Übersicht: Die Grundausstattung fürs Zeichnen von Mangas

Übersicht: Die Grundausstattung fürs Zeichnen von Mangas

Beim Zeichnen gibt es unzählige Möglichkeiten. So kann der Zeichner Portraits zeichnen, realistische Zeichnungen anfertigen, mit abstrakten Motiven experimentieren oder mit grafischen Elementen arbeiten. Ebenfalls sehr beliebt ist das Zeichnen von Comics und hier vor allem von japanischen Comics, den sogenannten Mangas.

Ein wesentliches Kennzeichen von Mangas sind die kindlichen Figuren mit ihren großen Kulleraugen.

Doch was braucht der Zeichner eigentlich,
wenn er Mangas zeichnen möchte?

 

Die Grundausstattung fürs Zeichnen von Mangas

Natürlich bleibt es letztlich dem Zeichner selbst überlassen, mit welchen Materialien er gerne arbeiten will. Zum Zeichenprozess gehört es sogar dazu, verschiedene Materialien auszuprobieren und mit unterschiedlichen Zeichentechniken zu experimentieren. Und gerade am Anfang ist es auch nicht notwendig, viel Geld für besonderes Zeichengerät auszugeben.

Wichtiger ist, dass die Zeichengeräte gut in der Hand liegen und der Zeichner sie geschickt einsetzt. Dennoch lässt sich eine Art Grundausstattung aufzählen, die sich der Zeichner zulegen sollte, wenn er Mangas zeichnen möchte.

Zu dieser Grundausstattung gehören folgende Utensilien:

 

Bleistifte

Der Bleistift kommt vor allem für Skizzen und die Vorzeichnungen zum Einsatz. Ob der Zeichner dabei einen herkömmlichen Bleistift oder einen Druckbleistift verwendet, ist Geschmackssache. Komplett mit dem Bleistift werden Mangas aber in aller Regel nicht gezeichnet.

Denn zum einen verwischen Bleistiftstriche recht schnell, was beispielsweise dann ein großer Minuspunkt ist, wenn die Bilder später noch koloriert werden. Zum anderen ist der Kontrast von Bleistiftstrichen nicht stark genug. Dadurch wird es schwieriger, die Zeichnungen einzuscannen oder in einer vernünftigen Qualität zu kopieren.

 

Fineliner

Für die Vorzeichnungen wird meist der Bleistift verwendet. Im Unterschied zum Fineliner können Bleistiftstriche nämlich wieder wegradiert werden, wenn Korrekturen notwendig sind. Ist der Entwurf soweit fertig, werden die Konturen dann gerne mit einem Fineliner nachgezogen. Erfahrene Zeichner können natürlich auch direkt mit dem Fineliner loslegen.

Wichtig bei der Auswahl des Stiftes ist aber, dass er sowohl lichtecht als auch wasserfest ist. Die Lichtechtheit sorgt dafür, dass die Zeichnung nicht verblasst. Wasserfest muss der Stift sein, damit die Zeichnung bedenkenlos koloriert werden kann.

 

Feder und Tusche oder Tinte

Eine Alternative zum Fineliner ist die Feder. Hier ist der Zeichner gut beraten, wenn er sich einen Halter und mehrere Steckfedern besorgt. Mit einer Zeichenfeder kann er so dünne, feine Linien und mit einer Schreibfeder breitere und dickere Linien zu Papier bringen. Bevor der Zeichner eine neue Steckfeder einsetzt, sollte er sie aber kurz über eine Flamme halten. Denn Federn sind meist mit einer schützenden Wachsschicht überzogen, die sich durch das Erwärmen löst.

Zusätzlich zur Feder braucht der Zeichner dann noch Tinte oder Tusche. Auch hier ist wichtig, dass der Zeichner darauf achtet, dass die Tinte oder Tusche lichtecht und wasserfest ist.

Japanische Mangaka arbeiten zwar auch mit Tinte oder Tusche, zeichnen die Umrisslinien aber oft nicht mit der Feder, sondern mit dem Pinsel. Den Pinsel wie einen Stift zu benutzen und damit feine, gerade und saubere Linien zu zeichnen, erfordert jedoch viel Übung. Ob dem Zeichner diese Technik liegt, muss er ausprobieren.

 

Aquarell- oder Wasserfarben und Pinsel

Eine sehr weit verbreitete Methode zum Kolorieren von Mangas ist die Aquarelltechnik. Dabei werden die Flächen innerhalb der schwarzen Konturen mittels Aquarellfarben und Pinsel ausgemalt. Gerade am Anfang braucht der Zeichner aber noch keinen hochwertigen Aquarellfarbkasten. Stattdessen kann er auf einen herkömmlichen Schulfarbkasten mit Wasserfarben zurückgreifen. Die Wasserfarben verhalten sich ähnlich wie Aquarellfarben und haben eine ausreichend gute Qualität, sind aber deutlich kostengünstiger.

Um die Farben aufzutragen, braucht der Zeichner Pinsel. Am besten legt er sich hier eine kleine Auswahl an Pinseln mit weichen Haaren in mehreren Stärken zu.

 

Buntstifte

Statt mit Aquarell- oder Wasserfarben kann der Zeichner seine Mangas auch mit Buntstiften kolorieren. Ein Mittelweg wiederum wären Aquarellstifte. Sie lassen sich wie Buntstifte verwenden und können anschließend mit etwas Wasser und dem Pinsel vermalt werden.

 

Papier

Arbeitet der Zeichner nur mit Blei- und Buntstiften sowie mit Finelinern kann er herkömmliches Druckerpapier verwenden oder sich einen einfachen Kindermalblock zulegen. Für Zeichnungen mit der Feder und mit Tinte oder Tusche sollte er zu Zeichenpapier greifen. Die recht spitzen Federn kratzen die Oberfläche von Zeichenpapier nämlich nicht so sehr auf, zudem verläuft die Tinte oder Tusche auf dem Zeichenpapier nicht.

Möchte der Zeichner seine Mangas mit Aquarell- oder Wasserfarben kolorieren, braucht er spezielles Aquarellpapier. Aquarellpapier ist fester als herkömmliches Schreib- oder Zeichenpapier und weicht nicht so schnell durch.

Deshalb bleiben auch keine unschönen Wellen zurück, wenn die Farben getrocknet sind. Dabei sollte der Zeichner am besten ein Aquarellpapier mit einer eher feinen, gleichmäßigen Oberfläche wählen. Auf grobkörnigem Papier sehen vor allem Umrisslinien, die mit Stiften oder der Feder gezeichnet wurden, schnell zittrig aus. Im Fachhandel sind Blöcke mit verschiedenen Sorten Aquarellpapier erhältlich. Solche Blöcke sind ideal, um herumzuexperimentieren. Ansonsten gilt, dass der Zeichner beim Papier besser nicht sparen sollte. Hier lohnt es sich, lieber etwas mehr auszugeben und sich ein Papier in guter Qualität zu gönnen.

 

Rasterfolie

Professionelle Mangaka arbeiten oft mit Rasterfolie. Hierzulande ist Rasterfolie allerdings nur im gut sortierten Fachhandel erhältlich und zudem sehr teuer. Unbedingt notwendig ist die Folie nicht. Als Hobby-Mangaka kann der Zeichner deshalb gut und gerne darauf verzichten.

 

3 Tipps zum Zeichnen von Mangas

Beim Zeichnen selbst kommt es vor allem darauf an, dass der Zeichner regelmäßig zeichnet und übt. Denn das Zeichnen ist weniger eine Frage des Talents. Vielmehr lässt es sich genauso erlernen wie eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument. Und im Laufe der Zeit wird der Zeichner einen eigenen Stil entwickeln, der seine Mangas einzigartig macht. Dabei haben sich beim Üben und Zeichnen von Mangas die folgenden drei Tipps bewährt:

  1. Hilfreich ist, wenn sich der Zeichner an Mangas von Profis orientiert und sich deren Zeichnungen sehr genau anschaut. Anschließend sollte er im Wechsel Mangas abzeichnen und eigene Bilder entwerfen. Durch das Abzeichnen trainiert er die Techniken, die er dann in seinen eigenen Bildern umsetzen kann.
  2. Der Zeichner sollte regelmäßig Zeichnungen von Details wie beispielsweise den Händen, den Augen oder den Kleidungsstücken anfertigen. Auch hier kann er sich wieder an Zeichnungen von Profis orientierten und das jeweilige Details so oft abzeichnen, bis er es auswendig, also ohne Vorlage beherrscht. Anschließend kann der Zeichner Kleinigkeiten abändern, um seine eigene Note hineinzubringen.
  3. Wirkt die Zeichnung nicht stimmig, kann der Zeichner den Fehler aber nicht ausmachen, sollte er sein Bild aufrecht hinstellen und es aus der Entfernung betrachten. Daneben kann er jemanden fragen. Auch wenn diese Person nicht zeichnet, fällt ihr vielleicht auf, was nicht stimmt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Zeichner sein Bild vor einen Spiegel hält und seitenverkehrt betrachtet. Hilft das alles nichts, sollte der Zeichner sein Bild ein paar Tage lang weglegen. Mit etwas zeitlicher Distanz wird ihm der Fehler oft ganz automatisch ins Auge springen.

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