zubehör braucht es nicht. Doch damit stellt sich die Frage, für welche Arbeiten sich Aquarellstifte besonders gut eignen.

Eine typische Anwendung verrät schon der Name Aquarellstift. Die Stifte werden nämlich gerne verwendet, um Bilder im Stil von Aquarellen zu malen. Dabei kann der Zeichner sein Bild komplett mit Aquarellstiften gestalten.

Denn er kann ähnlich wie mit einem Bleistift verschiedene Linien ziehen und genauso wie mit einem Pinsel und Wasserfarben ganze Flächen mit Farbe füllen. Durch den Aquarellstift hat der Zeichner alle Malwerkzeuge in einem Stift vereint.

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Eine andere Möglichkeit ist, Zeichnungen zu kolorieren. In diesem Fall erstellt der Zeichner eine Skizze oder eine Zeichnung mit einem anderen Stift. Wichtig ist nur, dass dieser Stift wasserfest ist, damit die Zeichnung nicht verschmiert.

Anschließend bringt der Zeichner Farbe ins Spiel, indem er die Flächen seines Motivs oder auch Schatten und Flächen im Hintergrund bunt gestaltet.

Auch der umgekehrte Weg ist eine Möglichkeit. Zunächst gestaltet der Zeichner also einen Hintergrund, beliebige Flächen, ein Muster oder ein Motiv ohne scharfe Konturen mit Aquarellstiften. Wenn die Farbe trocken ist, greift er zum Bleistift, zu Tusche oder zu Tinte und zeichnet das eigentliche Motiv aus Linien darüber.

Neben der Mischung aus Zeichnen und Malen ist das sogenannte Lettering eine klassische Anwendung für Aquarellstifte. Das Lettering hat sich in den vergangenen Jahren zu einem riesigen Trend entwickelt. Beim Lettering werden schöne, kreative oder ausgefallene Schriften gestaltet, die dann zum Beispiel Wandbilder, Collagen, Grußkarten, Geschenkanhänger und Ähnliches verzieren.

Dabei ist das Lettering aber nicht gleichbedeutend mit Kalligraphie. Denn die Kalligraphie meint das kunstvolle Schönschreiben mit Feder und Tusche und vor allem nach festen Regeln. Viel Spielraum für eigene Ideen und Entwürfe lässt die Kalligraphie im strengen Sinne deshalb nicht.

Beim Lettering ist das anders. Hier kann sich der Zeichner kreativ austoben. Das gilt sowohl für den Stil und die Effekte als auch für die Materialien, die er verwendet. Eine Besonderheit ist dann aber wieder das Brush Lettering. Wie der Name schon andeutet, wird diese Variante mit einem Pinsel ausgeführt.

Vor allem für Einsteiger kann es aber eine echte Herausforderung sein, schöne Schriften mit einem Pinsel zu gestalten. Denn der Zeichner muss sich dann nicht nur auf die Schönschrift konzentrieren, sondern auch darauf achten, dass er den Pinsel und die Farbe richtig einsetzt.

An dieser Stelle haben Aquarellstifte ihren großen Auftritt. Es erfordert zwar auch mit einem Pinselstift etwas Übung, bis wirklich ansprechende und gleichmäßige Schriften entstehen.

Aber mit einem Stift zu schreiben, ist einfacher als mit einem Pinsel. Zumal der Stift neben der Pinselspitze auch die Farbe enthält. Der Zeichner kann sich deshalb auf die Schrift mit ihren Formen und Verzierungen konzentrieren.

Je nachdem, wie der Zeichner Aquarellstifte einsetzen möchte, sollte er zu verschiedenen Varianten greifen. In welchen Formen es Aquarellstifte gibt und wodurch sie sich unterscheiden, schauen wir uns im nächsten Teil an.

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Thorsten Laumann, 42 Jahre, technischer Zeichner, Marie Koschinski, 34 Jahre, Grafikdesignerin, David Naue, 37 Jahre, Mediengestalter und privater Comic-Zeichner, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Zeichnen, Malerei, Kunst und Print.

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